Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Polizistinnen üben Verkehrsverhalten mit Grundschülern

Verkehrstrainerinnen der Polizei üben mit den Schulkindern. Foto: LM
Verkehrstrainerinnen der Polizei üben mit den Schulkindern.

Pünktlich vor Beginn des neuen Schuljahres sind in der Umgebung der Neustadter Grundschulen wieder die bunt bemalten Holzfiguren eines Krokodils aufgetaucht, die den Kindern signalisieren sollen: „Achtung, aufpassen beim Überqueren der Straße!“ Und wie jedes Jahr findet in einer der Neustadter Grundschulen die Aktion „Sicherer Schulweg“ statt.

„Sicherer Schulweg“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Stadtverwaltung, der Polizeidirektion Neustadt und des Christlichen Jugenddorfes, in deren Schreinerei die bunten Krokodil-Schilder gefertigt und in Schuss gehalten werden. Die 18 Schulanfänger in der Schöntalschule kamen am Freitag in den Genuss der lebhaften Zaubervorstellung der polizeilichen Verkehrstrainerinnen Daniela Feig und Dorothe Molter. Das Wichtigste im Straßenverkehr, nämlich die Farben der Ampeln zu kennen und zu wissen, wann man auf jeden Fall und immer stehenbleiben muss, war den meisten Kindern schon bekannt. Trotzdem ließen sie sich von den Tricks der Polizistinnen zu großer Begeisterung hinreißen, die unter Mithilfe der Kinder endlich das verschwundene Ampel-Rot wieder herbeizaubern konnten.

Willi Wachsam ruft zu Achtsamkeit auf

Die bunte Holzfigur des Willi Wachsam soll nicht nur die Kinder zu erhöhter Achtsamkeit aufrufen, sondern vor allem auch die Autofahrer daran erinnern, dass Kinder im Straßenverkehr unterwegs sind, die sich dort vielleicht noch nicht so sicher fühlen. Das große Plüsch-Krokodil, das zur steten Erinnerung während des ersten Schuljahres im Klassenraum bleibt, wurde von den Kindern vor Zuneigung fast erdrückt.

Dass die meisten Schüler auch schon in die Grundschule häufig mit dem Auto gebracht werden, ist eine Entwicklung, die weder Schulen noch Polizei gerne sehen. Das trifft auch auf die Schulanfänger der Schöntalschule zu. Ein paar Ausnahmen gibt es aber doch. Mirac etwa geht zu Fuß: „Wir wohnen etwa 300 Meter weg, und meine Mama geht mit mir morgens zur Schule.“ Auch Giselle, die „nicht so weit weg“ wohnt, geht mit ihrem Vater zu Fuß. „Papa hat mit mir den Schulweg schon geübt, bevor die Schule anfing“, erzählt sie.

„Kindern täte Fußweg zur Schule gut“

„Den Kindern würde es sehr gut tun, zu Fuß zur Schule zu gehen. Erstens, weil sie so viel schneller selbstständig und sicherer werden und zweitens, weil ihnen auch die frische Luft gut täte für die vor ihnen liegenden Denkaufgaben“, meint Feig. Gerade bei Grundschulen, wo die Schulwege meist nicht so weit sind, ließe sich ihrer Meinung nach eine Lösung finden, dass Kinder ab einem vereinbarten Treffpunkt gemeinsam gehen und vielleicht anfangs noch von einem Erwachsenen begleitet werden.

Als Orientierungshilfe für die Kinder sind im Einzugsbereich der Schule auf den Gehsteigen gelbe Füße angebracht, die den Abc-Schützen auch die Laufrichtung zur Schule zeigen. „Eltern sollten ihren Kindern viel mehr zutrauen und sie nicht noch an der Hand zum Klassenraum führen. Sie sollten ihnen die Möglichkeit geben, den letzten Teil des Schulwegs eigenständig und zu Fuß hinter sich zu bringen“, lautet der einhellige Appell der beiden Verkehrstrainerinnen.

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