Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga-Frauen der TSG Haßloch haben nun eine Mutter im Team

Nach einem Spiel sammelt Mona Illy alle Trikots der TSG-Frauen ein.
Nach einem Spiel sammelt Mona Illy alle Trikots der TSG-Frauen ein.

Seit November bestimmt Lotta das Leben von Mona Illy und ihrem Mann. Die Wormserin hat eineinhalb Jahren keinen Sport getrieben. Jetzt ist sie als Neuzugang des Handball-Oberligisten TSG Haßloch die einzige Mutter im Team.

Ursprünglich habe sie nicht mehr Handball spielen wollen, verrät die 30-Jährige. „Aber dann habe ich gedacht, ich will doch noch mal spielen. Es hat wieder in den Fingern gejuckt.“ Über ihre Freundin Marlena Schilling – die TSG-Spielerin hat Ende der vergangenen Saison ihre Handball-Karriere beendet – sei sie nach Haßloch gekommen, berichtet Illy. Und im Mai in ihrem Probetraining hätten alle sie „furchtbar lieb“ aufgenommen, erzählt die frühere St. Leon-Roter Drittliga-Spielerin. Trotzdem war ihre Rückkehr zum Handball nicht ganz einfach, war ihre Rückkehr früher geplant.

Vom Hund gebissen

Als sie ihre kleine Tochter auf dem Arm hatte, ist sie von einem Hund gebissen worden. Und die Wunde habe sich entzündet, erzählt die junge Mutter von ihrer zusätzlichen Zwangspause. „Tatsächlich hatte ich es mir ein bisschen einfacher vorgestellt, weil ich immer sportlich war“, gesteht Illy. „Ich habe geturnt und Handball gespielt, habe mich mit 13 für Handball entschieden.“ Doch als sie nach der langen Sportpause, nach Schwangerschaft und Geburt das Training wieder aufnahm, stellten sich muskuläre Probleme ein. „In der Vorbereitung hatte ich Probleme im Oberschenkel, hatte eine entzündete Ferse“, verrät die Rückraumspielerin. Sie sei sehr ehrgeizig, aber sie müsse es langsamer angehen.

Mona Illy gesteht aber auch schmunzelnd, dass „es schön war, eineinhalb Jahre nichts zu machen“. Wobei ihr Leben in dieser Zeit alles andere als langweilig war: Hochzeit, Hausbau, Umzug, Geburt. Ein Kind zu haben, sei eine „ziemliche Umstellung“. Illy: „Deshalb habe ich mich auch wieder für Handball entschieden, um einen Ausgleich zu haben.“

Zurück in den Beruf

Bislang ist sie zu Hause geblieben, während Lottas Papa arbeiten geht. Im November will auch Mona Illy, Regierungsinspektorin der Bundesnetzagentur in Mainz, zurück in den Beruf. „Dann muss ich gucken, wie das alles passt“, sagt sie zu ihrer Herausforderung, Familie, Beruf und Sport unter einen Hut zu kriegen. Möglicherweise könne sie dann nur einmal pro Woche ins Training fahren.

Bislang ist sie dienstags und mittwochs in den Übungsstunden dabei. In der Saisonvorbereitung war noch donnerstags Training. Allerdings ohne Mona Illy: „Mein Mann hat donnerstags Fußball-Training.“ Immerhin hat sich die Anfahrt zum Training mit dem Wechsel von St. Leon-Rot nach Haßloch für die Wormserin verkürzt. „Nach St. Leon bin ich 70 Kilometer gefahren, nach Haßloch sind es 40.“ Sie brauche 35 bis 40 Minuten.

Lottas Abendessen

Ob Lotta und ihr Papa bei den Handballspielen von Mona Illy zuschauen werden? Ungewiss. „Wir müssen gucken, um wie viel Uhr wir spielen“, erklärt die Mama. „Lotta isst zwischen sechs und halb sieben zu Abend.“ Deshalb sei ihre Familie jüngst zum ersten Saisonspiel in Mundenheim – die TSG Haßloch gewann dort mit 19:18, Illy steuerte vier Treffer bei – nicht dabei gewesen. „Es muss ja auch mal ohne Mama funktionieren“, sagt Illy schmunzelnd. Sie ist hauptsächlich im linken Rückraum zu Hause. „Aber wenn ich in der Mitte oder im rechten Rückraum gebraucht werde, bin ich auch da.“

Obwohl Mona Illy schon viel beschäftigt ist, ist sie zusätzlich für einen Job in der Mannschaft verantwortlich: Jede TSG-Spielerin ist für etwas Bestimmtes zuständig. „Die Ältesten durften entscheiden, welchen Job sie übernehmen“, verrät Illy die Einteilung. Mona Illy hat sich als Zweitälteste für das Amt des Trikotwarts entschieden. „Das ist ein entspannter Job“, findet sie. „Ich muss nach den Spielen nur gucken, dass die von jemandem mitgenommen werden.“ Woche für Woche nimmt eine andere Spielerin die Jerseys zum Waschen mit nach Hause. Illy: „Da Conny Langenberg noch einen Ticken älter ist als ich, hat sie sich zuvor den besten Job gekrallt.“ Langenberg plane die Abschlussfahrt. Und Mona Illy kümmert sich am Sonntag nach dem ersten Saisonheimspiel (gegen die HSG Hunsrück, 17.30 Uhr, TSG-Sportzentrum) wieder darum, dass eine Teamkollegin die Jerseys pflegt.

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