Neustadt Medaillenmotiv

Wie in all den Jahren zuvor ist auf den Siegermedaillen der Weinstraßen-Schwimmwettkämpfen ein historisches Gebäude in Neustadt oder ein alter Brunnen zu sehen. Diesmal hat der frühere Wasserball-Trainer des SC Neustadt, Peter Jacqué, das Bürgerspital in Branchweiler ausgesucht. „Es ist das erste Mal, dass wir ein Motiv aus einem Stadtteil nehmen“, erzählt er. „Es gibt noch schöne Motive in Neustadt, aber die wichtigsten Sachen haben wir erledigt.“ So hatte der SCN in der Vergangenheit Brunnen und alte Villen auf seinen Medaillen gezeigt. Mit einem Schmunzeln erzählt Peter Jacqué, dass man ihn vereinsintern auch schon darauf angesprochen habe, mal ein Motiv aus einem Neustadter Ortsteil zu wählen. Das ehemalige Spitalgebäude im Branchweilerhof liegt laut Denkmaltopographie zwei Kilometer östlich des Stadtkerns an einer Straße, die im 19. Jahrhundert Alte Römerstraße geheißen hatte. Von Mitte des 17. bis ins 20. Jahrhundert handelte es sich um einen Landwirtschaftshof – gegründet worden ist er 1275. Spätestens ab 1671 ist der Hof von Mennoniten bewirtschaftet worden. Auf Betreiben des Domdechants (Dekans) Albert von Mußbach ist das Spital mit pfalzgräflicher Unterstützung von Ludwig II. gegründet worden. Seit 1276 war es unter päpstlichem Schutz und spätestens ab 1277 in Betrieb. Ende des 16. Jahrhunderts wurde mit einem Ausbau die Grundform des heutigen Hofs geschaffen. Um 1700 sind die im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörten Wirtschaftsgebäude wieder aufgebaut worden. 1700 bis 1773 gehörte der Hof Jesuiten, nach weiterem Zuzug von Mennoniten wurde der Hof in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts weiter ausgebaut. (sab)