Neustadt
Nach Feuer in Stadionbad-Nebengebäude: Wie geht es weiter?
Zwischen den Nebengebäuden vor dem Eingang zum Neustadter Stadionbad klafft seit geraumer Zeit eine Lücke. Ende Januar war dort ein Feuer ausgebrochen. „Der Abriss des Gebäudes wurde vollzogen“, sagt Holger Mück, Geschäftsführer der Neustadter Stadtwerke wie der Stadionbad GmbH. Letztere betreibt das Stadionbad und unterstützt mit den Stadtwerken die Fördervereine, die die Freibäder in Duttweiler, Hambach und Mußbach betreiben. „Das Gebäude wird wieder aufgebaut“, kündigt Mück an.
Die Kosten für den Abriss habe die Versicherung übernommen. Die Schadenshöhe stehe aber nach wie vor nicht fest, sagt der Geschäftsführer. In dem jetzt abgerissenen Eckgebäude hatte die Stadionbad GmbH die technische Ausrüstung für den Schwimmbadbetrieb gelagert. „Zum Beispiel Ersatz-Schleppschützen für den Hubboden“, informiert Holger Mück. Die Schleppschürzen verhinderten, dass jemand unter den Hubboden tauchen könne. Der Hubboden im 50-Meter-Becken sei vollkommen intakt, betont er. Nur wenn jetzt eine Schleppschürze defekt sei, „haben wir keinen Ersatz“.
Technischer Defekt
Bei dem Feuer, laut Mück ausgelöst von einem technischen Defekt, war nicht nur das Eckgebäude mitsamt gelagerter Ausrüstung beschädigt worden. Die Nebengebäude sind ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. „Löschwasser war eingedrungen“, weiß Holger Mück.
Im Nebengebäude, das zum Stadionbad hin liegt, sind die Taucher des STC Nautilus Neustadt zu Hause. „Bei uns ist es hauptsächlich ein Wasserschaden“, sagt Uwe Heigel, stellvertretender Vereinsvorsitzender. Neoprenanzüge im Wert von fast 19.000 Euro seien kaputt gegangen. Außerdem Zelte und eine Filmleinwand. Heigel: „Es ist ein größerer Schaden.“
Zehn neue Mitglieder pro Jahr
Die Neoprenanzüge stellt der Verein Neulingen zur Verfügung, die eine Tauchausbildung absolvieren. „Neulinge müssen für die Grundausbildung nichts mitbringen“, betont der stellvertretende Vorsitzende. Nicht jeder Tauchverein habe beispielsweise einen Kompressor, um Pressluftflaschen aufzufüllen. „Wir sind einer der best ausgerüsteten Tauchclubs in der Region.“ Und damit hat der STC auch kein Problem, neue Mitglieder zu gewinnen. „Wir haben einen so großen Andrang – wir nehmen nur zehn neue Mitglieder pro Jahr auf.“ Es gebe sogar eine Warteliste. Im Moment habe der Club knapp über 150 Mitglieder. Sogar welche, die in Viernheim lebten.
Weil nicht nur Neulinge in der Grundausbildung lernten, sondern auch Fortgeschrittene sich unter Umständen bis zur höchsten Stufe, bis zum Tauchlehrer ausbildeten, „haben wir im Schnitt pro Jahr immer 20 Leute in der Ausbildung“. Weil das Clubheim mit dem Brandschaden für den Theorieunterricht nicht zur Verfügung stehe, habe die Kirrweilerer Firma Laus ihnen Räume bereit gestellt, sagt Heigel dankbar für die Unterstützung. Der Technikraum hingegen sei „zum Glück“ nicht von Feuer oder Löschwasser beschädigt worden. Heigel: „Wir können unseren Kompressor nutzen.“
Container als Lager
Ihre restliche Ausrüstung lagerten sie im Moment in einem Container, der auf dem Schwimmbadgelände aufgestellt sei. „Das komplette Dachgeschoss wurde entkernt“, erzählt Heigel von den Schäden im Clubheim. „Boden, Wände, Decke, Einbauküche – alles ist weg.“ Eventuell müsse noch die Wand, die ans Eckgebäude gegrenzt habe, rausgerissen werden, „weil das Gebälk verkohlt ist“. Was die Gesamtschadenshöhe angehe, „haben wir noch keinen Ausblick, wo es hingeht“. Erst wenn das Gebäude komplett hergerichtet sei, „fangen wir an, nach und nach die Sachen zu ersetzen“.
Ähnlich sieht es in der DLRG Neustadt aus, die ihr Clubheim in Richtung Bundesstraße liegen hat. Wie Nautilus steht auch der DLRG ein Container auf dem Schwimmbadgelände zur Verfügung. „Wenn wir wieder Lagerkapazitäten haben, werden wir nach und nach neue Ausrüstung beschaffen“, sagt die Vorsitzende Ines Rudorf. Sie hätten viel wegwerfen müssen. Rudorf: „Wir hatten auf dem Dachboden Sanitätsrucksäcke, Reanimationspuppen zum Üben und Einsatzkleidung.“ Ein paar Dinge wie Pulssensoren für den Wettkampfbereich, „um die Leistungsfähigkeit der Schwimmer festzustellen“, und einen Sanitätsrucksack hätten sie sich schon besorgt. „Den Rest müssen wir nach und nach beschaffen.“ Im Clubheim müsse sich die DLRG außerdem wieder eine Küche einrichten. „Wir müssen aber abwarten, bis wir wieder ins Clubheim können“, sagt Ines Rudorf, die die Schadenshöhe ebenfalls noch nicht beziffern kann. „Bis dahin müssen wir geduldig sein.“ Uwe Heigel hofft, dass sie es schließlich wieder so hergestellt bekommen, „wie es war“. Holger Mück schätzt derweil den eventuellen Zeitplan für den Wiederaufbau so ein, „dass es bis allerspätestens im Frühjahr so aussieht, als wäre nichts geschehen“.