Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Ortsvorsteher über Duttweiler: „Gemeinschaft ist unsere Stärke“

Vereint vieles von dem, was Duttweiler ausmacht: die Ponta Dudo am Ortseingang.
Vereint vieles von dem, was Duttweiler ausmacht: die Ponta Dudo am Ortseingang.

Was hat Duttweiler in diesem Jahr bewegt? Und wohin geht die Reise 2026? Ortsvorsteher Kay Lützel über Erfolge, Ärgernisse und Chancen in seinem Weindorf.

Milchhaisel

Glühwein und Erbsensuppe am Milchhaisel kamen am Nikolaustag laut Lützel schon gut an. 27 Personen waren bei der Gründungsveranstaltung des Fördervereins des Milchhaisels dabei, acht bis zehn Personen gehören dem Ortsvorsteher zufolge zum „harten Kern“. Der Nutzungsvertrag mit dem Eigentümer steht, im Laufe des kommenden Jahres soll das Milchhaisel dann ins Eigentum der Stadt übergehen. Dann können die Bauarbeiten losgehen. „Ein Architekt ist beauftragt“, sagt Lützel.

Bisher ist das Milchhaisel nur mit einem Handwaschbecken und einem WC ausgestattet. Künftig soll es eine Küche, einen kleinen Gemeinschaftsraum, zugängliche Toiletten und einen Ausschank geben. Anträge für Fördermittel befinden sich laut Lützel in Vorbereitung. 150.000 Euro sollen in die Modernisierung von unter anderem Dämmung, Dach und Fenster investiert werden. Mittel will man gleichzeitig über Spenden und Benefizveranstaltungen generieren.

Der Plan: Das kleine Gebäude soll an der Südseite zum Dorfplatz hin geöffnet und ein behindertengerechter Zugang gebaut werden. „Die Idee ist, dass das Milchhaisel später per EC-Karte aufgeschlossen werden kann und damit für alle offen ist“, erklärt Lützel. Durch die Kartendaten könnten Verantwortliche im Falle von Vandalismus ermittelt werden. Die kleine Bühne am Dorfplatz könnte erweitert und eine Pergola als Wetterschutz auf dem Platz aufgebaut werden, nennt Lützel nur einige Ideen. Für 2026 planen die Aktiven im Dorf ein bis zwei Veranstaltungen als Testlauf.

Ortsvorsteher Kay Lützel (links) und Alexander Hoffmann vor dem Milchhaisel. Das Gebäude soll modernisiert werden, um den Dorfpl
Ortsvorsteher Kay Lützel (links) und Alexander Hoffmann vor dem Milchhaisel. Das Gebäude soll modernisiert werden, um den Dorfplatz zu beleben.

Lützel will zudem wöchentlich montags Bürgersprechstunden im Milchhaisel anbieten, gerade für diejenigen, für die die Treppe zum Ortsvorsteherbüro in der Kindertagesstätte in der Dudostraße 35 ein Hindernis ist. „Direkt am Dorfplatz ist man näher dran an der Bevölkerung“, ist der Ortsvorsteher überzeugt. Das Milchhaisel solle das Dorfgemeinschaftshaus nicht als Treffpunkt und Veranstaltungsraum ablösen. „Es soll dazu dienen, unseren Dorfplatz aktiver zu nutzen.“

Porta Dudo

Stolz ist Lützel auf die „Porta Dudo“, ein von Künstler Bernhard Matthäss geschaffenes Kunstwerk, das aus Richtung Neustadt kommend seit Mai den Ortseingang von Duttweiler schmückt. „Die Sandsteinsäulen haben Biegungen wie eine Kelter, und die Wellen stehen für unser Schwimmbad“, erklärt Lützel. Zahlreiche Bezüge zu Duttweiler kommen in dem Werk zum Vorschein: der Wasserturm, die Prinzessinnenkrone, beide Kirchen, Reben, Weinflaschen und die Silhouette von großen heimischen Weingütern wurden eingearbeitet. „Je nach Lichteinfall entdeckt man etwas anderes.“ Die Idee für ein solches Schmuckstück am Ortseingang sei schon seit 15, 20 Jahren im Ortsbeirat diskutiert worden. Nachdem die Vereine „Duttweiler Cuvée“ und „Duttweiler erleben“ Gelder gesammelt hatten, habe die Umsetzung endlich geklappt, freut sich Lützel über den Blickfang am Ortseingang.

Glasfaser-Ausbau

Sechs Monate – so hieß es am Anfang – sollte der Glasfaserausbau in Duttweiler dauern. Nun sind es schon drei Jahre „und das Ende naht, aber ist nicht in Sicht“, fasst es Lützel zusammen. Drei Straßen seien offen. „Angeblich sollten die bis Weihnachten gemacht sein“, sagt Lützel, „aber ich bin mir sicher, im Frühjahr heißt es bis Ostern.“ Das ganze Thema Ausbau koste viel Zeit, Fleiß und Nerven. Er habe auf einen regelmäßigen Austausch gepocht. Rund ein Dutzend Hausanschlüsse fehlten nun noch, „ansonsten liegen die Leitungen, man müsste sie nur anschließen“. Es gebe Probleme mit Subunternehmern, und unter anderem in der Dudostraße seien an rund 20 Stellen Nacharbeiten nötig. „Ich werde die Abnahme selbst begleiten“, kündigt Lützel an.

Ruheplätze rund ums Dorf

„In Duttweiler gehen wir gern raus, genießen die Natur mit gutem Essen und Trinken“, sagt der Ortsvorsteher. Hinter dem Wasserturm wurden daher Bänke und ein Tisch aufgestellt, sodass die Vesper Platz findet und sich ältere Bürger bei einem Spaziergang im Sitzen ausruhen können. Für 2026 kündigt Lützel an, dass auch im Bereich der Rolandsruhe ein ähnlicher Ruheplatz mit Edelstahl-Garnitur entstehen soll.

Kerwe-Radrennen

Die 34. Auflage des Kerwe-Radrennens schien die letzte zu sein – Roswitha Mann, die den Großteil der Veranstaltung organisiert hatte, wollte das Zepter an Jüngere abgeben. Doch dann retteten der Radsportclub Neustadt mit Unterstützung von Feuerwehr und die Duttweilerer Winzer das 61,3-Kilometer-Rennen. Lützel dankt allen, die den Fortbestand gesichert haben und insbesondere Sara Herzog, die sich ab 2026 um das Rennen kümmern wird. Sie ist die Enkelin von Roswitha Mann und war von klein auf bei dieser Tradition dabei.

Grünschnittcontainer

Als „erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt“ haben Stadt und Ortsteil den Platz hinter der Kita für den Grünschnittcontainer befestigt: „Die Stadt hat ausgebaggert, wir haben die Betonplatten selbst verlegt“, erklärt Lützel. Nun lasse sich Grünschnitt auch bei Nässe leichter entladen.

Mit Betonplatten wurde der Untergrund für den Grünflächencontainer hinter der Kita befestigt. Das soll das Abladen bei nassem We
Mit Betonplatten wurde der Untergrund für den Grünflächencontainer hinter der Kita befestigt. Das soll das Abladen bei nassem Wetter erleichtern.

Offenes Bücherregal

Das offene Bücherregal in der Ortsverwaltung werde rege genutzt, freut sich Lützel. Es soll daher im neuen Jahr vergrößert werden. Zudem stehe man in Kontakt mit der Stadtbücherei, um 2026 auch Lesungen in Duttweiler anzubieten.

Dorfleben

130 Termine stünden im neuen Jahr in Duttweiler an. „Bei uns ist immer was los“, sagt Lützel und verweist auf Jubiläen 2026 bei Schwimmbad-Verein (90 Jahre), VfL (80 Jahre) und Landfrauen (70 Jahre). „Gemeinschaft ist unsere Stärke“, ist der Ortsvorsteher überzeugt.

Neujahrsempfang

Vor knapp einem Jahr konnte Kay Lützel stolz verkünden: Duttweiler hat die 1000-Einwohner-Marke geknackt. Ende Dezember wohnen 979 Menschen im Gäudorf – davon 42 Neubürger. Gerade diese will Lützel beim Neujahrsempfang am Freitag, 2. Januar, 19 Uhr, in der Festhalle willkommen heißen. Aber natürlich könne man bei gutem Wein aus Duttweiler auch allen bekannten Gesichtern ein frohes neues Jahr wünschen. „Das Programm ist kompakt“, verspricht Lützel und weist auf die Gelegenheit hin, beim Empfang die neue Beigeordnete der Stadt, Johanna Kunzendorff, persönlich kennenzulernen.

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