Neustadt
Neustadt: Otto-Dill-Museum präsentiert neue Hängung
„Heimat“ heißt die aktuelle Präsentation im Otto-Dill-Museum, die wieder einen neuen Blick auf das Werk des in Neustadt geborenen Spätimpressionisten verspricht. Der Titel ist an das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz angelehnt. Zu sehen sind Arbeiten aus allen Schaffensphasen mit Schwerpunkt Pfalz.
Neustadt. Jedes Jahr im Frühling präsentiert das Otto-Dill-Museum die Werke des vor allem für seine Tierdarstellungen bekannten Neustadter Malers in dem von Manfred Vetter 2002 eröffneten Haus in einer neuen Hängung. Holt manches, was schon länger nicht mehr zu sehen war, aus dem Depot. Packt dafür anderes hinein. In diesem Jahr hat Museumsleiterin Rita Seiller Arbeiten ausgewählt, die sie unter dem Motto „Heimat“ zusammenfasst. „Dill hat viele Ansichten aus der Pfalz gemalt. Deshalb haben wir das Motto des diesjährigen Kultursommers zum Anlass genommen, vorwiegend Bilder aus der Region zu präsentieren. Aber ohne Löwen geht es nicht, wenn man seinem Schaffen gerecht werden will“, betont sie.
Tatsächlich hängt der für Otto Dill (1884-1957) so charakteristische Löwenkopf im Foyer des Museums, auch Tigerbilder im Zoo sind zu sehen. „Dill hat diese Tiere niemals in freier Wildbahn gesehen“, erklärt Seiller: Alle Wildtiere habe er aus dem Gedächtnis nach Zoo- und Zirkusbesuchen gemalt, die Wüstenansichten als Eindrücke seiner Nordafrika-Reisen hinzugefügt.
In den anderen drei Räumen wird denn auch der Heimatmaler Otto Dill in den Vordergrund gestellt. Ochsen- und Pferdegespanne, zum Teil mit für die früheren Arbeiten so typischen pastosen Farbauftrag, wechseln einander ab mit Landschaftsansichten, die auch den eigenen Garten zeigen. Gerade bei der Gegenüberstellung der Fliederblüte oder weidender Kühe mit einem Vierergespann galoppierender Pferde zeigt sich der Kontrast aus Dynamik und Ruhe, der das Dill’sche Werk so spannend macht.
Trabende Pferde, Kaltblüter bei der Arbeit auf dem Feld und Araber beim Pferderennen in Haßloch, ein Bachlauf mit Brücke und Bauern sind ebenso zu sehen wie das auch von Dill durchaus geschätzte mondäne Leben mit Picknick im Grünen, Biergarten-Szenen und idyllischen Kutschfahrten. Blicke auf Neustadt und seine Ortsteile und das Hambacher Schloss zeigen die Heimatverbundenheit Otto Dills, der auch auf den Spuren Max Slevogts wandelte, wie ein „Blick in die Rheinebene“ zeigt, der in Leinsweiler - Slevogts letzter Lebensstation - entstanden sein dürfte.
Ein Raum ist schließlich vorwiegend Reitern und Pferden gewidmet, wobei auch zwei Bilder von Rotröcken zu sehen sind, die erstmals den Weg aus dem Museumsbestand in die Ausstellung gefunden haben. Auch die Ausritte und Quadrillen sind geprägt von der für Dill typischen kraftvoll-dynamischen Darstellung der Tierkörper.
Knapp 400 Werke Otto Dills umfasst der Bestand des Neustadter Museums mittlerweile, die Sammlung der Manfred-Vetter-Stiftung gilt damit als größte Sammlung in privater Hand, vielleicht sogar die größte überhaupt. Wie viele Arbeiten das Gesamtwerk des Neustadter Malers umfasst, ist allerdings unbekannt. „Anfangs hat Dill ja mit Bildern bezahlt“, erklärt Rita Seiller. So sei auch die Familie Manfred Vetters, die einst eine Möbelschreinerei in Neustadt betrieben hat, zu den ersten Arbeiten Dills gekommen.
Noch Fragen?
Das Otto-Dill-Museum liegt in der Manfred-Vetter-Straße 8 / Ecke Rathausstraße in Neustadt und ist mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Noch bis 28. Juli zeigt parallel dazu die Max-Slevogt-Galerie im Schloss Villa Ludwigshöhe in Edenkoben ebenfalls Bilder von Otto Dill. Die Eintrittskarte für das Museum in Neustadt gilt auch für den Besuch in Edenkoben und umgekehrt.