Neustadt Nicht so süß, aber ganz schön schwarz
Rabenschwarz – oder je nach Lichteinfall auch mal dunkelbraun – konnten Honigfans dieses Jahr bei Bio-Imker Axel Heinz sehen: Dank der Mithilfe seiner emsigen Bienen hat der Mußbacher erstmals Buchweizenhonig ernten können. Auf Märkten in der Vorderpfalz übertraf der Verkauf dieser seltenen Sorte alle Erwartungen – und das nicht nur wegen der ungewöhnlichen Farbe.
„Buchweizenhonig ist bei uns nicht so bekannt“, erzählt Heinz. In der früheren DDR und in Osteuropa sei er dagegen geläufiger. Daher befürchtete der Mußbacher, dass dieser Honig wie Blei in den Regalen liegen bleiben könnte, nur Kunden aus dem osteuropäischen Raum zugreifen würden. Doch wurde er schnell eines Besseren belehrt: Auf Bauernmärkten in Schifferstadt und Battenberg (Kreis Bad Dürkheim) gingen die Buchweizenhonig-Gläser weg wie warme Semmeln. „Besonders oft wurde der Honig nach dem Probieren von älteren Kunden gekauft – zusätzlich zu einem anderen Honig wie Esskastanie oder Linde“, berichtet der 50-jährige Heinz. Ein unerwarteter Erfolg, über den er sich sehr gefreut habe. Sechs Bienenvölker hatte der Bio-Imker dafür im Sommer an blühenden Buchweizenfeldern eines Biobauern nahe Neuleiningen (Kreis Bad Dürkheim) platziert. Von der Anbaufläche her seien es gut 3,5 Hektar gewesen, die von den Bienen bestäubt wurden. Mehrmals habe er seine geflügelten Helfer mit Wasser versorgen müssen, erzählt Heinz. Dank ihres zuckerreichen Nektars sind die weiß-roten Buchweizenblüten eine gute Bienentracht. Der Ertrag pro Hektar kann sich auf bis zu einer halben Tonne belaufen, was etwa dem von Raps oder Bienenfreund (Phacelia) entspricht. „Sirupähnlich, ein karamellartiger Geschmack, eher herb, nicht so süß“, charakterisiert Heinz den Honig. Was das Imkern betrifft, sieht sich der Mußbacher „noch sehr am Anfang“. Schrittweise würde er sein Hobby gern zum Beruf machen und Erwerbsimker werden. „Imkern ist enge Zusammenarbeit mit Natur und Wetter“, schwärmt der gebürtige Landstuhler (Kreis Kaiserslautern). In Neustadt hat er sich dem Imkerverein 1857 angeschlossen, wo er auch Kurse besucht hat, um das Handwerk zu lernen. Demnächst will er zusätzlich in die Wachsbearbeitung einsteigen. Nicht nur, um Bienenwachskerzen herzustellen – vielmehr sei es auch ein wichtiger Rohstoff für die Mittelwände in seinen Bienenstöcken. Raps-, Wald-, Blüten-, Linden-, Akazien- und Esskastanienhonig gehören ebenfalls zu Axel Heinz’ Sortiment. Übrigens: Er selbst isst am liebsten Raps- und Akazienhonig. Buchweizenhonig, von dem er jetzt nur noch ein Glas übrig habe, bleibe seinen Kunden vorbehalten, bekennt er mit einem Lächeln. Internet www.bienen-neustadt.de