Neustadt
Neustadt: Klinikgruppe Median geht schon wieder
Die Median-Klinik-Gruppe hat ihren Verwaltungsstandort Neustadt aufgelöst. Für 35 Arbeitsplätze hatte das Unternehmen in den vergangenen dreieinhalb Jahren eine Etage im Telekom-Hochhaus in der Chemnitzer Straße gemietet.
„Median verschmelzt seine administrativen Tätigkeiten auf den Standort Berlin.“ Auf RHEINPFALZ-Anfrage bestätigt Median-Sprecherin Magdalena Netz, dass das Unternehmen sich mit seiner Verwaltung aus Neustadt zurückzieht. Den Mitarbeitern seien mit ausreichender Vorlaufzeit Arbeitsplätze in Median-Einrichtungen in Bad Dürkheim angeboten worden. Teilweise hätten sie das Unternehmen aber auch verlassen. „Zu betriebsbedingten Kündigungen kam es nicht“, so die Sprecherin.
Der Standort war im Dezember 2015 entstanden, als Folge der Fusion der RHM-Kliniken mit Median. Ins Telekom-Hochhaus kam eine Außenstelle des Geschäftsbereiches Süd, zu dem 34 Kliniken und Einrichtungen gehören. Die 35 Mitarbeiter hatten zuvor im Gebäude des einstigen Weinguts Hahnhof in Deidesheim in der Hauptverwaltung der RHM-Kliniken gearbeitet.
Das repräsentative Gebäude in der Weinstraße 1 hatte RHM-Gründer Rolf-Henning Mayer einst gekauft. Der Bad Dürkheimer Mayer verkaufte seinen Konzern mit 26 Kliniken und 1900 Mitarbeitern Ende 2010 an den niederländischen Finanzinvestor Waterland Private Equity. Ein Sprecher von Waterland erklärte damals, Ziel sei es, die Gruppe durch Zukäufe weiter zu stärken und nach fünf bis acht Jahren weiterzuverkaufen.
Der Großinvestor, der weltweit über 2,5 Milliarden Euro Anlagekapital verwaltet, übernahm 2014 mit der Median-Gruppe (45 Einrichtungen, 7500 Mitarbeiter) einen zweiten, noch deutlich größeren Klinik-Anbieter und führte beide Unternehmen zusammen. Die Konzernzentrale kam nach Berlin.
Damals hatte ein Konzernsprecher erklärt, in Neustadt würden die Abteilungen Qualitätsmanagement, Einkauf und IT für die Süd-Gruppe zusammengefasst. Außerdem sollte eine zentrale Einheit für Buchhaltung, Controlling und Personalmanagement aufgebaut werden. Mit der neuen Organisation würden in Neustadt auch zehn Arbeitsplätze geschaffen.
Median ist mittlerweile nach der Übernahme der Allgemeinen Hospitalgesellschaft der größte private Anbieter von Reha-Kliniken in Deutschland. Zu dem Konzern gehören 120 Einrichtungen mit 18.000 Betten und 15.000 Mitarbeitern.
Median betreibt in der Region die Klinik Sonnenwende in Bad Dürkheim, ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie mit mehreren Außenstellen in der Umgebung: Das Jakob-van-Hoddis-Haus in der Neustadter Gartenstraße, eine Tagesklinik mit 24 Behandlungsplätzen, die Privatklinik Berggarten in Deidesheim (18 Betten) und die Tagesklinik Leiningerland in Grünstadt (20 Betten) gehören zur Sonnenwende-Klinik. Ebenfalls eine Median-Tochter: die Bad Dürkheimer Park-Klinik für Orthopädie, Innere Medizin, Kardiologie und Diabetologie sowie das Altenheim Pfalzstift, ebenfalls in Bad Dürkheim.
Der frühere RHM-Verwaltungssitz in der Deidesheimer Weinstraße war einst von der Familie Hahn, die den Deidesheimer Hof führt, an Rolf-Henning Mayer verkauft worden. Es gehört noch der Familie Mayer und soll laut Ortsbürgermeister Manfred Dörr demnächst umgebaut werden, um Wohnungen zu schaffen.
Das Telekom-Hochhaus
Das Neustadter Telekom-Hochhaus ist 1974 als Fernmeldezentrale für die Vorderpfalz für 55 Millionen Mark gebaut worden. Es ist mit 61 Metern das höchste Gebäude der Stadt. Das Fernmeldeamt beziehungsweise nach der Privatisierung die Telekom beschäftigten in ihrem Hochhaus in der Chemnitzer Straße und den Anbauten einst 2000 Mitarbeiter. Nach Angaben der Corpus Sireo Real Estate aus der Schweiz, die für die Telekom das Gebäude verwaltet, gibt es dort aktuell 310 Telekom-Mitarbeiter. Weitere Zuzüge von Konzern-Mitarbeitern seien geplant. Zahlen nennt die Telekom dazu keine.
Das Telekom-Gebäude hat rund 21.100 Quadratmeter Bürofläche: 14.000 Quadratmeter belegt laut Corpus Sireo die Telekom selbst, 4100 Quadratmeter belegen andere externe Mieter, darunter die IG Metall. 3000 Quadratmeter seien derzeit unvermietet.