Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Verlängerte Freibadsaison in Hambach kommt gut an

Viele Badegästen freuen sich über die verlängerte Saison im Hambacher Freibad.
Viele Badegästen freuen sich über die verlängerte Saison im Hambacher Freibad. Foto: LM

Bis Donnerstag haben laut Stadtwerke 1107 Badegäste die verlängerte Freibadsaison im Hambacher Schwimmbad genutzt. Noch bis 29. September bleibt das Bad geöffnet. Jedoch nur drei Stunden täglich, kritisiert mancher. Ob die Saison auch 2020 verlängert wird, ist noch unklar.

„Ich habe heute Urlaub, sonst wäre ich nicht hier.“ Die 29-jährige aus Lachen-Speyerdorf war bislang erst zweimal in Hambach schwimmen. Sie zeigt aber Verständnis für die verkürzten Öffnungszeiten in der verlängerten Freibadsaison: „Wenn’s personalmäßig nicht zu stemmen ist ...“

Eigentlich wäre das Hambacher Bad nur bis 8. September geöffnet gewesen. Denn nach einem Stadtratsbeschluss dürfen die von Fördervereinen betriebenen Freibäder in Hambach, Mußbach und Duttweiler nur 100 Tage im Jahr betrieben werden. Nach Rücksprache mit dem Hambacher Förderverein und der Stadt kommen die Stadtwerke mit der verlängerten Freibadsaison dem Wunsch vieler Bürger nach, die Zeit bis zum Beginn der Wintersaison im Stadionbad zu überbrücken. „Es ist ein Testballon“, sagt Holger Mück, Geschäftsführer der Neustadter Stadtwerke.

Am Sonntag 449 Badegäste

Am Montag haben 48 Gäste das Freibad genutzt, am Dienstag 49, informiert Thomas Hocker, Vorsitzender des Fördervereins. Am Freitag, 13. September, waren es immerhin 126, am vergangenen sehr warmen Sonntag 449 Gäste während der allgemeinen Öffnungszeiten. Hocker: „Plus 90 beim Mitgliederschwimmen am Samstag und Sonntag sowie die Sportler des SC Neustadt.“ Der SCN nutzt das Bad jeden Samstag. Bis Donnerstag hätten 565 Schwimmer, die sonst im Stadionbad seien, das Hambacher Bad besucht, weiß Mück: „500 waren aus Hambach, etwa 40 aus Mußbach da.“ Immerhin 225 Karten für Erwachsene und 90 für Jugendliche seien in der ersten Hälfte der verlängerten Saison verkauft worden.

Ein Badegast aus Maikammer gibt zu, dass er eher zufällig im Hambacher Bad sei. „Ich habe Schichtarbeit“, erzählt der 39-jährige Schwimmer, der den ganzen Sommer über im Kalmitbad in Maikammer gewesen ist. Für ihn seien Öffnungszeiten „entweder ganz früh oder ganz spät“ besser. Als er im Internet habe nachschauen wollen, wann die Wintersaison im Stadionbad beginne, habe er per Zufall vom Hambacher Bad erfahren. „Ich war begeistert“, betont er. Er sei sonst immer nach Offenbach oder Speyer zum Schwimmen gefahren, wenn in Neustadt und Maikammer im Spätsommer alle Bäder geschlossen gewesen seien. Doch vermisst er in Hambach eine Bahn für sportliche Schwimmer. „Wir hatten die Leine mit dem SCN rausgemacht, um den Wasserballern den Trainingsbetrieb zu erleichtern“, erklärt Thomas Hocker, warum die 50-Meter-Leine fehlt, um eine Bahn abzutrennen. „In der nächsten Saison werden wir sie wieder reinhängen“, verspricht er.

Warme Dusche ist wichtig

Ein Rentner-Ehepaar aus Edenkoben ist ebenfalls regelmäßig im 50-Meter-Becken in Hambach anzutreffen. Allerdings nur, wenn das Bad am Nachmittag geöffnet ist. „Wenn in Hambach nur vormittags auf ist, fahren wir nachmittags nach Offenbach“, erzählen die beiden, denen eine beständige Öffnungszeit „täglich ab 13 Uhr“ lieber wäre. Die Edenkobener kommen auch, wenn die Außentemperaturen „ein bisschen niedriger sind“. „Wichtig ist, dass man anschließend warm durschen kann“, betonen sie.

Holger Mück möchte derzeit noch nicht die Besucherzahlen in der verlängerten Freibadsaison bewerten. „Wir wissen ohnehin, dass das Ganze wetterabhängig ist“, sagt er. Er könne momentan ebenfalls nicht sagen, „ob’s das auch im Frühjahr und im nächsten Herbst geben wird“. Im Frühjahr und im Herbst ist das Stadionbad stets geschlossen, weil dort dann die Traglufthalle ab- beziehungsweise aufgebaut wird.

Thomas Hocker sagt indes, dass die verlängerte Saison „bisher ein Erfolg ist“. Unter der Woche habe er „gar nicht mit arg vielen gerechnet“. „Natürlich wäre es schön, wenn wir allen gerecht werden könnten“, meint er zur Kritik an den kurzen Öffnungszeiten. „Wenn zwei Becken zur Verfügung stehen, brauchen wir zwei Aufsichten“, ergänzt er. Manche Eltern bemängeln nämlich, dass derzeit kein Kinderbecken zur Verfügung steht. Das Wasser im zweiten Becken müsse ebenfalls gechlort, geheizt und umgewälzt werden, gibt Hocker zu bedenken. „Wir müssen auch ein bisschen aufs Geld schauen. Und unsere jahrelange Erfahrung zeigt: Wenn die Sommerferien vorbei sind, kommen relativ wenige Familien ins Bad.“

Eine 79-Jährige von der Hambacher Höhe nutzt das Bad zum Schwimmen und Sonnenbaden. „Das Ehrenamt hier ist prima“, betont sie. Einen Wunsch hat sie aber: „Es wäre schön, wenn das Bad den ganzen Sommer über und nicht nur in den Sommerferien schon um 10 und nicht erst um 13 Uhr öffnet.“ Die Öffnungszeiten jetzt in der Saisonverlängerung „sind gut“. „Aber ich bin Rentnerin, ich kann’s mir ja aussuchen“, sagt sie lachend.

Info

Öffnungszeiten des Freibads Hambach bis 29. September: montags, mittwochs und freitags, 13 bis 16 Uhr; dienstags und donnerstags, 9 bis 12 Uhr; samstags geschlossen; sonntags, 12 bis 16 Uhr. Mitgliederschwimmen: samstags und sonntags, 16 bis 18 Uhr.

Einwurf: Besser kurz als gar nicht geöffnet

Ja, für voll Berufstätige ist es schwer, derzeit in Hambach schwimmen zu gehen. Doch sollten sich all jene, die sich über die verkürzten Öffnungszeiten im Hambacher Schwimmbad beschweren oder kritisieren, dass es für Kleinkinder keine Bademöglichkeit gibt, mal überlegen: Die verlängerte Freibadsaison in Hambach wird mit ehrenamtlichem Engagement gestemmt und kostet zudem Geld. Doch die drei Stunden täglich, die es geöffnet ist, sind deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. Denn da hat es in der Zeit zwischen Sommer- und Wintersaison in Neustadt trotz der vier Bäder in der Stadt keine Schwimmmöglichkeiten gegeben. Es jetzt aber allen recht zu machen, ist schier unmöglich.

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