Neustadt
Meckenheim/Haßloch: Wasserleitung für Beregnung in der Südpfalz tangiert auch Vorderpfalz
Ein Wasserturm, der bei Meckenheim zur Verbesserung der Beregnungsmöglichkeiten gebaut werden soll, soll kreativ gestaltet werden. Als „Hingucker“ könnte er schon von der Autobahn aus auf die Gemüse- und Weinbaugemeinde hinweisen, schlägt der Meckenheimer Gemeinderat vor.
Der Turm gehört zur Planung des Wasser- und Bodenverbands zur Beregnung der Vorderpfalz (Mutterstadt). Dieser will über eine Hauptzubringerleitung die Südpfalz mit Beregnungswasser aus dem Altrhein erschließen. Später soll über eine Abzweigung auch der Raum Haßloch erschlossen werden. Bisher basiert die Wassergewinnung in der Südpfalz auf lokalen Brunnen. Eine weitere Steigerung der Grundwasserentnahme sei jedoch kaum mit den Zielen des Naturschutzes zu verbinden, erläutert die Verwaltung.
Der Wasserturm, der für einen Druckausgleich in der Leitung sorgen soll, ist in der Nähe der A 65, zwischen den Abfahrten Haßloch und Deidesheim auf Meckenheimer Gemarkung geplant. Von der Südgrenze der Ortsbebauung Meckenheims ist der Standort etwa 1,6 Kilometer entfernt. Der Durchmesser des Turms soll zwischen zehn und fünfzehn Metern, die Höhe bei 33 Metern liegen. Daher sei von einer Fernwirkung auf das Orts- und Landschaftsbild Meckenheims auszugehen, so die Verwaltung.
Keine grundsätzlichen Bedenken
Die Gemeinde Meckenheim hat gegen die Pläne keine grundsätzlichen Bedenken. Für unabdingbar wird aber angesehen, dass der Ort frühzeitig an den Planungen zu Gestaltung und Dimensionierung und zum genauen Standort des Bauwerks beteilgt wird. Das ist in der Zustimmungserklärung der Gemeinde festgehalten.
Die Erklärung wurde als Eilentscheidung eingereicht, da bei dem Genehmigungsverfahren Fristen eingehalten werden mussten. Ortsbürgermeisterin Julia Kren informierte jedoch vorab die Fraktionen. Deren Anregungen wurden in die Stellungnahme der Gemeinde, die bis 4. Oktober eingereicht werden musste, aufgenommen. Neben der Mitbestimmung von Gestaltung und Standort des Wasserturms fordert die Gemeinde, dass die zwischen dem Bestands- und dem Planungsgebiet liegenden Weinbergsflächen in das Beregnungsgebiet aufgenommen werden. Zudem soll ein Sachverständiger die Entschädigungsleistungen für die betroffenen landwirtschaftlichen Flächen bewerten.
Kritik an Verfahren
„Die Bauern- und Winzernschaft begrüßt die geplante Maßnahme“, betonte Manfred Ohler (FWG) in der jüngsten Ratssitzung. Damit sprach er im Sinne des gesamten Gemeinderats. Friedrich Müller (FWG) bezeichnete das Projekt ebenfalls als „positive Sache“, störte sich jedoch daran, dass das Thema als Eilentscheidung behandelt wurde: „Das ist nicht akzeptabel!“ Dem stimmte auch der Beigeordnete Kai Feil (CDU) und Beate Wagner (SPD) zu. Es sei sehr löblich, dass die Bürgermeisterin hier sofort die Fraktionen mit einbezogen habe, lobte Heiner Schwartz (SPD).
Wichtig sei, dass mit einer möglichen Einbeziehung der Weinberge auch die Meckenheimer Betriebe von der Maßnahme profitieren können, betonte Feil.
Die getroffene Eilentscheidung wurde vom Gemeinderat einstimmig angenommen. Von der geplanten Maßnahme wird auch die Gemeinde Haßloch betroffen.