Neustadt
Neue Sitzbänke für den Klostergarten mit Botschaft
Kurz vor dem Zusammenfallen: So beschreibt Rektor Gerd Hemken den Zustand der alten Sitzbänke im Klosterpark. Es mussten neue her. Warum nicht gleichzeitig einen sozialen Zweck unterstützen? Hemken machte sich auf die Suche und wurde fündig: Die Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen der Heinrich-Kimmle-Stiftung bot stabile Sitzgelegenheiten aus Eiche an. Für 385 Euro könne man in vielerlei Hinsicht Gutes tun, auch wenn dies ein stolzer Preis sei, so Hemken. Doch dieser sei gerechtfertigt, die Bänke seien langlebig und regional produziert worden.
Um die Sitzgelegenheiten auch finanzieren zu können, rief der Klostervorsteher zu Spenden auf. Seine Bitte stieß auf offene Ohren und Herzen. Am Freitag wurden die 20 Spender und die Bänke bei einer kleinen Einweihungsfeier vorgestellt.
In Jugend Ministrant
Einer der Geldgeber ist Claus Weißenmayer aus Schifferstadt. Obwohl er rund 25 Kilometer entfernt wohnt, hat er doch viele Verbindungen zu Neustadt. Er arbeitet in Edenkoben und besucht regelmäßig ein Sportstudio in Neustadt. Dort lernte er auch Prior Hemken kennen. Der 53-jährige Weißenmayer, der in seiner Jugend als Ministrant in der Schifferstadter Kirchengemeinde St. Laurentius diente, unterstützt die Patres in den Gottesdiensten bei Lesungen und Fürbitten.
Seine Spende verbindet er mit einer leisen, politischen Botschaft. So spricht er von den vielen Ausgrenzungen, die immer noch in der katholischen Kirche vorhanden seien. Frauen, Geschiedene und Menschen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften seien noch immer von vielem ausgeschlossen.
Daher freut er sich über die Offenheit der Herz-Jesu-Brüder, seine Bank mit der Regenbogenfahne zu versehen, ein Symbol für Toleranz und Akzeptanz: „Dies soll für alle ein Platz zum Rasten sein, insbesondere für diejenigen, die in der Kirche einen Platz suchen und noch nicht gefunden haben oder ihn nicht finden dürfen“, steht nun auf einer Tafel. Weißenmayer hat seinen Platz gefunden und freut sich zurzeit besonders über die Gottesdienste im Freien: „Man ist dabei eins mit der Natur.“
Seit 2017 in Neustadt
Auch das Ehepaar Maria und Eckhart Seifert ist in der Vorderpfalz heimisch geworden. Vor drei Jahren zogen sie von Stuttgart nach Neustadt. „Es war Zufall. Wir suchten im Raum Heidelberg nach seniorengerechten Wohnungen. Ich habe zufällig den Begriff Pfalz in die Suchmaschine eingegeben“, erzählt Eckhart Seifert. So fand das Paar im neuen Quartier des GDA-Wohnstifts ein Zuhause. Die beiden Mittsiebziger waren in der alten Heimat in ihrer Kirchengemeinde engagiert, Maria Seifert spielte 40 Jahre in ihrer Gemeinde Orgel, ihr Mann war zweiter Vorsitzender im Stadtdekanatsrat.
Ihre neue geistliche Heimat fanden sie im Kloster. „Die Patres sind wunderbare Seelsorger und tolle Prediger. Sie pflegen einen besonderen spirituellen Umgang mit den Menschen“, lobt das Paar. In der aktuellen Corona-Phase bedient Maria Seifert die kleine Heimorgel bei den Freiluftgottesdiensten.
Einladung für alle
Für beide Christen ist wichtig, dass sie mit der gespendeten Bank auch das verbinden durften, was ihnen wichtig ist. So ist ihre Botschaft, die jetzt auf einer Tafel verewigt wurde: „Cäcilienbank. Für Träumende, für Sinnsuchende, für Frohgemute, für Alle.“ Besonders Letzteres ist den Seiferts wichtig. Denn nicht alle Menschen kämen frohen Mutes. Manche litten Kummer, Trauer und suchten Trost. Sie sollten sich eingeladen fühlen, auf der Bank Platz zu nehmen. Genau das war auch für die rund 20 weiteren Spender wichtig.