Neustadt Neuer Unterbau für Gleise

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Die Bahnstrecke zwischen Neustadt und Haßloch wird saniert. Dazu muss ein zeitweise eingleisiger Betrieb eingerichtet werden. Ziel der Arbeiten ist, auf der Strecke zwischen Mannheim und Neustadt höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen.

Die Strecke ist Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke MannheimSaarbrückenParis, deshalb sollen Züge dort künftig bis zu 200 km/h fahren können. Bisher lag die Maximalgeschwindigkeit bei 160. Nach dem Umbau der Gleise zwischen dem Böbig und dem Neustadter Hauptbahnhof vor wenigen Wochen sowie der Sanierung des Streckenabschnitts zwischen Böhl-Iggelheim und Haßloch, ist jetzt der Abschnitt zwischen Neustadt und Haßloch dran. Um die Umbaumaßnahmen „unter dem rollenden Rad“ durchführen zu können, muss ein zeitweise eingleisiger Betrieb eingerichtet werden. Zwischen einer vorübergehend eingerichteten Überleitstelle „Hinkelweg“ und dem „Böbig“ wird derzeit eingleisig gefahren, was den Betrieb auf der pfälzischen Hauptstrecke nachhaltig erschwert. Derzeit werden neue Oberleitungsmaste gesetzt. Für die schwierigen Bauarbeiten, die auch eine Sanierung des Untergrunds verlangen, mietete die DB Netz AG zahlreiche Flächen an, um Baumaterialien lagern zu können. Der komplette Schotter muss ausgebaut werden, dann wird ein neuer Unterbau verlegt und das Gleis neu aufgebaut. Im ersten Abschnitt dauern die Bauarbeiten bis Ende Februar 2016. Da gleichzeitig auch noch im Bereich KaiserslauternEinsiedlerhof gebaut wird, hat die DB Netz den Aufgabenträgern mitgeteilt, dass sie ab dem Fahrplanwechsel am zweiten Wochenende im Dezember täglich zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens den Bahnbetrieb zwischen Mannheim und Homburg komplett einstellen wird – also auch den S-Bahnbetrieb. Darüber hinaus führen die verschiedenen Bauabschnitte immer wieder zu leichten Fahrplanveränderungen, die aber in die Fahrplanauskunftssysteme der Deutschen Bahn und des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) eingearbeitet sind. Neben der Gleiserneuerung zwischen Neustadt und Haßloch ist auch ein Bahnseitengraben zur Streckenentwässerung von rund 2056 Meter Länge und ein Entwässerungskanal von 933 Meter Länge erforderlich. Die Anlage eines neuen, etwa 3000 Meter langen Kabelkanals für die Signalkabel ermöglicht es, dass rund 34 Kilometer Signalkabel und 5,5 Kilometer Fernmeldekabel dort verlegt werden können. Neu eingebaut werden zwei Signale und sechs Achszähler, letztere vor allem um zu kontrollieren, ob jeweils der ganze Zug im nächsten Streckenabschnitt angekommen ist. Allein der erste Bauabschnitt wird rund 18 Millionen Euro kosten. Eigentlich hätte die Gesamtmaßnahme zwischen Mannheim und Saarbücken bereits im Jahre 2015 fertiggestellt sein sollen; jetzt wird als Enddatum das Jahr 2019 genannt. Die Fertigstellung einzelner Bauabschnitte bedeutet aber nicht, dass die Züge dann bereits 200 km/h fahren können. Dazu muss durchgehend ein neues Sicherungssystem auf der Strecke eingebaut sein und auch die Fahrzeuge müssen über entsprechende Technik verfügen. Ob dies bis zum Jahre 2019 der Fall sein wird, ist derzeit noch offen. Das neue System nutzen können voraussichtlich ohnehin nur die Fahrzeuge, die das deutsch-französische Tochterunternehmen der Deutschen Bahn und der französischen Staatsbahn, Alleo, auf der Achse Frankfurt–Paris einsetzt. Ob die anderen EC-Züge der Deutschen Bahn, die die Strecke nutzen, auch mit der neuen Technik ausgerüstet sein werden, ist noch offen. Derzeit verkehren fünf Zugpaare zwischen Frankfurt und Paris auf der Strecke über Saarbrücken, ab April 2016 werden es montags bis freitags nur noch vier Zugpaare sein. Zu diesem Zeitpunkt geht nämlich die Schnellfahrstrecke von Straßburg nach Paris in Betrieb, wobei die Reisezeit zwischen beiden Städten bei der schnellsten Verbindung auf eine Stunde und 48 Minuten sinkt. Der Weg zwischen Frankfurt und Paris ist somit via Straßburg um rund eine Viertelstunde schneller als durch die Pfalz – das kann mit den derzeitigen Baumaßnahmen nicht ausgeglichen werden. Bleibt abzuwarten, wie sich die Nachfrage in den Zügen durch die Pfalz entwickelt. (ws)

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