Neustadt Leserbriefe:

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Ich konnte zufällig als Zaungast der Veranstaltung des Käthe-Kollwitz beiwohnen. Und ich staunte nicht schlecht über das, was ich dort sah. Man verzeihe mir deshalb das nun folgende Abgleiten ins Pathetische: „Mir ging wirklich das Herz auf, als ich sah, was sich da am „Käthe“ abspielte“. Ich möchte hier ausdrücklich die Sozialkundelehrer loben. Ich finde ihre Idee, eine kleine Europa- Zeremonie anlässlich der 60 Jahre „Römische Verträge“ mit ihren Schülern abzuhalten für gelungen, angemessen und wertvoll. Es wurde zu einem eindringlichen Plädoyer für Europa! Nicht weniger des Lobes wert ist, wie sich die Schülerschaft für diese Idee begeistern ließ. Sei es durch die Bläserklasse, die die Europa-Hymne intonierte, oder die Rede der Schülerin Miriam Seitz, die den Journalisten Heribert Prantl zitierte, dessen Meinung ich als Anhänger der europäischen Idee teile. Ich finde, eine Auflösung der Europäischen Union würde zum wirtschaftlichen und sozialen Supergau der europäischen Nationalstaaten führen. Und man darf nicht vergessen, dass die Einheit Europas dafür sorgte, dass Kriege zwischen den Mitgliedstaaten nicht mehr möglich sind – solange sie zusammenhalten. Kein europäischer Staat kann in dieser globalen Welt mit ihren vielfältigen Problemen alleine bestehen. Es wäre ein Europa der politischen Zwergstaaten, ohne Einfluss! Mögen das die Europa-Zweifler endlich verinnerlichen! Es ist spürbar, dass besonders die jungen Menschen Europas einen Rückfall in die Nationalstaaterei nicht wünschen. Deshalb sind sie, was die europäische Idee betrifft ein „Licht der Hoffnung“! Ich habe Landschaftsarchitektur studiert, lebe in Neustadt und kenne den Bolzplatz und seine Gebüschstrukturen, seit ich Kleinkind bin, und möchte zum Sachverhalt Stellung nehmen. Zunächst sei erwähnt, dass das Grünflächenamt seit etwa zwei Jahren lang überfällige Pflegegänge in den kommunalen Anlagen durchführt und ordentlich „aufräumt“. Dazu gehört auch das Auf-Den-Stock-Setzen von Gebüschstrukturen, wie zum Beispiel in der Anlage an der Gimmeldinger Grundschule oder der Welsch-Terrasse geschehen. Über die Notwendigkeit und Angemessenheit dieser fachlichen Maßnahme lässt sich von Fall zu Fall streiten. Im Fall des Bolzplatzes ist es Fakt, dass die dichten Gebüschstrukturen nun fehlen und den Brutvögeln nicht zur Verfügung stehen. Die Aussage, die Vögel könnten noch brüten, da Bäume und Restflächen noch da wären, lässt mich ironisch an Vögel denken, welche die wenigen übrigen Niststellen hart umkämpfen und einen regelrechten Revierkampf ausführen. Ohne das zum Glück nahe Naturschutzgebiet Haardtrand und die restlichen Grünflächen in Gärten und Flur wäre diese Maßnahme erheblich negativ für die Brutvogelpopulation vor Ort. Diese Aussage ist schlichtweg Augenwischerei. Nun gibt es aus meiner Sicht keinen Anlass für diese Pflegemaßnahme. Was soll damit erreicht werden? Die Knöterichpopulation am Bolzplatz ist seit 20 Jahren stabil und bleibt an Ort und Stelle. Die restlichen Gebüsche waren in vortrefflichem Zustand, dicht gewachsen und frei von störenden Pioniergehölzen wie Robinie und Feldahorn, wegen denen man ja normalerweise Heckenstrukturen auf den Stock setzt, um deren Ausbreitung einzudämmen und die Hecke als Hecke zu erhalten. Im Gegenteil ist nun Raum geschaffen für das Eindringen von störenden Pionierarten und das weitere Ausbreiten des Knöterichs. Daher kann ich die Begründung fachlich nicht verstehen. Weitere Wermutstropfen: Nach der Rodungsmaßnahme auf der Welsch-Terrasse ist ein alter und wertvoller japanischer Fächerahorn verendet, da er von jetzt auf nachher der vollen Sonne und dem letztjährigen trockenen Frühling ausgesetzt war. Dann wurde er auch abgesägt. So etwas bedeutet: Pflegeziel verfehlt. Die alte Eiche am Stadthaus III wurde gefällt. Der Stamm wies keinerlei Beschädigungen wie Fäule und Pilzbefall auf. Hier hätte ein Kronenauslichtungsschnitt und eventuelle Mykhorrizaimpfung im Freiwurzelbereich durchgeführt werden können, um diesen wichtigen Stadtbaum zu erhalten. Ein Jahr zuvor durchtrennten Bauarbeiter eine Leitwurzel der Eiche bei der Reparatur des Gehweges. Gerade solch alte, wertvolle und gesunde Bäume sollten wir, wo immer möglich erhalten. Gerade angesichts dessen, dass die Stadt ein Klimaschutzkonzept beschlossen hat, sollten wir endlich verstehen, wie wichtig kommunales Grün ist. Jeder weiß, wie viel CO2 ein großer Baum bindet, wie viel Frischluft er erzeugt und wie lange es dauert, bis er groß ist, und dass Vegetation für Stadtklima und Lufthygiene der wichtigste Pro-Faktor ist. Gerade im Bereich der Innenstadt gibt es viel zu wenige Großbäume und Grünanlagen. Hier liegt ein breites Aktionsfeld vor uns. Es würde mich freuen, wenn dieses angepackt würde und unsere bestehende Vegetation rücksichtsvoll behandelt wird. Das bedeutet für die Grünflächenpflege vor allem: nur fällen und roden, wenn notwendig und fachlich begründbar. Samstag Morgen, 18. März 2017, zirka 10.30 Uhr, Marktplatz Neustadt: Riesenhundehaufen direkt neben der Gasthausbestuhlung. Der Größe des Haufens nach wäre eine Strafe von zirka 180 Euro fällig. Der betreffende Hundehalter sollte sich schämen. Wird er sich aber nicht. So verantwortungs- und gewissenlos wird er immer die Hundehinterlassenschaft liegen lasse. Egal wo. Pfui Teufel! Warum muss man am Markttag unbedingt die Hunde mit ins Marktgewühl schleppen?! Wir waren beim letzten Spaziergang erstaunt, was aus Lindenberg geworden ist. Man findet einen herrlichen Waldspielplatz mit angrenzenden, großen Beweidungsflächen vor. Entspannung pur ist das Resultat einer mit anpackenden Bevölkerung und eines tatkräftigen Bürgermeisters!

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