Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadter Wochenspiegel: Von großen Preisen und der pfälzischen Sprache

91-130467281_gemeindeschwester.jpg
Karikatur: Uwe Herrmann

So einiges ist in der vergangenen Woche passiert. Preise wurden verliehen, eine Gemeindeschwester bewilligt, und die RHEINPFALZ-Redaktion stritt über das Wort „steiche“.

Winzerfestumzug: Vielleicht zu politisch?

Der touristische Verkehr hoch zum Schloss beschäftigt die Hambacher seit langer Zeit. Aktuell gibt es zwei Konzepte: das vom Bund geförderte Hambach-E-Shuttle, für das die Vorbereitungen laufen, und die Seilbahn-Idee einer Bürgerinitiative, für die der Stadtrat vielleicht eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben wird. Ein Blickfang vorab war auf jeden Fall der Festwagen der Landjugend Hambach beim Winzerfestumzug am Sonntag: Da wurde eine Miniatur-Gondel von Hand gedreht auf die Reise nach oben geschickt. In einer üppig mit Wald und Reben ausgestatteten Landschaft. Ein Zeugnis vieler ehrenamtlicher Arbeitsstunden und genau das, was sich die Macher des Umzugs in Sachen Attraktivität erhoffen. Natürlich gab es noch andere sehr gute Beiträge. Und nichts gegen die historische Straßenbahn „Die Schneck“ aus Edenkoben/Landau. Aber die Seilbahn hätte den Großen Preis des Winzerfestumzugs ebenso verdient gehabt. Zumal die Idee neben Wein, Reben, Kultur auch noch einen erfrischenden Hauch Politik besaß.

Gemeindeschwester: Sicherheit und Geborgenheit

Die gute Nachricht der Woche lautet, dass es mit der Gemeindeschwester plus für Neustadt/Maikammer und den Landkreis Bad Dürkheim klappt. Ein kleiner Baustein zugunsten jener hochbetagten Senioren, die noch gut alleine leben können, aber nicht vereinsamen wollen. Auf der Facebook-Seite der RHEINPFALZ Neustadt wurde derweil die Frage aufgeworfen, warum ausgerechnet das Land – initiiert wurde das Gemeindeschwester-plus-Projekt vom Sozialministerium in Mainz – keinen Wert auf Gleichberechtigung legt? Gemeindepflegekraft plus statt Gemeindeschwester plus also. Die Antwort des Ministeriums lautet, in einfache Sprache übersetzt: Sehr alte Menschen sehnen sich besonders nach Sicherheit und Geborgenheit und verbinden damit aus ihrer Lebenserfahrung heraus Frauen. Dem entspricht der Begriff Gemeindeschwester, damit diese Generation auch erreicht werden kann.

Pfälzisch: Wie steigt der Neustadter aus dem Zug?

Die Neustadter RHEINPFALZ-Redaktion ist quasi multikulti. Bei ihr treffen Kulturen aus Vorder-, Süd- und Westpfalz aufeinander. Verschärft wird die Situation durch eine Nordrhein-Westfälin, einen Südbadener und einen Hessen mit iranischem Migrationshintergrund. Deshalb wird munter gestritten über die Karikatur, die am 12. Oktober im „Wochenspiegel“ erschienen war. Zur Erinnerung: Es ging um das Werbeplakat der Apothekerkammer mit Oberbürgermeister Marc Weigel auf dem Hauptbahnhof Kaiserslautern. In der Karikatur steigt ein Neustadter Ehepaar in Lautern aus dem Zug, der Mann erstarrt vor dem Plakat. Und seine Frau sagt zum Rettungsdienst: „Mir stei’n aus’m Zuuch, der sieht das Plakat mit unserm OB ... zack, seitdäm steht er do so!“ Da der Neustadter OB von Haus aus Lehrer ist, hatte er der Redaktion, als er sich vom Lachen erholt hatte, noch eine kleine Belehrung erteilen müssen: Der Neustadter sagt „steichen“ und nicht etwa „stei’n“, wie es der Westpfälzer Karikaturist geschrieben und es die Westpfälzer Schlussredakteurin nicht bemerkt hatte. Da Journalisten aber auch gute Lehrkräfte abgeben würden, wurde im Büro sofort die Probe aufs Exempel gemacht. Heraus kam, dass zwar die Südpfälzer Kollegen „steichen“ sagen, der Urneustadter indes auf „steigen“ beharrt. Ob uns weitere Neustadter (und natürlich auch Neustadterinnen) helfen können, wie es nun richtig heißt? Falls ja, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail: redneu@rheinpfalz.de.

x