Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Mußbach: Am Bahnhof werden Arztpraxen und Wohnungen gebaut

Dieses Areal soll bebaut werden.
Dieses Areal soll bebaut werden.

Die Pläne für die Bebauung der früher gewerblich genutzten Flächen westlich des Mußbacher Bahnhofs machen Fortschritte. Wenn alles gut läuft, könnte gegen Jahresende mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Auf der rund 1,5 Hektar großen Fläche waren früher ein Raiffeisen-Warenlager, ein Flaschenbetrieb und ein kleiner Teil wurde von der Deutschen Bahn genutzt. Etwa 30 Prozent der Fläche gehören der VR Bank Mittelhaardt. Die anderen 70 Prozent sind im Besitz der Stadt, die bereit ist, ihr Gelände an die VR Bank zu verkaufen. Über eine Bebauung der brach liegenden Fläche wird seit Jahren diskutiert.

Nun will die VR Bank Mittelhaardt auf dem Gelände vier Mehrfamilienhäuser, zwei Gebäude für Gewerbe und Wohnen und 16 Reihenhäuser bauen. Als Bauträger wurde das in Kaiserslautern ansässige Bauunternehmen F. K. Horn beauftragt. Der westliche Teil des Geländes soll als allgemeines Wohngebiet, der Rest als Mischgebiet ausgewiesen werden.

„Großartige Entwicklung“

Dieses Vorhaben bringe eine „großartige Entwicklung für Mußbach und den ganzen Neustadter Norden“, betonte Ortsvorsteher Dirk Herber (CDU) am Mittwochabend in der Sitzung des Ortsbeirats. Nicht nur, weil Wohnungen entstehen, sondern vor allem, weil durch das Vorhaben die medizinische Versorgung für den nördlichen Bereich von Neustadt und Teile der Verbandsgemeinde Deidesheim gesichert werde. Die beiden Gebäude für Gewerbe sind vorrangig für medizinische Praxen gedacht.

Diese beiden Gebäude sollen direkt an der Bahnlinie gebaut werden. Erdgeschoss, erstes und zweites Obergeschoss sollen als Praxen oder Büros genutzt werden. Im Dachgeschoss ist jeweils eine Wohnung vorgesehen. Die in Mußbach und Gimmeldingen ansässige Arztpraxis Klug und Benker sowie die Mußbacher Zahnärztin Weiß haben Interesse, mit in die Neubauten umzuziehen. Wie Herber berichtete, seien für Juni Gespräche mit den Ärzten geplant, so dass die Praxen nach deren Wünschen gestaltet werden könnten. Außerdem solle mit weiteren Ärzten und medizinischen Dienstleistern Kontakt aufgenommen werden. Eine Apotheke sei ebenfalls vorgesehen.

Reichen die Parkplätze?

Zwischen den beiden Gebäuden ist eine Straße für die Erschließung des Gebiets geplant. Hinter den beiden Gewerbe-Gebäuden sollen zwischen Kurpfalzstraße und der Straße Am Hasenstein vier viergeschossige Mehrfamilienhäuser gebaut werden. In einem der Gebäude sind acht, in zwei Häusern jeweils zehn und in einem Gebäude zwölf Wohnungen vorgesehen. Zwischen Bahnlinie und Am Hasenstein sollen 16 sogenannte Galeriehäuser gebaut werden – das sind Reihenhäuser, bei denen die Reihe jeweils nach vier Gebäuden unterbrochen wird.

Grundsätzlich bewerteten Vertreter von CDU, FWG und SPD das Vorhaben positiv. Allerdings monierten FWG-Fraktionssprecher Bernd Riede, Wolfgang Buchert (FWG) und SPD-Fraktionssprecher Ludwig Buchert, dass zu wenige Parkplätze vorgesehen seien. Riede sagte, dass die Anzahl der Parkplätze für die Praxen und Wohnungen nicht reiche. Außerdem forderte er, 30 öffentliche Parkplätze zu schaffen. Auch Wolfgang Buchert und Ludwig Buchert verlangten öffentliche Parkplätze. „Wo sollen die hin?“, fragte Herber. Es sei nicht Aufgabe eines Bauträgers öffentliche Parkplätze anzulegen.

Geht es Ende des Jahres los?

Die für einen Bebauungsplan erforderlichen Prüfungen und Untersuchungen sind bereits alle erfolgt. Herber verwies darauf, dass das Gelände ökologisch aufgewertet werde.

Bei der ersten Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs waren Änderungsvorschläge eingegangen, vor allem zur Entwässerung. Nachdem die nun in die Planung aufgenommen wurden, soll der Entwurf erneut öffentlich ausgelegt werden. Wenn keine großen Änderungsvorschläge kommen, könne der Bebauungsplan im Herbst Rechtskraft erlangen, so Herber. Unmittelbar danach könne der Bauantrag gestellt werden.

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