Neustadt
Neustadt: Bolz geht mit 33 Stimmen Vorsprung in Hambach durchs Ziel
Tatort Hambacher Marktplatz – der Krimi vor dem ARD-Tatort am Sonntagabend. Nach vier von sechs ausgezählten Stimmbezirken hat Gerda Bolz nur elf Stimmen Vorsprung. Die Briefwähler fehlen noch. Und sorgen dafür, dass sich die CDU-Amtsinhaberin mit 50,2 Prozent und einem Vorsprung von 33 Stimmen ins Ziel rettet.
Bei einer Wahlbeteiligung von 55,2 Prozent kam Bolz auf 1083 Stimmen, Bender auf 1050. Bei der Stichwahl vor fünf Jahren hatte sich Bolz mit 54 Prozent und einem Vorsprung von 144 Stimmen gegen Bender durchgesetzt.
Einträchtig standen die beiden Bewerber in den Minuten vor der Bekanntgabe des Ergebnisses auf dem Marktplatz beim Schwarzrotgold-Fest, lauschten der Kolping-Kapelle und hatten viel Spiel miteinander. Als Claus Schick, Ortsvorsteher von Lachen-Speyerdorf auf seinem Handy feststellt, dass das Endergebnis um 18.52 Uhr feststeht, war Ute Jausel, FDP-Stadtratsmitglied und Lebensgefährtin von Pascal Bender, die erste Gratulantin, die Gerd Bolz um den Arm fiel und gratulierte. Da musste sich selbst Bolz-Ehemann Michael hinten anstellen.
„Ich war total nervös die letzten Tage, was bin ich froh, dass ich die Wahl hinter mir haben und sogar gewonnen habe“, so der erste Kommentar der Gewinnerin. Die Wiederwahl schätzt sie viel höher ein als den Sieg vor fünf Jahren, als sie das erste Mal antrat. „Das ist das Votum der Bürger, die mir sagen, mach weiter so, es war gut, was du gemacht hast“, so Bolz, die betont, auch bei einer Niederlage gemeinsam mit Pascal Bender sich weiter für Hambach engagiert zu haben. „Das mit dem Pascal macht einfach total viel Spaß“, lobte sie ihren bisherigen Stellvertreter und Kontrahenten nach einem Wahlkampf, in dem keiner ein böses Wort über den anderen verloren habe.
Der Angesprochene sprach von einem großartigen Achtungserfolg, in der CDU-Hochburg Hambach nur knapp den Sieg verpasst zu haben. Und wenn er jemandem diesen Erfolg gönne, dann sei es Gerda Bolz, die er weiter unterstützen werde. Bolz gehört dem Hambacher Ortsbeirat seit 2005 an, Bender sogar seit 2004.
Ohne es zu wollen, hatte Bolz auf einmal ein Glas Bier in der Hand und meinte mit dem Kopf schüttelnd: „Ich soll auf einem Weinfest Bier trinken. Das gab es ja noch nie.“ Das Bier zu trinken war ihr dann aber doch lieber, als dass es nach Fußballermanier über ihrem Kopf ausgeschüttet worden wäre. „Schließlich wollen wir gemeinsam den Abend ganz gemütlich hier ausklingen lassen“, meinte Pascal Bender und stellte sich schützend vor „seine“ Ortsvorsteherin.
Trotz der Wahlschlappe bei den Stadtratswahlen stellt die CDU damit in fünf der neun Weindörfer den Ortsvorsteher oder die Ortsvorsteherin. Zwei Ortsteile sind an die Freien Wähler gegangen, einer an die SPD. In Duttweiler „regiert“ mit Kay Lützel ein parteiloser Kandidat. Neuer Vorsitzender des Innenstadtbeirates, der durch den Stadtrat ernannt wird, soll laut Oberbürgermeister Marc Weigel ein Freier Wähler werden, da die FWG die stärkste Fraktion stelle.
Einwurf: Die Bestätigung für Gerda Bolz
Wenn eine nur in Hambach aktive Politikerin den Vorsitzenden der Neustadter SPD und Oberbürgermeister-Kandidaten von 2017 hinter sich lässt, wenn auch nur mit einem Vorsprung von 33 Stimmen, dann muss sie in den vergangenen fünf Jahren vieles richtig gemacht haben. Gerda Bolz kann stolz auf diese Bestätigung sein. Und beiden Kandidaten ein großes Kompliment dafür, wie sie gemeinsam auftreten und weiter im Team agieren wollen.