Neustadt
Neustadt: Polizei vermutet illegales Autorennen
Die Polizei schließt nicht aus, dass am Mittwochabend in der Innenstadt ein illegales Autorennen stattgefunden hat. Auslöser der Ermittlungen ist ein Unfall gegen 19.15 Uhr in Höhe der Shell-Tankstelle in der Mußbacher Landstraße. Bereits kurz zuvor war in Sichtweite beim Mußbacher Kreisel ein Auto ausgebrannt. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen gibt es nicht.
Laut Polizeibericht verlor ein 19-jähriger Autofahrer aus Neustadt die Kontrolle über einen hochmotorisierten BMW. Unterwegs in Richtung Innenstadt kam er beim Abbiegen in die Martin-Luther-Straße von der Straße ab und rammte die Begrenzungsmauer zur Tankstelle. Durch den Zusammenstoß wurden die Mauer und das Fahrzeug erheblich beschädigt.
Die Feuerwehr musste ausrücken, weil es in der ersten Notrufmeldung hieß, dass eine Person eingeklemmt sei. Dies war aber nicht der Fall. Der Fahrer blieb unverletzt und konnten das Unfallfahrzeug selbst verlassen. Die Feuerwehr musste nur ausgelaufene Betriebsstoffe abstreuen, damit diese nicht in den angrenzenden Gully liefen. „Zum Glück befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalles keine Personen auf dem Gehweg“, heißt im Bericht der Feuerwehr. Die Mauer verhinderte auch eine mögliche Kollision mit den Zapfsäulen der Tankstelle.
Zeugen sollen sich melden
Bei der Unfallaufnahme ergaben sich Hinweise auf ein illegales Autorennen. Zeugen hatten ausgesagt, dass unmittelbar vor dem Unfall bereits ein Fahrzeug mit quietschenden Reifen die Stelle passiert habe. Die Beamten leiteten ein Strafverfahren ein und stellten den Führerschein des Fahrers sicher. Verkehrsteilnehmer, die durch das Fahrverhalten des Unfallverursachers gefährdet wurden, oder sonstige Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Neustadt in Verbindung zu setzen.
Seit 2017 gelten illegale Autorennen als Straftat und nicht mehr als Ordnungswidrigkeit. Neben dem Führerschein kann auch das Fahrzeug eingezogen werden. Wer dabei andere Menschen oder Gegenstände von bedeutendem Wert gefährdet, muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren rechnen. Handelt derjenige vorsätzlich, droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Nach einem illegalen Autorennen auf dem Berliner Kurfürstendamm, bei dem ein Unbeteiligter zu Tode kam, verurteilte das Landgericht Berlin jüngst zwei Autofahrer wegen Mordes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Auch ein Autobahnrennen?
Laut Polizei soll es zudem um 22 Uhr auf der A 65 zwischen Neustadt und Edenkoben in Richtung Karlsruhe ein Rennen gegeben haben. Beteiligt sollen ein grauer Mercedes und ein schwarzer Audi gewesen sein, beide mit NW-Kennzeichen. Die Autos fuhren bei der Ausfahrt Edenkoben ab und auf der K6 in Richtung Venningen weiter.
Feuer im Innenraum
Bereits kurz nach 18 Uhr war auf der B 38 ein Auto in Flammen aufgegangen. Der VW Polo-Fahrer kam von der Autobahn und war in Richtung Stadtmitte unterwegs. In Höhe des Mußbacher Kreisels bemerkte er eine Qualmentwicklung aus dem Motorraum und stellte das Fahrzeug am Straßenrand ab. Eine zufällig vorbeikommende Krankenwagenbesatzung sicherte die Gefahrenstelle ab und setzte einen Pulverlöscher ein. Der Brand griff vom Motorraum auch auf den Innenraum des Polos über. Unter Atemschutz, mit einem Hohlstrahlrohr, löschte ihn dann die Feuerwehr. An dem Fahrzeug entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden. Ein Abschleppdienst übernahm die Bergung des Polos.
Während des Einsatzes war die Fahrspur in Richtung Innenstadt gesperrt, so dass es zu einem Rückstau von der Autobahn kam. Im Einsatz war die Neustadter Feuerwehr mit drei Fahrzeugen und 17 Einsatzkräften.