Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Markus Sell: „Weiteres Lokal würde uns guttun“

Maikammer aus der Vogelperspektive.
Maikammer aus der Vogelperspektive.

Interview: Seit gut vier Monaten ist der SPD-Mann Markus Sell Ortsbürgermeister in Maikammer. Den Übergang bezeichnet er im Gespräch mit Kathrin Keller als reibungslos. Und welche Projekte stehen in diesem Jahr an?

Herr Sell, wie fühlen Sie sich im neuen Amt als Ortsbürgermeister nach den ersten Monaten?
Gut! Ich bin in den Themen voll drin. Was jetzt neu ist, ist der Haushalt.

Wie empfinden Sie denn die Arbeitsbelastung? Maikammer ist ja keine ganz kleine Gemeinde.
Die Arbeitsbelastung ist tatsächlich hoch. Nach meinem „normalen“ Job bin ich jeden Tag ab 14, 15 Uhr mit meinen Aufgaben als Bürgermeister beschäftigt. Das ist nur möglich, weil mein Arbeitgeber mitspielt, und ich meine Arbeitsstunden reduzieren konnte. Ansonsten würde es nicht funktionieren.

Hatten Sie sich das so vorgestellt?
Ja, schon. Es sind aber noch mehr Termine, als ich dachte. Wobei ich hoffe, dass manches im Laufe der Zeit auch schneller geht, weil es zur Routine wird. Im Moment ist ja vieles noch neu, und ich muss oft nachfragen.

Wie hat der Übergang geklappt?
Das lief reibungslos. Die Verwaltung unterstützt mich sehr.

Markus Sell
Markus Sell

Nun wird ab Sommer das Rathaus saniert und muss dann auch geräumt werden. Wo wird Ihr Büro sein?
Wahrscheinlich werde ich einen Raum im Bürgerhaus bekommen. Ich brauche das Büro aber nur, wenn mich jemand sprechen will. Ansonsten bin ich online unterwegs.

Wo werden die Ratssitzungen stattfinden?
Ich gehe davon aus, dass das im Bürgerhaus sein wird. Da waren sie auch schon während der Pandemie. Ansonsten gibt es keine Möglichkeiten, das Rathaus wird komplett leer geräumt.

Ein großes Thema in Maikammer ist der Tourismus. Nun soll seit einigen Jahren ein Hotel in der Nähe des Kreisels gebaut werden. Getan hat sich bisher aber nichts.
Mein Stand ist, dass der Investor, die Speeter GmbH aus Bornheim, noch immer keinen Betreiber hat. Von Seiten der Verwaltung ist alles vorbereitet, die baurechtlichen Voraussetzungen liegen vor.

Was bedeutet das für die Gemeinde?
Ich gehe davon aus, dass Gäste abwandern aufgrund der Bettenknappheit in Maikammer. Auch die Ferienwohnungen sind im Sommer gut ausgelastet. Ich werde nochmals das Gespräch mit dem Investor suchen, weil die Frage die Bevölkerung ja interessiert. Das Projekt war in der Planungsphase ja heiß diskutiert. Es würde der Gemeinde auch guttun, ein weiteres gastronomisches Angebot zu bekommen.

Ein solches wünscht die Gemeinde sich auch am Marktplatz in der ehemaligen Sparkassen-Filiale. Wie ist da der Stand der Dinge?
Die Gemeinde hat sich gegen einen Kauf entschieden. Es gab im Dezember eine Begehung, und danach hat der Rat beschlossen, die Räume nicht zu kaufen. Es geht ja bei dem Gebäude nur um das Erdgeschoss und den Keller, das Obergeschoss ist in Privatbesitz.

Wie ist der Stand der Dinge beim E-Carsharing? In Maikammer soll ja eine Sharing-Station der Firma Deer GmbH entstehen.
Die Verträge sind unterzeichnet, und ein Standort ist auch gefunden. Das wird vor der VR-Bank sein. Die Gemeinde muss noch die Fundamente für die Lade-Station stellen, aber das ist im Werden.

Gibt es was Neues in Sachen Apotheke?
Von Seiten der Gemeinde gibt es da nichts zu klären. Mein Kenntnisstand ist, dass die Firma Uhl noch im Gespräch ist mit der Kreisverwaltung.

Maikammer gehört zu den gut betuchten Gemeinden. Wie sieht es aktuell aus bei den Finanzen?
Wir haben gerade erst angefangen mit der Aufstellung des Haushalts. Aber so, wie es aussieht, können wir ihn ausgleichen. Was sich negativ auswirkt, sind die Erhöhungen der Umlage von Kreis und Verbandsgemeinde.

Wie sieht es aus mit der Grundsteuer?
Der Rat hat beschlossen, die Hebesätze so zu lassen, wie sie sind. Insgesamt ist bei dem Thema noch Bewegung drin, weil es noch Änderungen bei der Gesetzgebung geben kann. Falls sich dadurch negative Auswirkungen ergeben, werden wir reagieren. Aber derzeit ist das nicht geplant. Wir haben durch die Grundsteuerreform nicht weniger Einnahmen als vorher.

Welche Projekte stehen in diesem Jahr an?
Ein großes Thema ist der Umbau der Kita. Da ist demnächst eine Begehung, dann geht es an die Baugenehmigung und an die Realisierung. Es soll noch in diesem Jahr losgehen. Wir setzen ja praktisch ein Geschoss auf das Gebäude drauf.

Wie entwickeln sich die Zahlen im Kindergarten?
Alle unsere Kitas sind gut besucht. Die kommunale Kita ist schon vierzügig, aber die Mensa ist zu klein. Deshalb wollen wir einen Gruppenraum zur Mensa umgestalten und den Gruppenraum nach oben verlagern.

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