Neustadt Neustadt: Neuer Gesellschafter bei Fischer CNC-Technik

Das Firmengelände in der Nachtweide aus der Luft gesehen.
Das Firmengelände in der Nachtweide aus der Luft gesehen.

Die Fischer CNC-Technik GmbH in der Nachtweide hat mit der Hör-Technologie aus Weiden in der Oberpfalz einen neuen Mehrheitsgesellschafter. Der Hersteller von Präzisionsbauteilen vor allem für den Motorsport verspricht sich davon zusätzliche Aufträge und will in Neustadt Neueinstellungen vornehmen.

Große Namen, kleine Stückzahlen – das ist das Geschäft der Neustadter Fischer CNC-Technik. Das Maschinenbau-Unternehmen mit knapp 50 Mitarbeitern arbeitet unter anderem für die Motorsportabteilungen von Audi, BMW und Volkswagen, liefert Motor-, Fahrwerks-, Hydraulik- und Getriebeteile. Auch Teams der Formel 1 oder der neuen Formel E stehen auf der Kundenliste. Verraten darf Geschäftsführer Markus Eckert die Namen nicht. „In der Champions League des Maschinenbaus ist Verschwiegenheit ein hohes Gut“, erklärt der Wirtschaftsingenieur. Die Fischer CNC-Technik macht Sonderanfertigungen, meist in Stückzahlen von fünf bis 1000 für den Prototypenbau und Kleinserien. Dabei ist Präzision im 1000stel Millimeterbereich gefragt. Zu den Produkten gehören unter anderem Zylinderköpfe, Radnaben, Spurstangen oder Kolben. Markus Eckert gehört eine Minderheitsbeteiligung des Unternehmens, die er von seinem Vater Lothar übernommen hat. Zwei weitere Gesellschafter haben ihre Anteile verkauft. Neuer Mehrheitsgesellschafter ist die Hör-Technologie aus Weiden im Fichtelgebirge. „Wir standen vor der Frage, wie wir die Unternehmensnachfolge lösen“, erklärt Eckert. Fischer CNC-Technik war 1985 von dem ehemaligen Rennfahrer Bernd Fischer gegründet worden. Die bisherigen Gesellschafter waren Mitarbeiter, die nach dem Unfalltod von Fischer 1994 von Arbeitnehmern zu Arbeitgebern aufstiegen. Dazwischen lag eine kurze Übergangsphase unter Eva Satzenhofer-Fischer und Sandra Fischer, Ehefrau und Tochter des Gründers. Die Hör-Technologie ist ebenfalls ein Familien-Unternehmen, das die Unternehmensnachfolge 2013 klärte. Gründer Albrecht Hör verkaufte an Mitarbeiter über ein sogenanntes Management-Buy-out. Hör ist mit 250 Mitarbeitern deutlich größer als Fischer und war auf der Suche nach Produktionskapazitäten. Als Spezialist für die Herstellung von Zahnrädern und Nockenwellen gab es bereits in der Vergangenheit gemeinsame Projekte mit Fischer. „Wir kennen uns gut und ergänzen uns prima“, nennt Markus Eckert die Gründe, warum er glaubt, mit Hör den richtigen Partner gefunden zu haben. Ein Finanzinvestor sei kein Thema gewesen. Beide Unternehmen wollen gemeinsame Baugruppen anbieten. Fischer erhofft sich von zusätzlichen Vertriebskontakten mehr Marktanteile. Der Auslandsumsatz von derzeit 30 Prozent soll gesteigert werden. Ähnlich äußert sich Hör-Geschäftsführer Dietmar Wohlfahrt. „In Neustadt können wir problemlos die Fertigungs-Kapazitäten verdoppeln“, zitiert ihn die Oberpfalz-Mediengruppe. Das sei bei dem Fachkräftemangel im Raum Weiden nicht möglich. Vergeblich habe man versucht, bis zu 30 CNC-Fachkräfte einzustellen. Fischer CNC-Technik hat mit Peter Helwig von der Hör-Technologie einen zweiten Geschäftsführer bekommen. Ziel sei es, dass der Umsatz von derzeit rund 5,6 Millionen Euro wieder zweistellig werde, so Eckert. Auf dem fast 12.000 Quadratmeter großen Firmengelände gibt es noch reichlich Platz für weitere Gebäude. Eckert kündigt an, in den kommenden sechs Monaten in Neustadt bis zu sechs zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Gesucht würden derzeit Dreher und Fräser mit CNC-Erfahrung, ein Arbeitsvorbereiter und auch ein neuer Betriebsleiter für den Standort. „Ich bin da zuversichtlich, dass wir in der Pfalz schneller fündig werden als Hör in der Oberpfalz“, so Eckert. Der geschäftsführende Gesellschafter ist Jahrgang 1981. Er folgte 2014 aus familiären Gründen dem Ruf der Heimat. Eckert hat in Kaiserslautern und Brüssel ein Wirtschaftsingenieursstudium absolviert und bei der Daimler AG die Master of Business-Ausbildung in Stuttgart, Berlin und Brasilien durchlaufen. Während seiner Zeit bei der Daimler AG war er weltweit unterwegs, unter anderem längere Zeit in Brasilien, Amerika, dem Mittleren Osten, England, Australien und Asien.

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