Neustadt
Neustadter Tabakladen: Neue Inhaber erweitern Angebot
Inhabergeführt: Viele Neustadter erinnern sich vielleicht noch an den in schwungvoller Schrift angebrachten Geschäftsnamen „Barbarino“ über dem Schaufenster. Heute prangt dort in moderner Schrift der Schriftzug „Tabakwaren“. Seit Juli ist Sonja Meier die Geschäftsinhaberin. Und beobachtet einen Wandel im Konsumverhalten.
„Mein Lebensgefährte Adrian Holzmayr und ich haben das Geschäft von Inge Geyer übernommen, die es 22 Jahre lang geführt hatte“, erzählt Sonja Meier. Die Anfänge des Tabakwarenverkaufs in dem Eckhaus Friedrichstraße/Schütt liegen also lange zurück. Wie so oft hat auch bei dieser Übernahme der Zufall ein wenig Regie geführt.
Seit den 90er-Jahren ist Meier bereits im Tabakwarengeschäft. Anfangs in Edenkoben mit einem eigenen Laden, den heute ihre Tochter führt. Später mit einem Laden in Edesheim, der mit einer Postagentur kombiniert ist. Zusätzlich führt sie seit 2015 die Postagentur in der Neustadter Spitalbachstraße und war zwischenzeitlich auf der Suche nach einem weiteren Tabakwarengeschäft in Neustadt. Von einem Zigarettenvertreter erfuhr sie durch Zufall, dass der Laden in der Friedrichstraße 9 neue Inhaber bekommen sollte und entschied sich gemeinsam mit ihrem Lebenspartner nach reichlicher Überlegung, das alteingesessene Geschäft zu übernehmen.
Shishas und Rubbellose
„An der Produktpalette haben wir nichts geändert, wir wollen den zahlreichen Stammkunden ihre bisher gewohnten Produkte gerne weiterhin anbieten. Einzig eine Lotto-Annahmestelle haben wir neu dazugenommen, wo wir auch Rubbellose und Rubbelkalender verkaufen“, sagt Meier. Außer Zeitschriften, Zeitungen und kleinen Neustadt-Souvenirs findet sich alles rund ums Rauchen in dem kleinen Eckladen. Naturgemäß nehmen den meisten Raum in den Regalen Zigaretten, Zigarren und Tabak ein. Darüber hinaus finden sich jedoch auch zahlreiche Varianten von Wasserpfeifen, sogenannten Shishas und Bongs, die ohne Schlauch geraucht werden. Selbstverständlich fehlen auch die für diese Pfeifen benötigten Spezialtabake nicht im Angebot, die oft mit Früchten oder Blüten aromatisiert sind. „Mittlerweile wird zu medizinischen Zwecken ja auch bei uns in den Apotheken Cannabis verkauft, auch dafür haben wir die geeigneten Pfeifen“, berichtet Holzmayr, der in der Friedrichstraße meist selbst hinter der Theke steht, während sich seine Lebensgefährtin mehr um den Laden in Edesheim kümmert.
Keine Online-Konkurrenz
Die Beiden sind sich einig, dass man als Einzelhändler „immer mit der Zeit gehen und alles anbieten muss, was für Kunden interessant ist und verlangt wird“. So gibt es bei ihnen als Alternativen zur Zigarette auch sogenannte E-Zigaretten mit den zugehörigen Einsätzen in verschiedenen Geschmacksrichtungen. „Außerdem ist Kautabak wieder sehr in Mode gekommen, weil er in seiner heutigen, modernen Darbietungsform auch in Rauchverbotszonen seinen Verwendern die gewünschte Nikotindosis verspricht ohne Rauch zu erzeugen“, weiß Holzmayr.
Der Onlinehandel bedeutet naturgemäß für die Tabakwarenhändler keine Konkurrenz, denn die Raucher decken ihren täglichen Bedarf eher im Vorbeigehen. „Deshalb öffnen wir auch morgens schon um sechs Uhr, so kann sich jeder auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Heimweg von der Schicht noch mit dem Nötigen eindecken“, so Holzmayr. Mehr als die Hälfte der Kunden im Laden seien Stammkunden, schätzt er. „Da gibt es welche, die haben hier schon als kleiner Bub die Zigaretten für den Papa geholt und kommen deshalb auch heute noch hierher, um die Zigaretten für sich selbst zu kaufen.“
Mitarbeiter gesucht
Dass die beiden Inhaber glücklich sind mit ihrer Entscheidung für den zusätzlichen Tabakwarenladen im Stadtkern, ist ihnen deutlich anzumerken. Einen Wunsch haben sie allerdings doch: „Wir wären sehr froh, wenn wir noch eine zuverlässige und flexible Mitarbeiterin oder einen flexiblen Mitarbeiter fänden, die oder der uns dauerhaft unterstützt, egal ob auf Teilzeit- oder Minijob-Basis.“