Neustadt Neustadt: Oberbürgermeister äußert sich zu Wegzug von Unternehmen

Die Firma Asiral stellt Reinigungsmittel für die Lebensmittelbranche her.
Die Firma Asiral stellt Reinigungsmittel für die Lebensmittelbranche her. Foto: Mehn

Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) bedauert es, dass das Chemieunternehmen Asiral Neustadt verlässt. Allerdings sei dieser Fall, ebenso wie der der Firma Hornbach, nicht dazu geeignet zu suggerieren, dass jetzt plötzlich Firmen der Stadt den Rücken kehren.

Sowohl bei Hornbach als auch bei Asiral sei schon längere Zeit klar gewesen, dass es in eine andere Richtung gehe: „Das ist nichts, was uns jetzt als Standort diskreditiert oder negativ darstellt“, betont Weigel. Der Oberbürgermeister reagiert damit auf die Stellungnahme der CDU-Stadtratsfraktion. Diese hatte dringenden Handlungsbedarf angemahnt, damit nicht noch mehr Unternehmen abwandern beziehungsweise schnellstmöglich Platz für Neuansiedlungen geschaffen wird.

Keine Entscheidung gegen den Standort Neustadt

Grundsätzlich teile er diese Einschätzung, sagt Weigel: „Es ist klar, dass wir mehr Gewerbeflächen brauchen, daran arbeitet die Verwaltung bereits intensiv.“ Aber der „Zungenschlag“ der CDU sei in den beiden Fällen nicht angebracht. Dass die Mitarbeiter der Hornbach-Baumarkt AG nur übergangsweise in Neustadt ansässig sein würden, sei von Anfang an klar gewesen, erläutert Weigel. Sie seien aus Berlin gekommen und in Neustadt bis zur Erweiterung des Baumarkt-Verwaltungsgebäudes in Bornheim sozusagen „zwischengeparkt“ worden. Das sei keine Entscheidung gegen den Standort Neustadt. Die Hornbach Holding bleibe der Stadt erhalten.

Dass die Firma Asiral nach Edenkoben abwandere, sei bereits 2017 entschieden gewesen, so Weigel. Er habe das Unternehmen nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister und noch vor seinem Amtsantritt aufgesucht und gefragt, ob er noch was tun könne, um den geplanten Umzug abzuwenden: „Aber da war das Grundstück in Edenkoben schon gekauft.“

Weigel: Platz für Asiral war vorhanden

Dabei sei es wichtig zu wissen, dass die Stadt 2016/2017 die Möglichkeit gehabt hätte, Asiral in Neustadt zu halten. Im Gewerbegebiet in der Joseph-Monier-Straße standen laut Weigel rund 55.000 Quadratmeter zur Verfügung, und Asiral suchte nach einem 20.000-Quadratmeter-Areal. Unter der Ägide des damaligen Oberbürgermeisters Hans Georg Löffler (CDU) habe sich die Stadt aber dazu entschieden, Asiral diese Fläche nicht anzubieten. Ein Grund dafür sei die Problematik mit chemischen Rückständen im Abwasser gewesen, so Weigel. Die könne man zwar problemlos herausfiltern, das verursache aber einen höheren Aufwand. Das habe die Stadt damals nicht gewollt. ffg

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