Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Liebesbotschaften getanzt: Das „Bayerische Junior Ballett“ kommt in den Saalbau

Das „Bayerische Junior Ballett“ ist die Nachwuchssparte des Bayerischen Staatsballetts und führt pro Jahrgang 16 junge Tanz-Tale
Das »Bayerische Junior Ballett« ist die Nachwuchssparte des Bayerischen Staatsballetts und führt pro Jahrgang 16 junge Tanz-Talente aus aller Welt zusammen, von denen viele danach eine internationale Karriere starten.

Mit drei vielgerühmten Choreographien gastiert in der kommenden Woche erstmals das renommierte „Junior Ballett“ des Bayerischen Staatstheaters aus München – einer von drei hochklassigen Partnern der Reihe „Neustadt Moves“ – im Saalbau. Und hofft besonders auf junges Publikum. Die RHEINPFALZ verlost 5 x 2 Karten.

Das „Bayerische Junior Ballett“ ist eine der führenden Nachwuchsschmieden für künstlerischen Tanz im deutschsprachigen Raum, die 16 vielversprechenden jungen Tänzerinnen und Tänzern zwischen 17 und 21 Jahren für jeweils zwei Jahre die Gelegenheit gibt, erste Berufserfahrungen zu sammeln. Dass es überhaupt nach Neustadt zu locken war, hat mit dem Geldtopf zu tun, den Kulturabteilungsleiterin Heike Hinkelmann für das Programm „Neustadt Moves“ bei der Kulturstiftung des Bundes anzapfen konnte. Der Zuspruch bei den bisherigen Tanzabenden der Reihe war dabei leider nicht immer überwältigend, jedoch stieß das begleitende Vermittlungsprogramm auf großes Interesse: Insgesamt 249 Workshop-Teilnehmende verzeichnete die Kulturabteilung bislang – beteiligt waren Kitas, Grundschulen, zwei der Neustadter Gymnasien, ein VHS-Kurs und eine private Ballettschule. Vielleicht trägt dies am Mittwoch kommender Woche ja auch bei dem Gastspiel aus München Früchte.

Eine Choreographie zu Liedern von Franz Schubert

Das Angebot jedenfalls würde großen Publikumsandrang – auch von außerhalb – allemal rechtfertigen: Auf drei in sich geschlossene, bei ihren jeweiligen Uraufführungen grandios gefeierte Tanz-Inszenierungen dürfen sich die Zuschauer freuen. Deren erste, die musikalisch aus dem reichen Liederschatz von Franz Schubert schöpft, liefert mit „Liebesbotschaften“ das Motto der Performance. Sie dramatisiert, wie die Sprecher der Nachwuchstruppe, Deike Wilhelm und Terence Kohler, erläutern, in Solo-, Duo- und Triobesetzungen das ambivalente Empfinden aufkeimender Liebe: „Wie in vielen romantischen Landschaftsgemälden dieser Zeit verbergen sich hinter den idyllischen und heiteren Szenen, die sich in Schuberts Musik finden, nicht selten dunkle und fragwürdige Aspekte unserer menschlichen Natur.“ Ein ganzer Kosmos an Emotion, künstlerischem Ausdruck öffnet sich da für die Eleven. Uraufgeführt wurde die vergleichsweise junge Produktion der Choreographen Ivan Liška, Norbert Graf und Maged Mohamed 2022.

Bereits aus dem Jahr 1982 stammt dagegen der zweite Komplex des Abends, choreographiert auf Teile aus Gustav Mahlers Zyklus „Lieder eines fahrenden Gesellen“ und uraufgeführt in den Niederlanden. Sein Schöpfer Jirí Kylián zählte zunächst zur Truppe des legendären John Cranko am Stuttgarter Ballett. Danach leitete er mehr als ein Vierteljahrhundert lang das „Nederlands Dans Theater“ und schuf ein Œuvre von mehr als 100 Balletten. Neben anderen bedeutenden Auszeichnungen wurde Kylián 2019 in die Académie des Beaux Arts in Paris aufgenommen. Es ist die Metapher des Wanderns, welche der Kernbotschaft des Stückes, die da lautet „Liebe“, in aufwühlenden Facetten in Bewegung, Geste, Körpersprache von ungeheurer Intensität übersetzt. Ein Werk, „das zwischen überwältigender Trauer und reinster Freude oszilliert“, wie es im Begleittext heißt.

„Bilder einer Ausstellung“ in die Gegenwart übersetzt

Für die dritte Produktion, uraufgeführt 2014, steht Modest Mussorgsky mit seinem berühmten Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ Pate, allerdings wird die Musik in unterschiedlichen Instrumentierungen und Stilen – unter anderem mit Synthesizer, Orgel, Pauken, Marimba, Big Band und progressiven Rock-Arrangements – präsentiert; fungiert somit „als Brücke zu unserer postmodernen Welt, öffnet Mussorgskys Komposition für neue atmosphärische Räume“, wie es vom „Junior Ballett“ heißt. Auch optisch entstehe „eine Art Kaleidoskop der Verwandlungen“, in der Auseinandersetzung der Choreographen Norbert Graf, Ayman Harper und Ivan Liška mit dem Schaffen von berühmten bildenden Künstlern des 20. Jahrhunderts wie Pablo Picasso, Piet Mondrian, René Magritte, Jackson Pollock, Roy Lichtenstein, Joseph Beuys, Jeff Koons oder Yves Klein.

In diesen Spannungsräumen bewegen sich die jungen Stars von morgen.

„Wir wollten uns der Herausforderung durch diese verwirrenden künstlerischen Einflüsse stellen und sie in unserem Medium, dem Tanz, spielerisch wirksam werden lassen. Es ist ein Experiment, bei dem die Lust am Experimentieren ebenso groß war wie unsere Neugierde“, so beschreibt es Ivan Liška, der über lange Jahre an der Spitze des Bayerischen Staatsballetts stand. Gegründet wurde das junge Ballett 2010 als überhaupt erste Talentschmiede dieser Art in Deutschland und ist nach Aussage von Terence Kohler bis heute mit 16 Tänzerinnen und Tänzern immer noch das größte.

Die RHEINPFALZ verlost 5 x 2 Karten

Tourneen durch ganz Europa und selbst Asien haben das Nachwuchsensemble auch international etabliert. Jeweils zwei Jahre verbleiben die Elevinnen und Eleven, die aus der ganzen Welt stammen, im vielfältigen, auch stilistisch und pädagogisch durchgestylten Schulungsmodus. Nicht wenige haben danach ihre künstlerische Laufbahn als Mitglieder bedeutender Companien gestartet, tanzen aktuell beispielsweise beim „großen“ Staatsballett in München, dem Stuttgart Ballett, Hamburg Ballett, Staatsballett Berlin, in Friedrichstadtpalast Berlin, Ballet of Difference in Köln sowie in Helsinki, Oslo, Prag, Amsterdam, Stockholm, Seoul und weiteren Metropolen.

Termin/Verlosung

„Bayerische Junior Ballett“ gastiert am Mittwoch, 8. Mai, ab 20 Uhr im Saalbau in Neustadt. Bereits um 19.30 Uhr wird eine Einführung angeboten, und davor bietet die Truppe ab 19 Uhr auch ein öffentliches „Warm-up“, das heißt Einblicke ins unerlässliche Aufwärm-Programm. Und nach der Vorstellung ist das Publikum zur Fragerunde eingeladen. Karten (je nach Kategorie zwischen 16 und 30 Euro, eventuell mit Ermäßigung) bei allen Ticket-Regional Vorverkaufsstellen (in Neustadt zum Beispiel Tabak Weiss und die Tourist-Information), unter 06519790777 oder www.ticket-regional.de. Außerdem verlost die RHEINPFALZ 5 x 2 Karten unter allen Leserinnen und Lesern, die uns heute, Dienstag, 30. April, bis spätestens 13 Uhr unter Angabe von Namen und Adresse ein Mail mit dem Betreff „Junior Ballett“ an redneu@rheinpfalz.de schicken.

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