Neustadt „Möchte 13 Kämpfer in der Mannschaft haben“

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Neustadt. Es ist wieder so weit: Für die Erstliga-Wasserballer des SC Neustadt steht das erste Pflichtspiel der Saison 2015/2016 an. In der zweiten Runde um den DSV-Pokal tritt das neu zusammengestellte Team des neuen SCN-Trainers Davorin Golubic beim Erstliga-Aufsteiger SV Duisburg 98 an (Samstag, 18 Uhr, Schwimmstadion Duisburg).

„Neuer Trainer, neue Mannschaft – das wird ein richtiger Test für uns“, blickt Golubic der Partie erwartungsvoll entgegen. Wie mehrfach berichtet, haben die Torleute Michael Knelangen und Abel Müller den SCN verlassen, ebenso die Spieler Bojan Matutinovic, Jorge Mongrell, David Csente, Barnabas Albert, Houston Middlesworth. Stefan Ehrenklau steht nur noch in Ausnahmefällen zur Verfügung. Die Auslosung für die zweite Runde nennt Golubic „ein bisschen unglücklich“. „Normalerweise bekommt ein Erstligist einen Zweitligisten zugelost“, erklärt der aus Zagreb stammende Coach und vermutet vom Aufsteiger, dass „die super motiviert sein werden“. In der ersten Pokalrunde hatten die Duisburger um Trainer Marek Debski mit 19:4 den Zweitligisten SC Hildesheim ausgeschaltet. Das bisher letzte Aufeinandertreffen der 98er mit dem SCN hatte in der Saison 2013/2014 am 1. Februar stattgefunden – die Männer von der Wedau hatten mit 12:8 gewonnen „durch herausragende Leistungen von Mihael Petrov mit fünf Toren und Raul Diakon“, informiert der Verein auf seiner Internetseite. Diakon war damals zum Spieler des Tages gekürt worden. Er spielt mittlerweile für den SV Blau-Weiß Bochum. Videos hat Davorin Golubic vom kommenden Gegner keine zur Hand, da die Duisburger in der vergangenen Saison noch der Zweiten Liga angehört haben. „Aber ich habe mich bei Kollegen umgehört“, verrät der SCN-Trainer verschmitzt. „Es wird ein Kampfspiel – die Duisburger haben ebenfalls viele junge Spieler.“ Davorin Golubic hat sich mittlerweile in Neustadt eingelebt, wohnt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Hambach. Für die Kleinen sei es unproblematisch mit dem Wohnortwechsel – Familie Golubic hatte zuvor in Remseck am Neckar zwischen Ludwigsburg und Stuttgart gelebt. Der viereinhalbjährige Sohn sage, dass Remseck das alte Deutschland sei. Nun in Neustadt lebten sie im neuen Deutschland, erzählt der Vater schmunzelnd. Der jüngste Golubic-Spross ist gerade einmal siebeneinhalb Monate alt. Die Kontakte zu den Neustadter Neuzugängen – Torwart Luka Sucic, Karlo Erak, Luka Kolar, Levan Mosahvilli – sind auch über Golubic zustande gekommen. „Luka Kolar habe ich in der Jugend und in der Ersten Mannschaft in Zagreb betreut“, berichtet der SCN-Coach. Seit einigen Wochen versuchen die Neustadter, ihren Rhythmus zu finden, trainierten viermal pro Woche und absolvierten an den Wochenenden jeweils ein Testspiel. „Einmal pro Woche außer dem Sonntag soll noch frei sein, weil alle arbeiten oder studieren“, gibt der Kroate, der in seiner aktiven Zeit als Center gespielt hat, seinen Schützlingen genug Freiräume. Apropos Center: Die Position in der gegnerischen Abwehr besetzt in Neustadt nur Tim Hornuf. „Das ist eine Schwachstelle in der Mannschaft, weil hier nur Tim vorgesehen ist.“ Man müsse noch versuchen, andere taktische Finessen zu finden. Hauptziel der Neustadter sei, in der Ersten Liga zu bleiben. „Aber als Sportler möchte man mehr erreichen“, verrät der Kroate. „Wenn man die Chance auf die Qualifikation für die A-Gruppe der Bundesliga hat, möchte man das auch erreichen.“ Er schaut hoffnungsvoll nach vorne: „Fast alle Spieler sind jung. Ich denke, dass wir mit ihnen eine Zukunft haben.“ Golubics Aufgaben beim SCN sind nämlich nicht nur, die Erstliga-Wasserballer zu trainieren, sondern auch die Jugendarbeit voranzutreiben. „Wir bauen gerade ein neues Konzept im Verein auf – wir haben noch zu wenige Kinder“, betont er. „Neustadt als einziger Wasserball-Erstligist in der Region sollte für Kinder hier erste Wahl sein.“ So gebe es Überlegungen, mit Schulen zusammenzuarbeiten. In seiner 30-Stunden-Woche beim SCN kümmert sich der Kroate auch darum, die Jugendtrainer auszubilden. In Sachen Nachwuchsarbeit ist Davorin Golubic auch außerhalb des SCN unterwegs. Der 38-Jährige trainiert nämlich auch noch die deutsche Jugendnationalmannschaft. „Momentan ist dort Ruhe“, sagt er. Ende August finde die U18-WM in Montenegro statt. „Dafür fangen wir mit der Vorbereitung im Mai, Juni an.“ Um über den Trainingszustand seiner jungen Nationalspieler im Bilde zu sein, ist er ständig in Kontakt mit den jeweiligen Heimtrainern. Als er seinen Trainerposten in Neustadt übernahm, war sein größter Wunsch eine rege Beteiligung am Training. Aber auch in der Pfalz hat Golubic schnell gemerkt, dass immer mal wieder ein Spieler aus beruflichen oder schulischen Gründen fehlt. „Wie in anderen Vereinen auch“, weiß der Coach. Aktuell bezieht sich sein größter Wunsch auf den Kampfgeist, der vermutlich schon morgen gefordert sein wird: „Ich möchte 13 Kämpfer in der Mannschaft haben.“ (sab/Foto: lm)

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