Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neustadt: Die neue Patientenstimme im Hetzelstift

Richard Goob.
Richard Goob. Foto: Linzmeier-Mehn

Er ist der neue „Anwalt“ des Hetzelstiftes. Richard Goob aus Deidesheim soll als Patientenfürsprecher die Interessen der „Kunden“ des Neustadter Marienhaus Klinikums vertreten.

Paragraf 25 des Landeskrankenhausgesetzes sieht vor, dass der Stadtrat im Einvernehmen mit dem Krankenhausträger einen Patientenfürsprecher wählt. Richard Goob ist vom Hetzelstift vorgeschlagen worden. Der Stadtrat hat dem zugestimmt. Der Deidesheimer soll sich der Anliegen, Probleme, Beschwerden und Wünsche der Patienten annehmen.

Goob, Jahrgang 1952, ist ein ehrenamtlicher, externer und unabhängiger Ansprechpartner für Patienten im Hetzelstift. Bei ihm können Patienten und Angehörige Fragen, Sorgen und Nöte loswerden, die im Klinik-Alltag nicht die notwendige Beachtung gefunden haben. Seine Aufgabe ist es, sich darum zu kümmern. Manche Probleme wird er nach einer Aussage nicht lösen können, aber er will sie zumindest den zuständigen Personen vortragen.

Keine Plauderei am Krankenbett

„Wir haben natürlich im Haus ein Beschwerdemanagement“, sagt die Krankenhausoberin Birgit Käser, „aber wir können eben Missstände nur beheben, wenn wir davon auch Kenntnis haben.“ Patienten und Angehörige hätten oft Scheu, ihre Beobachtungen auf den entsprechenden Fragebögen zu notieren oder die Verantwortlichen anzusprechen. „Dabei gehen wir wirklich jeder Beschwerde nach und nehmen jeden konstruktiven Hinweis dankbar auf“, so die Oberin.

Richard Goob bereitet sich auf seine neue Aufgabe gründlich vor. Er fährt zu einer Fortbildung nach Berlin, bei der Grundlagen vermittelt und Erfahrungen mit anderen Patientenfürsprechern ausgetauscht werden. Auch der Krankenhausoberin ist wichtig, dass professionelle Standards befolgt werden. Hier gehe es nicht um eine verständnisvolle Plauderei am Krankenbett, sondern um handfeste Verbesserungen von Abläufen im Klinik-Alltag. „Manchmal haben auch einfach nur zwei Menschen aneinander vorbeigeredet“, erinnert sich Käser an einige Situationen.

Rederecht in den Gremien

Von der Aufnahme bis zur Entlassung könne in einem Krankenhaus viel passieren. „Wenn nach einer guten Operation die Pflege Mängel aufweist, wird sich der Patient nicht zufrieden über den Krankenhausaufenthalt äußern“, weiß Goob. Manche Patienten hätten auch Schmerzen, Trauer oder Ängste, seien unzufrieden oder wüssten nicht, wo sie sich beschweren könnten – für all solche Fälle sei der Patientenfürsprecher Ansprechpartner, der dann auch die verantwortlichen Personen für den Patientenservice, medizinische und ärztliche Belange oder die Seelsorge ansprechen könne. In vielen Gremien der Klinik habe er Rederecht.

Nach dem Ausscheiden seines Vorgängers Hans-Jürgen Zander im Januar 2019 übernimmt Goob nun die Aufgabe. Mit Einverständnis der Patienten vertritt er deren Anliegen gegenüber dem Krankenhaus und der zuständigen Behörde, berichtet in den zuständigen Gremien des Krankenhauses über seine Tätigkeit und legt jährlich einen Erfahrungsbericht vor, wobei er sich auch zur Verschwiegenheit verpflichtet hat.

Goob kennt sich aus. Neben und nach seiner Tätigkeit als Berufsschulfachlehrer hat er bereits andere ehrenamtliche Dienste geleistet, so als Nachbarschaftshelfer und Heimfürsprecher in der Kurzzeitpflege bei der Stiftung Bürgerhospital Deidesheim oder bei der Unterstützung und Begleitung älterer Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt.

Kontakt

Goob ist immer donnerstags von 14 bis 16 Uhr in Zimmer 567 im Bettenbau anzutreffen.

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