Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Hinter den Kulissen von Weingut Wader

Regisseur Tomy Wigand (links) schaut ganz genau hin. Foto: Mehn
Regisseur Tomy Wigand (links) schaut ganz genau hin.

Immer wieder haben sie in Neustadt und Umgebung für Aufsehen gesorgt. Nun gehen die Dreharbeiten für zwei weitere Teile des Fernsehdramas „Weingut Wader“ auf die Zielgerade.

Ob an der Autowaschstraße im Weinstraßenzentrum, mitten auf dem Neustadter Marktplatz oder, wie aktuell, im Herzen Deidesheims – wer dieser Tage womöglich Absperrband, zumindest aber ein ganzes Gewusel an TV-Leuten entlang des beschaulichen Haardtrandes sichtet, hat es ziemlich sicher mit der Großfamilie Wader zu tun.

Winzerin Anne (Henriette Richter-Röhl), Mutter Käthe (Leslie Malton), der untreue Bruno (Jürgen Heinrich), der durchtriebene Bruder Matthias (Maximilian von Puffendorf) und die blinde Tochter Tori (Caroline Hartig) – sie und noch einige mehr gehören seit dem ersten Drehtag dazu und sind auch diesmal dabei, wenn für die ARD Teil drei und vier des Familiendramas im Kasten landen.

Jetzt in Deidesheim

Diese Woche spielt sich das vor allem in Deidesheim ab. Ein Schauplatz: das historische Rathaus. Ganz so einfach wie sonst kommt hier ausnahmsweise niemand rein. Kein Wunder, denn obwohl das Filmteam sehr umsichtig agiert und den öffentlichen Raum so gut wie kaum beeinträchtigt, sollten die aufwendigen Dreharbeiten nicht unnötig gestört werden.

Wir melden uns kurz an und werden ein paar Minuten später quasi ins Heiligste geführt: vorbei am prunkvollen Ratssaal, in dem die Schauspieler gerade ihre Position einnehmen, direkt in Richtung Regisseurstuhl. Auf dem sitzt, ganz in seine Arbeit vertieft, Tomy Wigand. Seine 66 Jahre sieht man dem erfahrenen Profi dank cooler Basecap, sportlicher Figur und lässigem Dreitagebart auch auf den zweiten Blick nicht an. Direkt vor ihm steht der typische Regisseur-Monitor, den Wigand auch nach einem freundlichen „Hallo“ nicht aus den Augen lässt.

Erst mal ein Probebild

„Hier überblicke ich erst mal in der Totalen unsere nächste Szene“, erläutert er. Heißt: Die Kamera fängt probehalber zunächst ein breites Bild ohne große Details ein. Für Wigand wichtig, damit er Einstellungs- und Bildfehler erkennen kann, bevor die Kamera beim Hauptdurchlauf in die Tiefe schwenkt. Diesmal muss zum Beispiel noch mehr Staub aufgewirbelt werden, um das einfallende Licht passender in Szene zu setzen.

„Kommt zur Ruhe, Arbeitswege frei“, gibt schließlich Regieassistent Janis Skalieris deutlich hörbar für alle im verwinkelten Deidesheimer Rathaus den Countdown vor. Augenblicklich schließen die Mitarbeiter die große Eingangstür, und es wird mucksmäuschenstill. Obwohl vom Aufnahmeleiter über die Maskenbildnerin bis hin zum Tonmann etliche Mitwirkende in den Gängen neben dem Ratssaal stehen und sitzen. Mit einem bestimmten „Und bitte!“ gibt Regisseur Wigand schließlich den finalen Startschuss. Die Kameras laufen.

9000 Liter Wein einfach weg

Inhaltlich geht es in diesem Fall um eine Gerichtsverhandlung. Streitpunkt sind die rund 9000 Liter Wein, die der Familie Wader auf unerklärliche Weise abhanden gekommen sind. Die vorgeladene Weinkontrolleurin, der beschuldigte Kellermeister sowie zwei sachverständige Winzer sprechen selbstverständlich Dialekt.

„Der pfälzische Einschlag war uns sehr wichtig, um authentisch zu wirken“, betont Regisseur Wigand. Allerdings müsse es bei einem „Hauch von Pfälzisch“ bleiben, andernfalls hätten es TV-Zuschauer aus anderen Regionen Deutschlands später schwer, ergänzt er grinsend.

Weitere Serienteile geplant

Noch knapp zwei Wochen bleiben der Filmcrew derweil. Nach einem, so Wigand, „wunderschönen wilden Wingert in Diedesfeld“ und einer Sisha-Bar in der Neustadter Innenstadt (Wigand: „Eine baulich ähnliche gibt es in London“) geht es in den letzten Tagen noch nach St. Martin. „Danach folgen der Schnitt und direkt die Vorbereitung auf die nächsten Teile“, verrät der Regisseur. Ausstrahlungstermin der jetzt abgedrehten Folgen wird voraussichtlich im November sein.

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