Neustadt
Ludwigshafen: Im Januar geht es vom Amerikaner in Paris bis hin zu Zwerg Nase
Die enge Zusammenarbeit der Pfalzbau-Bühnen in Ludwigshafen und dem Pfalztheater Kaiserslautern bringt auch 2020 einige spannende Aufführungen in die Vorderpfalz. Eine besondere Vorschau dazu geben die Lauterer mit einem Einblick in ihre Opernwerkstatt. Pfalztheater-Intendant Urs Häberli wird gemeinsam mit Generalmusikdirektor Uwe Sandner und Chefdramaturg Andreas Bronkalla am Sonntag, 26. Januar, 11 Uhr, dem Ludwigshafener Publikum Wissenswertes zu den Stücken und Inszenierungen nahe bringen. Es gibt musikalische Kostproben mit Ensemblemitgliedern des Pfalztheaters aus den kommenden Opernproduktionen.
Bei dem Film, der als Vorlage diente, war es Gene Kelly, der 1951 die Choreographie entwickelt hatte. Die Musiktheater-Fassung von „Ein Amerikaner in Paris“ hat Christopher Tölle neu entwickelt. Die Musik ist natürlich von George Gershwin, die Liedtexte werden in dieser Fassung deutsch gesungen. Es geht um einen amerikanischen Soldaten, der nach der Befreiung der Stadt in Paris bleibt und sich verliebt. Das romantische Musical mit vielen tollen Tanz-Szenen sei „eine leidenschaftliche Liebeserklärung an die Kunst und das Leben“, lobt die Kritik. Zu sehen am Mittwoch, 1., und Donnerstag, 2. Januar.
Storms Erzählung ist wieder aktuell
Ein junger Deichgraf, der neue Vorstellungen von Küstenschutz und Landgewinnung entwickelt und mit alten Gewohnheiten brechen will – Theodor Storms Novelle „Der Schimmelreiter“ ist 130 Jahre nach ihrem Erscheinen wieder erstaunlich aktuell. John von Düffel hat daraus ein Bühnenstück gemacht, das Alize Zandwijk inszeniert hat. Besonders gelobt wird die mystische, unterschwellig konflikthafte Atmosphäre und die hervorragende Umsetzung durch das Ensemble des Theaters Bremen. Aufführungen sind am Donnerstag, 9. und Freitag, 10. Januar.
„Zwerg Nase“ nach dem Märchen von Wilhelm Hauff ist die Geschichte von Jakob, der eine alte, hässliche Frau verspottet. Der Junge wusste nicht, dass sie eine Zauberin ist. Sie verwandelt ihn in den Zwerg mit der riesigen Nase. Niemand kennt ihn mehr und er muss der Zauberin dienen. Was der Junge aus seinem Schicksal lernt und wie die Geschichte vielleicht noch gut ausgeht, zeigt das Pfalztheater Kaiserslautern in einer kindgerechten Inszenierung von Jule Kracht am Sonntag 12. Januar in einer Familienvorstellung.
Virtuose Körperbeherrschung, technische Brillanz und außergewöhnlich vitale und ästhetische Ausstrahlung zeichnen das Ensemble Ailey II aus. Es ist die junge Company des Alvin Ailey American Dance Theaters, das 1958 in New York gegründet wurde. Zwölf der besten jungen Tänzer werden drei aktuelle Choreografien zeigen, die Bradley Shelver, Kirven Douthit-Boyd und Renee I. McDonald entwickelt haben. Aufführungen sind am Freitag 17. und Samstag, 18. Januar.
Poetische Geschichte für Kinder
Fräulein Ophelia hat ihr Leben lang den Schauspielern eines kleinen Theaters die fehlenden Worte zugeflüstert. Als das Theater geschlossen wird, weiß sie nicht wohin – und auch nicht, was sie mit den vielen Worten jetzt anfängt. Da trifft sie Schatten, die auch ein neues Zuhause suchen. Michael Endes Geschichte „Ophelias Schattentheater“ hat Rob Fries als Puppentheater für eine Koproduktion des Theaterhauses Frankfurt mit dem niederländischen Theater Gnaffel inszeniert. Die poetische Geschichte über Zuversicht und Mut begeistert Menschen ab sechs Jahren, die Aufführung ist am Sonntag, 19. Januar.
Wer das Musical „Xanadu“ des Jungen Musicals der Pfalzbau-Bühnen bislang verpasst hat oder es noch einmal sehen will, hat dazu Gelegenhait am Dienstag, 21. und Mittwoch, 22. Januar. Die Geschichte folgt dem gleichnamigen Film, es spielen Jugendliche aus der Stadt und Umgebung, die Musik ist von Jeff Lynne.
Spannende Choreographien
Choreograf Kader Attou hat sein „Opus 14“ für die Biennale de la Danse Lyon 2014 entwickelt. Zusehen sind 16 Hip Hop Tänzer, die sowohl als Gruppe als auch individuell agieren. Sie „entfalten eine umwerfende physische Energie und einen fantastischen Sog ... als wären sie anderen Kräften unterworfen, mit anderen zusammengeprallt, angespannt, ausgedehnt auf dem Boden oder in der Atmosphäre. Wie im Fieber wollen sie sich ausdrücken, explodieren und ihre Energie in Bewegungen umlenken“ schreib Kritikerin Élian Monteiro über die Produktion der Compagnie Accrorap, die am Freitag, 24. und Samstag, 25. Januar zu erleben ist.
Fünf junge Frauen setzen sich mit Bildern ihres Körpers auseinander. Es geht um Geschlechteridentitäten und Rollenbilder und um den Versuch, den eigenen Körper als Ort der Selbstbestimmung zu entdecken. Giuseppina Tragni hat die Performance „Bodybilder“ für den Jungen Pfalzbau inszeniert, Premiere war im September, weitere Aufführungen sind am Freitag, 24., und Samstag, 25. Januar.
Von Pantomime bis Clownerie
Der Räuber Hotzenplotz ist wieder ausgebüxt und Kasperl und Seppel sollen ihn einfangen. Seppel hat keine Lust und würde Hotzenplotz gerne auf den Mond schießen. Da hat Kasperl eine Idee und dann will der Räuber sogar ganz von selbst zum Mond. Als er glaubt, er sei dort, trifft er sogar Mondmenschen – meint er jedenfalls. Das lange verschollene Stück von Ottfried Preussler hat John von Düffel für ein Bühnenfassung überarbeitet. Die Vorstellungen des Düsseldorfer Jungen Schauspiels sind am Mittwoch, 29. Januar.
Die Spaßguerilla schlägt immer wieder zu. Lachsalven sind ihre Waffe, hinter jeder Ecke könnte ein Witz lauern. Da tritt eine Mannschaft Polizisten an, die Stadt vor den GAGstern zu retten. Sie sind genauso verrückt, genau so rücksichtslos witzig, wie ihre Kontrahenten. „The Gagfathers“ ist eine Produktion der spanischen Company Yllana. Von Slapstick, über Pantomime bis Clownerei ist die Truppe für virtuose Komik bekannt. Die Deutschlandpremiere ist am Freitag, 31. Januar, weitere Aufführungen am 1. und 2. Februar.
Karten
Weitere Spielplaninfos und Karten unter 0621/5042558 oder www.theater-im-pfalzbau.de.