Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Markus Guthmann kommt mit seinem neuen Weinstraßenkrimi zu Osiander

Markus Guthmann. Foto: Schmitz
Markus Guthmann.

Pfälzer Humor, viel Lokalkolorit und Leichen zuhauf präsentiert Markus Guthmann in seinen neuen Pfalzkrimi „Weinstraßenhölle“. Den nunmehr sechsten Band seiner Krimireihe um Staatsanwalt Benedikt Röder, Kriminalkommissar Gerald Steiner und den Kallstadter Edelwinzer Achim Hellinger stellt der Autor aus Battenberg am 4. Juni bei einer Lesung in der Neustadter Buchhandlung Osiander vor.

Neustadt/Battenberg. Gerade sind Staatsanwalt Ben Röder und seine Frau Manu nach ihrem Österreichurlaub wieder in der Pfalz, wollen hier mit Familie und Freunden die sonnigen Pfingsttage verbringen, beenden überraschende Leichenfunde die heimelige Gemütlichkeit. Am Pfingstmontag überstürzen sich während des Grillfestes im heimischen Bad Dürkheimer Garten die Ereignisse. Nicht nur, dass Röder durch ein Missgeschick die umstehende Büsche in Brand setzt und dabei Verbrennungen am Fuß erleidet. Vielmehr wird er aus der nun nicht mehr so intakten Idylle durch seinen Freund und Hauptkommissar Steiner gerissen. Man hat bei der Ruine Hardenburg im gleichnamigen Bad Dürkheimer Ortsteil die Leiche eines Bulgaren, erschossen in seinem Auto, gefunden. Schnell verdichtet sich der Verdacht, dass die bulgarische Müllmafia ihre Hände im Spiel hat.

Die Deidesheimer Geißbockversteigerung spielt im Krimi eine wichtige Rolle

Stets mit von der Partie, verflochten in die Handlungsstränge, ist Weingutbesitzer Hellinger, der so manche schlechte Laune mit seinen edlen Tröpfchen wegspülen kann. Überdies greifen die Freunde gerne zum „Dubbeglas“, sei es im Forster Winzer oder bei den Schubkärchlern auf dem Dürkheimer Wurstmarkt. Zunächst aber steht der Pfingstdienstag mit dem Geißbockmarsch an. Röders älteste Tochter Marie-Claire und ihr Mann Rolfi, die in Lambrecht leben, sollen als jüngstes Brautpaar in Dirndl und Frack den Bock Lothar nach Deidesheim geleiten. Mit von der Partie beim Zug ab Lambrecht über Lindenberg und dann weiter durch den Wald sind natürlich auch die Eltern Röder. Tapfer marschiert der Staatsanwalt trotz seines lädierten Fußes mit. Hellinger sorgt durch seine Marschverpflegung aus dem Rucksack mit „Lewwerworschd un Woi“ für stärkende Pausen. Ebenso fußschonend ist Röders Fahrt mit dem Pick-Up des städtischen Bauhofes, der den Geißbock aus Gründen des Tierschutzes einen Stück des Weges transportiert. Kurzweilig für Einheimische – man fühlt sich wie daheim – und ausführlich genug für ortsunkundige Leser beschreibt Autor Guthmann den Geißbockbrauch mit anschließender Versteigerung in Deidesheim.

Gleich mehrere Leichen werden im alten Forster Basaltsteinbruch gefunden

Für Röder gibt es trotz Pfalzromantik keine Atempause, wird doch im See des Forster Basaltsteinbruchs eine Leiche in einem Fass entdeckt. Schwierig gestaltet sich die Bergung derselben am Pechsteinkopf oberhalb der „hervorragenden Forster Riesling-Weinlage“. Spezialfirmen sind auf dem absturzgefährdeten Gelände im Einsatz, und zum Entsetzen aller entdeckt man fünf weitere Holzfässer mit Ermordeten. Eine Verbindung mit dem Bulgaren, der eine Müllentsorgungsfirma betrieb, und dem hiesigen Abfallunternehmen Neubert wird durch intensive Recherchen ebenso hergestellt wie mit dem Deidesheimer Nobelweingut Obermann-Urban. Der Kallstadter Winzer Hellinger mischt auch bei diesem alteingesessenen aber mittlerweile finanziell klammen Weingut kräftig mit. Retten will er es durch sein Konzept „Weinerlebniswelt Riesauer Hof 4.0“, für das er unter anderem auch chinesische Investoren gewinnen konnte. Morde im Winzerbetrieb selbst geben den Ermittlern weitere Rätsel auf. Für Aufruhr sorgt auch die Explosion einer angeblichen Briefbombe in Röders Büro bei der Frankenthaler Staatsanwaltschaft. Während die Fäden nach und nach verknüpft werden, kreist aber natürlich noch so manche Rieslingschorle ...

Lesezeichen/Termin

Markus Guthmanns neuer Pfalzkrimi „Weinstraßenhölle“ ist erst vor wenigen Tagen im Emons-Verlag erschienen, hat 224 Seiten und kostet 10,90 Euro. Der Autor liest am Dienstag, 4. Juni, um 20 Uhr in der Buchhandlung Osiander in Neustadt. Karten (10 Euro) unter www.osiander.de.

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