Neustadt Mandelblütenfest: Wetteraussichten machen Terminfindung schwierig

Eine sonnige Woche liegt hinter uns – was sich auch an der Mandelblüte in Mußbach bemerkbar macht. RHEINPFALZ-Leser Ulrich Mülle
Eine sonnige Woche liegt hinter uns – was sich auch an der Mandelblüte in Mußbach bemerkbar macht. RHEINPFALZ-Leser Ulrich Müller hat diese Aufnahme gemacht.

Das Mandelblütenfest könnte nächstes Wochenende stattfinden – am Sonntag muss das Festkomitee über den Termin entscheiden. Wie sind die Wetteraussichten?

„Das wird für das Festkomitee nicht einfach“, sagt Christian Müller, Wetterexperte von Klima Palatina in Maikammer. Am Sonntag werden die Verantwortlichen aus Gimmeldingen und der Stadtverwaltung mit den örtlichen Winzern wie in den letzten Wochen über den Termin für das Mandelblütenfest 2025 beraten. Er wird traditionell nach dem Blütenstand an den Mandelbäumen ausgerichtet. Fällt die Entscheidung positiv aus, startet am Mittwoch darauf der Ausschank und am folgenden Wochenende das Fest, das jedes Jahr mehrere Zehntausend Besucher in das 2317-Einwohner-Weindorf lockt. „Dieses Wochenende wäre mit dem Hochdruckwetter perfekt gewesen, aber die Blüten sind noch nicht überall so weit“, sagt Müller.

Das schöne Wetter wird aber leider nicht lange anhalten: Ab Dienstag hat Petrus den Vorhersagen zufolge einen Wetterumschwung im Gepäck. „Wir erwarten einen drastischen Temperaturrückgang“, erklärt Müller. Am Wochenende 15./16. März seien tagsüber Höchsttemperaturen zwischen 8 und 11 Grad wahrscheinlich, nachts sei weiter leichter Frost möglich. „Es sind in den Wettermodellen aber noch zahlreiche Variationen und Abweichungen möglich.“ Gerade im Frühling und im Herbst reichen laut dem Wetterexperten schon kleine Veränderungen zusammenspielender Faktoren aus, um zu einer neuen Lage zu führen.

Tendenz: eher durchwachsen

Für das zweite Festwochenende – sofern es am Sonntag grünes Licht vom Festkomitee gibt, wäre das der 22./23. März – will Müller keine konkrete Wetteraussicht geben. „Das ist alles noch spekulativ“, schränkt er ein. Doch die Tendenz sei bisher eher durchwachsen, mit einem unbeständigen Wettercharakter mit zeitweisen Niederschlägen. Doch erst vier bis fünf Tage vorher sei die Wetterlage so manifestiert, dass Modelle aussagekräftiger würden, erklärt der Geschäftsführer von Klima Palatina.

Die Klimatologie untersucht langfristige Veränderungen von Klima und Atmosphäre über Jahre bis Jahrhunderte, die Meteorologie beschäftigt sich mit kurzfristigen Wettervorhersagen. Auch hier im Oberrheingraben seien sogenannte Warmluftvorschübe wie im Moment für Anfang März eher ungewöhnlich, sagt Müller. „Wir können deshalb aber nicht sagen, dass das definitiv mit dem Klimawandel zu tun hat. Wir wissen grundsätzlich, dass in der Klimatologie in den letzten Jahrzehnten Vieles möglich war und ist.“ Er erinnert an Ausreißer wie den Schneeeinbruch Mitte Mai 2020.

Sonne fürs Gefühl entscheidend

In der Gesamtschau der letzten Jahre sei aber eine Tendenz zu sehen: Die Vegetation ist immer früher dran. Der Blütenstand ist ein Indikator für den Frühling, wobei milde oder warme Luft allein dem Wetterfrosch von Klima Palatina zufolge nicht ausschlaggebend sind, sondern vor allem die Sonne. Die ist auch fürs menschliche Empfinden nicht unerheblich, weiß Müller. „Das Verhältnis von Bewölkung und Sonne ist entscheidend fürs Gefühl.“

Das Gefühl dürfte bei den meisten beschwingt sein: Am Freitag kletterte das Thermometer in Neustadt auf 17,6 Grad, auf der Kalmit auf 673 Metern wurden 13 Grad erreicht. An diesem Wochenende rechnet Müller mit schönen Aussichten bei etwa 19 Grad.

Alles, was Sie zum Mandelblütenfest wissen müssen, lesen Sie hier:Mandelblütenfest Gimmeldingen 2025

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