Neustadt „Lokalbahnhof bedeutend für Eisenbahngeschichte“

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Der Elmsteiner Bahnhof sei „ein einmaliges Zeugnis der Verkehrsgeschichte“ und dürfe auf keinen Fall abgerissen werden. Das fordert der Denkmalpfleger und Konservator Martin Wenz, der nach eigenen Angaben einer der wenigen Spezialisten für Eisenbahnbauten in Deutschland ist. Keine Bedenken gegen den Abriss hat die bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim angesiedelte untere Denkmalbehörde.

Wie in der vergangenen Woche berichtet, will die Verbandsgemeinde Lambrecht den 1909 erbauten Bahnhof abreißen und an gleicher Stelle ein neues Gebäude errichten, in dem ein Informationszentrum „Flößerei und Trift“ eingerichtet werden soll. „Als ich das gelesen habe, bin ich aus allen Wolken gefallen, dass man über so etwas überhaupt nachdenkt“, sagt Wenz, der als Gebietsreferent beim baden-württembergischen Landesamt für Denkmalpflege tätig ist, aber in der Westpfalz wohnt. Er sei in Deutschland einer der wenigen Spezialisten für Eisenbahnbauten. Kollegen aus anderen Bundesländern zögen ihn immer wieder zu Rate, wenn es um Bahngebäude gehe, so Wenz. Der Elmsteiner Bahnhof sei „aus eisenbahn- und heimatgeschichtlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Gründen von hoher Bedeutung“, sagt Wenz. Es sei der älteste Lokalbahnhof, der von der bayerischen Staatsbahn in der Pfalz gebaut worden sei. Zudem sei der Elmsteiner Bahnhof einmalig, denn es sei der einzige Bahnhof, der von der bayerischen Staatsbahn ohne Güterabfertigung gebaut worden sei, erläutert Wenz. Auf die sei verzichtet worden. Denn das einzige Wirtschaftsgut, das transportiert wurde, war Holz und dieses wurde auf den Bächen geflößt. Außerdem sei der Elmsteiner Bahnhof das einzige erhaltene Bahngebäude der bayerischen Staatsbahn, das in komplett verbretterter Bauweise errichtet worden sei und damit ein Vertreter des sogenannten späten Heimatstils sei, führt Wenz einen weiteres Argument gegen den geplanten Abriss an. In Schopp gebe es zwar ein im gleichen Stil errichtetes Bahngebäude, doch sei dort in den 1930er-Jahren die Wartehalle verändert worden. Das Elmsteiner Bahngebäude sei „ein einmaliges Zeugnis der Verbundenheit“ zwischen der Pfalz und Bayern. Es sei „lächerlich“, dass dieses gerade in dem Jahr, in dem der Eingliederung der Pfalz in das Königreich Bayern vor 200 Jahren gedacht werde, abgerissen werden solle, so Wenz. Er fordert eine öffentliche Diskussion über den geplanten Abriss. Der Bahnhof sei kein Einzeldenkmal und gehöre auch nicht zu einer Denkmalzone, sagt Sina Müller, Sprecherin der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, auf Anfrage. Nach Überzeugung der Abteilung Denkmalpflege der Kreisverwaltung „ist er nicht denkmalwürdig“, so Müller. |ann

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