Neustadt „Neustadt steht auch für Gesundheit“
Die Idee sei ihm bei Gesprächen mit Vertretern des Krankenhauses Hetzelstift gekommen, sagt Pascal Bender, Kandidat der Neustadter SPD für die Wahl des Oberbürgermeisters am 24. September. „Das ist auch nur ein Arbeitstitel“, fügt er hinzu. Gemeint ist der Begriff Gesundheitscampus, den der 47-Jährige immer wieder in seinen Wahlkampfreden anführt.
Für was steht Neustadt?, sei die Frage. Zweifellos für Wein und Tourismus, aber auch für Gesundheit. Damit könne sich die Stadt ebenso einen Namen machen, ist Bender überzeugt. Vorausgesetzt, „alle potenziell Beteiligten sind bereit, auch ein wenig quer zu denken“, statt sofort abzublocken „und zu sagen, das geht nicht“. Schließlich sei das Hetzelstift einer der größten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe in Neustadt. „Dazu kommen viele weitere hochqualifizierte Anbieter im Gesundheitsbereich. Wir haben also einerseits bereits eine sehr hohe Kompetenz, andererseits wird das Thema Gesundheit im demografischen Wandel für einen hochwertigen Wohn- und Arbeitsmittelpunkt immer wichtiger“, begründet der OB-Kandidat seine Initiative. Grundvoraussetzung der Benderschen Überlegungen ist ein Neubau statt Umbau auf dem Krankenhaushügel. In der Folge würde eine große Fläche frei, die als Gesundheitscampus dienen könnte. Die Voraussetzungen dafür sind aus seiner Sicht ideal. Zum einen habe das Krankenhaus selbst unendlich viel zu bieten: „Wir müssen das Bewusstsein dafür, was wir am Hetzelstift haben, wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.“ Nicht nur, was die medizinische Versorgung, sondern auch was die Ausbildungsvielfalt angehe. Zum anderen seien in Neustadt viele Berufe aus dem Gesundheitsbereich ansässig, hinzu kämen Fachschulen. All diese Kompetenzen sollten vernetzt werden, so Benders Idee. Mit dem zusätzlichen Ziel, „eine Art Know-how-Zentrum“ beim Hetzelstift zu gründen. Kaiserslautern habe das, wenn auch in größerem Stil, vorgemacht: Rund um die Technische Universität hätten sich im Lauf der Jahre Institute und Forschungseinrichtungen gegründet. „Auch mit Unterstützung des Landes“, so Bender, die mit einem überzeugenden Konzept ebenso für Neustadt eingefordert werden könnte. „Darüber sollten wir gemeinsam mit der Trägergesellschaft nachdenken.“ Wichtig vorab sei es indessen, sich für das Krankenhaus und einen Neubau stark zu machen, wenn die Trägergesellschaft das wolle. Dieser würde damit signalisiert: „Wir stehen zu euch und wollen euch in die Stadt integrieren.“ Umgekehrt würde das auch eine Standortsicherung bedeuten, was allen Bürgern zugute käme. Dass es keine unberechtigte Forderung ans Land wäre, einen möglichen Neubau finanziell zu fördern, davon ist Bender überzeugt: „Andere Städte unserer Größe haben zwei Krankenhäuser, warum sollte Neustadt hintenanstehen?“ Unter dem Strich könnten mit einem Neustadter Gesundheitscampus mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: vernetzte Kompetenz, größerer Ausbildungsmarkt, mehr junge Leute könnten bleiben, das Krankenhaus hätte mehr Nachwuchs, und „die Stadt kann sich als Gesundheitsstadt einen Namen machen“.