Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Lebendig trotz Corona: Pläne für die Innenstadt

Bei nicht gerade einladenden Temperaturen fiel der Startschuss für den runden Tisch.
Bei nicht gerade einladenden Temperaturen fiel der Startschuss für den runden Tisch.

Wie kann Neustadt gut durch die Corona-Krise kommen? Und was muss getan werden, damit die Innenstadt nach der Pandemie noch lebendig und attraktiv ist? Bei diesen Herausforderungen wollen Willkomm-Gemeinschaft und Stadt eng zusammenarbeiten. Eine wichtige Rolle spielen dabei Tests und Tagespässe.

Es ist ziemlich frisch, als sich am Montagvormittag um 11 Uhr die Vertreter von Politik, Handel, Gastronomie und Kultur auf dem Marktplatz einfinden. Alle treibt eine Frage um: Wie kann es gelingen, einigermaßen glimpflich durch die Corona-Krise zu kommen? Die Gruppe ist sich einig: Das geht nur gemeinsam. Daher soll nun auch der Startschuss für eine neue Phase der gemeinsamen Anstrengungen fallen. Auf Initiative der Willkomm-Gemeinschaft, die Interessenvertretung der in Neustadt ansässigen Unternehmen, wird mit der Stadtspitze ein runder Tisch ins Leben gerufen. Hier sollen ab sofort konkrete Ideen entwickelt und umgesetzt werden. „Wir wollen wieder Leben in die Stadt bringen“, betont Willkomm-Vorsitzender Winfried Walther. Zum Auftakt am Montag wurden noch einmal die allgemeinen Sorgen, Wünsche und Forderungen formuliert. Erste Ergebnisse sollen dann beim Treffen am 16. April vorgelegt werden.

Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) sprach von einer „herausfordernden Situation“ für Handel und Gastronomie. Umso wichtiger sei es, die Aufgaben gemeinsam anzugehen. Man bemühe sich um vernünftige Lösungen für Neustadt, sei zugleich aber an die Vorgaben aus Berlin und Mainz gebunden. Für Weigel ist dabei klar, dass er vor Ort so viel wie möglich unterstützen möchte. Dazu gehört, dass am Wochenende Abstellplätze für Fahrräder im Innenhof des Rathauses eingerichtet werden und das Klemmhof-Parkhaus freitags und samstags kostenfrei genutzt werden kann.

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„Mehr Geld in die Hand nehmen“

Doch generell geht es dem Verwaltungschef darum, dass Neustadt möglichst als Modellregion im Umgang mit der Corona-Pandemie ausgewählt wird. „Wir sind gut aufgestellt“, betonte Weigel und verwies auf die gute Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Gemeinsam mit diesem seien – landesweit einmalig – rund 70 Gastronomen geschult worden, um in ihren Betrieben Corona-Schnelltests vornehmen zu können. Über das DRK könnten die Wirte auch Schnelltests beziehen. Damit wolle man den Lokalen helfen, wieder öffnen zu können. Doch Weigel will einen Schritt weiter und zu den bestehenden Schnelltestzentren in der Innenstadt und in der Speyerdorfer Straße noch drei weitere etablieren. Dies solle helfen, dass Bürger ohne große Umstände in der Stadt einen Schnelltest machen können, um dann mit einem Tagespass hier auch einzukehren oder einzukaufen. Einzige Einschränkung durch die bundes- und landespolitischen Vorgaben: Der Inzidenzwert darf nicht über 100 steigen. „Dann müssen wir die Notbremse ziehen“, so Weigel.

Um die Stadt auch langfristig attraktiv aufzustellen, werde zudem intensiv an den Großprojekten Hertie-Baustelle („Das läuft, der Ankermieter bleibt“), Klemmhof („Wir sind kurz vorm Durchbruch bei der Neunutzung“) und Bahnhof („Die Verträge für Parkhaus und Hotel sind unterschrieben“) weitergearbeitet. Unterstützung komme zudem vom City-Management, das nun installiert werde, sowie durch die Anschubförderung für Existenzgründer. „Da die Verwerfungen durch Corona aber so dramatisch sind, müssen wir bei all diesen Themen schneller sein und mehr Geld in die Hand nehmen“, so Weigel.

„Vernünftige Lösung“

Manfred Oesterle aus dem Willkomm-Vorstand bekräftigte : „Es mangelt nicht an Ideen. Wir müssen tun, was vernünftig ist, um der gesamten Branche zu helfen.“ Gastronom Peter Gallian, der das „City“ am Marktplatz betreibt, regte eine Plattform an, auf der sich „die öffnenden Betriebe bewerben können“. Jochen Stahler vom Modehaus Jacob begrüßte die von Weigel skizzierte Teststrategie. Ein Tagespass für Kunden sei „eine vernünftige Lösung“. Markus Schmitt vom Modehaus Schmitt plädierte für eine kluge Öffentlichkeitsarbeit: Die Kunden müssten wissen, wann und wie sie ihre Einkäufe und Restaurantbesuche gestalten können.

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