Neustadt
Neues Restaurant am Cineplex: Was fürs Velvet geplant ist
Die großen, weißen Buchstaben über der Eingangstür sind abmontiert worden: Das „Oscar’s“ in der Louis-Escande-Straße ist damit endgültig Geschichte. Das Restaurant war im Sommer vergangenen Jahres nicht aus den Betriebsferien zurückgekehrt, Florian Wiedemann hatte die Leitung abgegeben. Die Filmtheaterbetriebe Spickert als Vermieter machten sich auf die Suche nach neuen Pächtern und wurden fündig: Seit Mitte Februar hat die „velvet Neustadt UG“ das Restaurant geöffnet, das nun „Velvet“ (zu deutsch: „Samt“) heißt.
Hinter der Unternehmergesellschaft stehen die Geschäftsführer Ashok Kumar Dangol und Viktor Heil. Die beiden kennen sich nach eigenen Aussagen seit mehr als 20 Jahren, sind privat, aber auch beruflich durch eine gemeinsame Arbeitsvermittlungsfirma verbunden. Dangol (52) ist ein erfahrener Gastronom und als Inhaber der Rothenbusch Klause und des Forsthauses Silbertal in Wachenheim etabliert. Heil (36) ist hauptberuflich als Vertriebsleiter bei Weinstrassen C C Großhandel tätig und kümmert sich um die Büroarbeiten im Velvet.
Burger, Bowls und Fingerfood
Die Eröffnung Mitte Februar hängten die Geschäftsmänner nicht an die große Glocke. „Wir erweitern das Angebot Stück für Stück, um Abläufe schnellstmöglich zu optimieren“, erklärt Heil. Das Konzept werde mit der Zeit angepasst, um ein möglichst großes Publikum über die Kinogäste hinaus anzusprechen, ergänzt Dangol. Das Restaurant mit seinen je 250 Innen- und Außensitzplätzen sei „ein tolles Objekt“, durch das Kino werde ein jüngeres, moderneres Publikum angezogen. Deshalb habe man sich für eine moderne Karte entschieden: Burger aus Angus Rindfleisch, Argentinisches Block House Rumpsteak, Salate, Bowls und Fingerfood stehen zur Auswahl, „kein 08/15“, wie Dangol betont. „Das A und O sind hochwertige Zutaten.“
Zum Start ist montags bis freitags von 16 bis 23 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Langfristig wollen Heil und Dangol die Zeiten ausweiten. Ein Mittagstisch unter der Woche sowie ein Frühstücksangebot stehen auf ihrer Ideenliste, ebenso wie eine Cocktailkarte und Grillfeiern im Sommer. Zudem sollen Räume für private Feiern und Firmenevents vermietet werden. „Wir wollen bei der Entwicklung ein offenes Ohr für die Wünsche der Gäste haben.“ Partys, wie man sie aus dem „Oscar’s“ kennt, soll es aber nicht mehr geben.
„Bürokratie verschärft Fachkräftemangel“
Die Suche nach Personal stellt auch das Velvet vor Herausforderungen: 18 Mitarbeiter inklusive der Aushilfen arbeiten derzeit im Restaurant, rund 25 werden nach Einschätzung der Geschäftsführer gebraucht. Hinzu kommen je zwei Auszubildende in Küche und Service. Die Nachfrage nach Arbeitsplätzen sei da, merken die Unternehmer in ihrer Arbeitsvermittlung, mit der sie unter anderem Servicemitarbeiter und Köche aus Indien und Nepal anwerben. „Die Bürokratie verschärft den Fachkräftemangel“, meint Dangol. „Die ausländischen Mitarbeiter erfüllen alle Kriterien, haben Sprachzertifikate und mehrjährige Berufserfahrung.“ Vereinfachungen greifen aus seiner Sicht nicht richtig, und es blieben viele Unsicherheiten für Arbeitnehmer und -geber, auch in Sachen Unterbringung der Arbeitskräfte in der Nähe.
„Wir suchen die Herausforderung“, sagt Dangol zur Übernahme des Restaurants im Gewerbegebiet. Sieben-Tage-Wochen und nur wenige Stunden Schlaf gehörten in der Gastronomie zum Alltag, „aber wir machen das jeden Tag mit Leidenschaft“.