Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Nussknacker“ -Ballett inspiriert zu Kinderkonzert

Animierte beim Kinderkonzert „Nussknacker und Mäusekönig“ zum Mitmachen: Schauspielerin Ilona Schulz.
Animierte beim Kinderkonzert »Nussknacker und Mäusekönig« zum Mitmachen: Schauspielerin Ilona Schulz.

Die im weihnachtlichen Glanz erstrahlende Edith-Stein-Kirche in Wachenheim war am Sonntag fest in Kinderhand und bildete die stimmungsvoll-besinnliche Kulisse für eine ansprechende musikalische Märchenstunde.

Für Eckhard Hilgemann, den Vorsitzenden des Freundeskreises Wachenheimer Serenade, bedeutete das erstmals ins Programm aufgenommene Kinderkonzert so etwas wie eine vorweggenommene Bescherung. Denn er konnte sich über ein restlos ausverkauftes Haus freuen. Dass die wunderbar in die Jahreszeit passende Geschichte vom Nussknacker und Mäusekönig nicht nur bei den Kleinen, sondern auch bei der Eltern- und Großelterngeneration auf großen Zuspruch stieß, lag in erster Linie an der hochprofessionellen Aufführung.

Wenn sich zehn Musiker der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz zu einem Ensemble zusammenfinden, kann dabei nur Qualität herauskommen – auch wenn die Besetzung mit Klarinette, Bassklarinette, Fagott, Horn, Englischhorn, Oboe, Querflöte und Kontrabass eher etwas außergewöhnlich war. Die zu Ohrwürmern gewordenen Melodien aus dem Nussknacker-Ballett von Peter Tschaikowsky kamen damit in einem anderen klanglichen Gewand daher und ließen viel Raum für lautmalerische Effekte. Die zu einer Suite zusammengefassten Arrangements stammen von dem zeitgenössischen deutschen Komponisten Andreas Tarkmann.

Ilona Schulz überzeugt in Rolle als Erzählerin

Im Mittelpunkt des Konzerts standen indessen nicht die mitunter recht kurzen musikalischen Einwürfe, sondern das gesprochene Wort. Mit der Schauspielerin Ilona Christina Schulz wurde für diesen Part eine Erzählerin gewonnen, die ihr Metier in allen Facetten beherrscht und mit einem sehr lebendigen, stimmlich differenzierenden Vortrag brillierte. Der in Freinsheim lebenden Künstlerin gelang es, den größten Teil ihrer Zuhörerschaft bis zur letzten Minute zu fesseln und die nicht unbedingt kindgemäßen Texte in verständlicher Form zu vermitteln.

Das auf einer Erzählung von E.T.A Hoffmann basierende Märchen von der zum Leben erweckten lädierten Holzpuppe und ihrem Kampf mit einem Regiment von Mäusen scheint nicht ganz aus der Zeit gefallen zu sein. Denn acht erfolgreiche Konzerte, bei denen nach Angaben von Heike Schuhmacher, Musikvermittlerin der Staatsphilharmonie, mehr als 2000 Menschen erreicht wurden, sprechen eine deutliche Sprache.

Schunkelrunde zu Walzerklängen

Die Geschichte ist schnell erzählt: Die siebenjährige Marie bekommt zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt. Dieser muss – nachdem es im Kinderzimmer zu Turbulenzen gekommen ist – vor einem gruseligen Mäusekönig gerettet werden. Für ihre mutige Hilfsaktion wird die Kleine – aus ihrer Ohnmacht erwacht – reichlich belohnt. Die Figur aus Holz ist nämlich ein verwunschener Prinz, der Marie zur Gattin nimmt und auf sein Marzipanschloss führt. Alles nur ein Traum? Wer weiß das schon...

Um das junge Publikum bei Laune zu halten und aufkommenden Aufmerksamkeitsdefiziten entgegenzuwirken, waren in die Story ein paar Mitmachnummern eingebaut. „Alles aufstehen“ – so lautete das Kommando von Ilona Schulz. Sich im Marschrhythmus auf der Stelle zu bewegen, war angesagt. Wenig später warteten weitere kleine Aufgaben: „Tick, tack“ singen und mit dem Kopf wackeln war die eine, eine Schunkelrunde zu Walzerklängen eine andere. Klar, dass es bei soviel Einsatz am Ende am Ausgang auch eine Belohnung gab: Der Mini-Nikolaus war zum Glück nicht aus Holz, sondern aus Schokolade und zum baldigen Verzehr bestimmt – bevor die Mäuse vielleicht noch auf dumme Gedanken kommen...

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