Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Kampagne startet: Zurückhaltende Fasnachter

Volle Hallen und ausgelassene Stimmung gab es für die Fasnachter zuletzt Anfang 2020. Unser Bild entstand in Meckenheim.
Volle Hallen und ausgelassene Stimmung gab es für die Fasnachter zuletzt Anfang 2020. Unser Bild entstand in Meckenheim.

Vor einem Jahr sorgte Corona für eine Zwangspause bei den Fasnachtern. Wie sieht es 2021 aus? Eine Umfrage wenige Tage vor dem Sart der Kampagne am 11. November zeigt: Einige Vereine wagen erste Schritte zurück zur Normalität, andere bleiben vorsichtig.

Wenn am 11. November der Startschuss zur „fünften Jahreszeit“ fällt, dann kehrt auch wieder ein Stück Normalität bei den Fasnachtsveranstaltungen zurück. Obwohl Corona noch nicht überstanden ist, erlauben die Impfungen und die neuen Pandemieregeln (2G oder 3G) zumindest einige Veranstaltungen.

„Für uns ist das der erste Schritt zurück, um wieder Fasnacht feiern zu können“, sagte Kevin Sauer, der Sitzungspräsident des Karnevalvereins 1840 Neustadt. Dabei macht er kein Geheimnis daraus, dass noch eine gewisse Zurückhaltung aufgrund steigender Corona-Zahlen bestehe. Daher werde die Eröffnung der Kampagne samt Schlüsselübergabe nur intern und im kleinen Kreis erfolgen. Eine Inthronisation des 75. Prinzen Valentino werde es nicht geben. „Wir haben uns entschieden, die Amtszeit von Juliana II. aufgrund der ausgefallenen Kampagne im vergangenen Jahr zu verlängern“, so Kevin Sauer. Dagegen seien eine öffentliche Prunksitzung am 15. Januar in der Festhalle Geinsheim und eine Veranstaltung an Altweiberfasnacht in der Festhalle Diedesfeld geplant – unter Einhaltung der 2G-Regel (geimpft, genesen). Nur 2G mache Maskenpflicht und Abstandsregelung entbehrlich und erlaube einen voll besetzten Saal. Sauer: „Wir wissen, dass die 2G-Regel nicht bei jedem auf Zustimmung stößt, aber es ist aus unserer Sicht ein erster Schritt zurück zur Fasnacht.“

Deidesheimer warten

Das sieht auch Dieter Braun, Vorstandsmitglied beim Karnevalclub Rot Weiß Lachen-Speyerdorf, so. „Wir planen derzeit die Eröffnung und Inthronisation am 13. November ab 19.11 Uhr in der Kulturhalle Lachen-Speyerdorf unter Beachtung der 2G-Regel“, sagt Braun. Dabei soll auch eine neue Prinzessin oder gar ein Prinzenpaar gekrönt werden, deutet Braun an. In den vergangenen beiden Jahren fungierte Martina I. als Tollität. Darüber hinaus habe man eine Prunksitzung für den 12. Februar terminiert. „Wir hoffen natürlich, dass die Pandemielage uns da nicht noch in der Quere kommt“, sagt Braun. Bestätigt sei der Termin allerdings noch nicht. „Wir mussten aber mit der Vorbereitung beginnen“, so Braun. Für ihn sei dabei klar, dass die Prunksitzung nicht mit denen der früheren Jahre vergleichbar sein werde. „Es wird ein verkürztes Programm sein.“

Da noch niemand eine Garantie aussprechen könne, plant der Karnevalclub 2000 Deidesheim aktuell keine Prunksitzungen in der Stadthalle. Bisher wurde lediglich die Kampagne-Eröffnung für die Mitglieder am 20. November terminiert. Das letzte Wort sei in Sachen Veranstaltungen aber noch nicht gesprochen. „Wir warten auf verbindliche Zusagen der Tourist Service GmbH hinsichtlich der Nutzung der Stadthalle“, sagt Ehrenpräsident Walter Egersdörfer. „Wir brauchen eine verbindliche Zusage, unter welchen Voraussetzungen eine Prunksitzung durchgeführt werden kann“, sagt Egersdörfer. Es sei wichtig, dass der Verein den kompletten Saal nutzen dürfe. „Wir müssen auch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten, da wir in der letzten Kampagne keine Einnahmen erzielen konnten.“ Für ihn sei die 2G-Regelung kein Weg zurück, so Egersdörfer. Der Ehrenvorsitzende des KC Deidesheim sieht darin eine Diskriminierung derjenigen, die sich nicht impfen lassen dürfen. Deshalb hofft er auf die 3G-Regel. Bisher liege von den Verantwortlichen der Tourist Service GmbH nur die Zusage für die Ausrichtung der Löwenfeier der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine am 9. Januar sowie für die Baden-Pfalzmeisterschaft im Männerballett am 11. und 12. März in der Stadthalle vor.

Haßlocher sagen ab

Zurückhaltung auch beim Karnevalverein Marlachfrösche Meckenheim: Die Eröffnung der Kampagne soll am 13. November nur im Kreis der Mitglieder stattfinden. Dort werde sich Lara I. als Tollität erneut vorstellen, sie habe für eine weitere Amtszeit zugesagt. Eine Schlüsselübernahme von Ortsbürgermeisterin Julia Kren sei nicht geplant. Ob es eine Prunksitzung geben wird, lässt Vorsitzender Stephan Münch offen. „Wir sind derzeit in der Planung für eine etwas andere und verkürzte Sitzung“, so Münch. Es soll ein Mix aus Büttenreden, Tänzen und Musik geben. Allerdings wolle der Verein, der die Sporthalle Meckenheim bereits für den 29. Januar reserviert habe, noch die nächste Corona-Verordnung des Landes abwarten, ehe die endgültige Entscheidung fällt. Klar sei: Es werde eine Weihnachtsfeier für die Mitglieder im Rathaus geben, und auch am Weihnachtsmarkt in Meckenheim beteiligen sich die Fasnachter mit einem Stand.

Der Haßlocher Carnevalverein (HCV) hat die Kampagne bereits abgesagt. „Da wir frühzeitig eine Planungssicherheit benötigen, haben wir bereits Ende Juni beschlossen, keine Veranstaltungen auszurichten“, sagte Michael Weimann. Der Vorsitzende begründet dies mit dem finanziellen Risiko durch die Anmietungen von Hallen sowie die Verpflichtung von Künstlern. Man lasse sich nur eine Hintertür offen: „Da in der aktuellen Situation einige Veranstaltungen zugelassen sind, werden wir prüfen, ob wir am Fasnachtswochenende zumindest etwas für die Kinder ausrichten können“, sagt Weimann. „Unser Männerballett-Turnier können wir aktuell aber auf keinen Fall ausrichten.“ Die Gruppen seien erst seit einigen Wochen wieder im Training und man habe noch keine Kostüme anfertigen können. „Unser Wunsch bleibt einfach, dass sich die allgemeine Lage deutlich verbessert und die Fasnacht dann wieder durchstarten kann“, meint Weimann.

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