Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Mußbach: Jürgen Keddigkeit spricht im Herrenhof über die „Ludwigsbahn“

Zeugnis der Pfälzer Eisenbahngeschichte: der Tunnel der „Ludwigsbahn“ bei Frankenstein
Zeugnis der Pfälzer Eisenbahngeschichte: der Tunnel der »Ludwigsbahn« bei Frankenstein . Archivfoto: view

Im letzten Vortrag des Jahres in der Reihe „Lebendige Pfalz in Geschichte(n)“ spricht Jürgen Keddigkeit am Sonntag, 8. Dezember, im Herrenhof über die „Ludwigsbahn“ und zeigt auf, dass der Schienenweg Hochspeyer – Neustadt, der heute eher rückständig wirkt, zur Erbauungszeit in den 1840er Jahren eine eisenbahntechnische und wirtschaftspolitische Pioniertat war.

NEUSTADT-MUSSBACH. Vorausgegangen war in Bayern 1835 die Eröffnung der ersten deutschen Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth. Die Pläne zu einem privaten pfälzischen Eisenbahnprojekt von der „Rheinschanze“ – 1865 in Ludwigshafen umbenannt – zum Bexbacher Kohlenrevier wurden nicht von bayerischen Politikern, sondern von pfälzischen Kaufleuten und Industriellen wie Ludwig von Gienanth und die Eigner der Kohlengruben vorangetrieben. Woraufhin König Ludwig I. von Bayern 1837 die Gründung einer Aktiengesellschaft zum Bau einer „Rheinschanz-Bexbacher Eisenbahn“ anregte, die 1838 tatsächlich gegründet wurde.

Trotz immenser technischer Schwierigkeiten – Bau von Brücken, Tunnels und Dämmen – gelang es dem bayerischen Straßenbauingenieur Paul Camille Denis, bis 1849 die letzte Lücke zwischen Neustadt und Frankenstein zu schließen. Die nach König Ludwig I. benannte Strecke wurde später von Schifferstadt nach Speyer und von Zweibrücken nach Homburg erweitert – und war die „Initialzündung“ zur Industrialisierung der Pfalz. Die 1844 gegründete „Pfälzische Ludwigsbahn-Gesellschaft“ wurde zu einem bedeutender Arbeitgeber, und selbst in kleineren Gemeinden entstanden damals entlang der Strecke wichtige Industriebetriebe, die zum Teil bis heute existieren. Da die Ludwigsbahn für den Fernverkehr immens wichtig war, wurde sie ab 1960 elektrifiziert, erklärt Keddigkeit.

TERMIN

Jürgen Keddigkeit spricht am Sonntag, 8. Dezember, um 11.15 Uhr im Festsaal des Herrenhofs Mußbach über „Die Ludwigsbahn – ein wirtschaftliches, politisches und technisches Wagnis in der Mitte des 19. Jahrhunderts“. Der Eintritt ist frei.

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