Neustadt Mit Augenzwinkern
Hassloch. „Face it – Sie schauen dich an“, lautet der Titel der nächsten Ausstellung in den Räumen der Galerie Ermità in Haßloch. Doch damit ist nur ein Teil der Arbeiten charakterisiert, den die in Gimmeldingen lebende Künstlerin Christiane Drewes-Wright hier ab Samstag präsentiert.
Schon früh war ihr Kunst sehr wichtig. Sie belegte Kurse bei Georg Heieck in Ludwigshafen. Dann jedoch entschied sie sich für eine Ausbildung als Goldschmiedin an der Kunst- und Werkschule in Pforzheim und arbeitete auch als Schmuckdesignerin, aber immer auch parallel als Malerin. Sie pendelt zwischen ihren Wohnsitzen in England und Gimmeldingen. Hat am Kensington und Chelsea College in London Aktzeichnen und Malerei studiert und besucht auch weiterhin immer wieder Kunst-Workshops in England und auch in Irland. In ihren Bildern schwankt Drewes-Wright zwischen farbigem Schwelgen und monochromer Zurückhaltung. Irgendwie scheint sie sich noch nicht ganz entschieden zu haben. Sie ist auf der Suche. Stilistisch, malerisch, inhaltlich. Für Drewes-Wright ist dies ganz unproblematisch. Sie sieht diese Fülle als Möglichkeit, als Chance und meint, sie müsse sich ja auch nicht entscheiden. Für den Betrachter allerdings nicht ganz einfach. Hinzu kommt die viel zu enge Hängung und die uneinheitliche Rahmung in der Haßlocher Galerie. Die Künstlerin zeigt auch viele Zeichnungen, flüchtige Skizzen, die sie als sehr wichtig erachtet. Viele davon sind als Übungen oder Vorarbeiten die für große Ölgemälde entstanden. Drewes-Wright arbeitet mit klassischen Malmaterialien. Mit Ölfarben, mit Gouache, mit Kohlestiften. Auch die Themen sind oft ganz traditionell. Dann kommt aber ein raffiniertes Augenzwinkern hinzu. In einem großen Ölgemälde stehen Adam und Eva nackt und etwas linkisch mit zu großen Füßen vor dem Apfelbaum. Adam weiß offensichtlich nicht, was er tun soll. Eva hat sich schon mal zwei Äpfel gesichert und blinzelt hinter einer Haarsträhne hervor, die ihr ein Auge verdeckt. Lebensgroße Gesichter, Porträts, sind expressiv in ihrer Farbigkeit und ihrem Ausdruck. Die Augen manchmal geschlossen, manchmal mürrisch oder auch ganz wohlwollend freundlich. Direkt daneben zwei Landschaften – Blick von Gimmeldingen aus. Die Rebzeilen spiegeln das herbstliche Licht, welches sich wie ein Wasserfall in die Rheinebene gießt. Viel abstrakter sind dagegen Landschaften aus England. Aber immer sind die Wolken als weiße Höhungen ein wichtiger Teil. Auch die Schafe inmitten saftig grüner Wiesen sind wie weiße Wolken aufgetragen. Rote Schatten sind die aufgemalten Besitzermarken auf den Fellen – ähnlich dem Abendrot am Himmel hinter dem weißen Wolkenschleier. Die Ausstellung Die Ausstellung mit Werken von Christiane Drewes-Wright wird morgen, Samstag, um 17.30 Uhr in der Galerie Ermità, Langgasse 58, in Haßloch eröffnet. Sie läuft bis 22. Dezember. Öffnungszeiten: freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr.