Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Polizei weist auf Gefahren hin, die Hitze für Autofahrer mit sich bringt

Am Dienstag gab es auf der A 65 einen schweren Unfall.  Foto: Linzmeier-Mehn
Am Dienstag gab es auf der A 65 einen schweren Unfall.

In wenigen Tagen gab es in der Region mehrere schwere Unfälle, auch mit Todesfolgen. Über Ursachen und mögliche präventive Maßnahmen haben wir mit Katja Weickert, Leiterin der Polizeiinspektion, und Laura Matheis, stellvertretende Dienstgruppenleiterin, gesprochen. Matheis ist vertretungsweise in Neustadt und arbeitet normalerweise bei der Autobahnpolizei Ruchheim.

Frau Weickert, ist die Häufung der Unfälle ein Zufall oder hat da auch die plötzliche Hitze eine Rolle gespielt?
Was die aktuellen Fälle angeht, ist das schwer zu sagen. Die Ermittlungen laufen ja noch. Generell muss man aber sagen, dass in den vergangenen Tagen die Anzahl der Unfälle gestiegen ist. Wir hatten relativ viele Sachschäden und Unfälle mit leichten Verletzungen. Da könnte die Hitze schon eine Rolle gespielt haben.

Was sollte denn jeder Einzelne tun, um das Unfallrisiko zu verringern?
Mal unabhängig vom Wetter gilt: Der Blick aufs Handy ist gefährlich. Das machen sich viele Autofahrer nicht bewusst genug. Darüber hinaus ist es bei der Hitze natürlich schon so, dass wir alle schneller erschöpfen. Das spürt ja jeder selbst. Dann sollte man sich schon überlegen, ob man noch in der Lage ist, Auto zu fahren. Auch Dehydration ist nicht nur ein Thema, das ältere Menschen betrifft. Bei hohen Temperaturen sollte man immer Flüssigkeit bei sich haben.

Hier in der Region gibt es viele Pendler. Ist man weniger gefährdet, wenn man eine Strecke sehr gut kennt?
Im Gegenteil. Dann besteht erst recht die Gefahr, dass die Aufmerksamkeit nachlässt. Im Übrigen: Eine Fahrt mit dem Öffentlichen Personennahverkehr ist sehr viel entspannter.

Wie war das eigentlich am Dienstag bei dem Unfall auf der A 65? Hat sich die Straßensperrung in der Stadt ausgewirkt?
Hier in der Stadt gab es keine Rückstaus. Wir waren da aber nur unterstützend im Einsatz. Die Federführung hatte die Polizei Edenkoben. Die ist für den Autobahnabschnitt zwischen Edenkoben und Neustadt-Nord zuständig.

Apropos Autobahn. Frau Matheis, wenn man zwischen zwei Lastern fährt, hat man doch immer ein mulmiges Gefühl ...
Matheis: Das ist richtig. Es ist auch tatsächlich so, dass bei Lastwagenfahrern die Gefahr der Ablenkung besonders groß ist. Wir haben da schon alles Mögliche erlebt, telefonieren, kochen ...

Da ist man ziemlich ausgeliefert, oder?
Das Einzige, was man machen kann ist, sehr defensiv zu fahren. Vorausblickend, aber auch den Rückspiegel im Blick behalten. Ein Auffahrunfall mit einem 40-Tonner hat halt verheerende Folgen. Was wir verstärkt kontrollieren, sind technische Mängel und der Alkoholkonsum der Fahrer am Wochenende.

Interview: Kathrin Keller

Laura Matheis. Foto: kkr
Laura Matheis.
Katja Weickert. Foto: Linzmeier-Mehn
Katja Weickert.
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