Neustadt Milch und Kekse für Weihnachtsmann

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Neustadt. Bei Familie Golubic geht es an Weihnachten mitunter turbulent zu – gefeiert wird mit der Großfamilie. Der 38-Jährige, Wasserball-Trainer des Bundesligisten SC Neustadt, seine Frau Suzana sowie seine drei kleinen Söhne Leo, Tin und Noa treffen sich mit ihren kroatischen Verwandten. Und gerade die Kleinen halten dabei den Papa auf Trab.

Davorin Golubic hatte in diesem Winter alle Hände voll zu tun. Er ist es zwar gewohnt, als Trainer eine Horde junger Männer zu bändigen, aber zu Hause stößt der ruhige, besonnene Kroate auch manchmal an seine Grenzen. Nämlich dann, wenn seine drei Jungs daheim auf ihren Papa einstürmen. Zugegeben: Leo, der Jüngste, ist mit seinen zehn Monaten noch nicht zum „wilden Kerl“ geworden. Aber der vierjährige Tin und der zweijährige Noa wissen schon ganz genau, was sie wollen. Nämlich spielen. Davorin Golubic unterstützt seine 39-jährige Frau Suzana, wo er nur kann. Und Tage, an denen drei Jungs, die auf einen Schlag einen grippalen Infekt bekommen, können schon richtig anstrengend werden. Wie gut ist es in solchen Fällen, dass Golubic meist am Vormittag und frühen Mittag Zeit findet, seiner Frau zu helfen. Vor Weihnachten ist es bei den Wasserballern etwas ruhiger geworden. Die Spielpause bis zum Jahresbeginn nutzen dann nicht nur die SCN-Spieler, die aus anderen Ländern kommen, zur Heimreise, sondern auch Familie Golubic. Sie macht sich im Auto auf den Weg nach Zagreb. Die Adventszeit in Neustadt haben sie stilgerecht begangen. Am Adventskranz leuchten echte Wachskerzen. „Der Kranz steht so, dass die Kinder nicht hinfassen können“, betont Golubic. Seit dem ersten Adventssonntag gibt es schon einen Tannenbaum in der Wohnung. Aus Sicherheitsgründen mit elektrischen Kerzen. Das Wichtigste für seine Kinder sei aber der Adventskalender. Dort seien sie jeden Morgen nach dem Aufstehen zuerst hingestürmt, erzählt der Wasserball-Coach. Zu Hause hören die Söhne dazu gerne CDs mit modernen Weihnachtsliedern. In Zagreb treffen sich bei den Großeltern auch die Brüder von Golubic. Ein gerade neugeborener Neffe, nur sechs Wochen alt, ist ebenfalls dabei. Zusammen, auch mit Golubics Söhnen, wird dort der Weihnachtsbaum geschmückt. Traditionell werde an Heiligabend wenig gegessen. Kroatien sei ein katholisches Land, und man esse an diesem Tag kein Fleisch. Jedes Jahr gibt es am 24. Dezember „Bakalar“, eine Art dickflüssige, fein gewürzte Fischsuppe mit Kabeljau, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch. „Essen spielt an diesem Tag keine so große Rolle. Was zählt, ist das Zusammensitzen, Erzählen, Spielen mit den Kindern“, betont Golubic. Weil seine Eltern ein großes Haus haben, schlafen dort alle Besucher. Die Kinder dürfen vor dem Schlafengehen Milch und Kekse vor die Tür stellen. Eine Gabe für den Weihnachtsmann, der über Nacht die Geschenke bringt. Anders als bei den meisten Familien in Deutschland findet die Bescherung also nicht an Heiligabend statt. Erst am ersten Weihnachtsmorgen, beim Aufstehen, finden die Kinder ihre Päckchen. Golubic ist wichtig, dass seine Söhne nicht mit Gaben überhäuft werden. „Zu viele Geschenke machen das Fest uninteressant“, meint er. An Heiligabend wird gemeinsam gesungen. „Alle bekannten deutschen Weihnachtslieder gibt es auch auf Kroatisch“, erzählt der Wasserball-Trainer. Weil die Heilige Nacht für alle in der Großfamilie „eine lange Nacht“ wird, schlafen die Kinder am Nachmittag eine Runde. Davorin Golubic sagt es nicht, aber man sieht es ihm an, dass er denkt: „Hoffentlich klappt das auch mit dem Mittagsschlaf ...“ Denn schließlich müssen heute alle lange durchhalten. „Die Jungs sind an diesem Abend ziemlich aufgedreht“, weiß der Familienvater noch gut aus dem Vorjahr. Da beruhigt es seine drei Söhne auch wenig, dass sie für den Weihnachtsmann ihre kleine Gabe vor die Tür stellen. Denn die Jungs würden am liebsten die ganze Zeit die Pforte beobachten, um zu sehen, was in dieser hochheiligen Nacht noch alles passiert ...

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