Handball
Laut, spannend, hektisch: das Derby Haßloch gegen Mundenheim
„Mit den Zuschauern kann man zufrieden sein“, sagt TSG-Trainer Marc-Robin Eisel nach dem Schlusspfiff. Zum Spiel aber stellt er fest: „Das war nicht gut.“ VTV-Coach Thorsten Engert stimmt ihm zu: „Es ist ein Derby. Hier ist die Halle voll. Im Hinspiel war die Halle voll.“ In seinem Team schleiche es sich schon durch die gesamte Saison, „dass wir viele technische Fehler machen“. „Sehr viele Fehler“ hat auch Eisel in seiner Mannschaft gesehen.
300 bis 350 Zuschauer
Und weil beide Mannschaften trotz der hohen Fehlerquote unbedingt gewinnen wollen, bleibt es bis zum Schluss spannend und hektisch. Aber auch laut, denn die Fans beider Seiten schenken sich ebenfalls nichts. Geschätzt 300 bis 350 Besucher sind im TSG-Sportzentrum. Am Ende sind es die Haßlocherinnen, die im Kreis herumhüpfend ihren 24:23 (12:11)-Sieg im letzten Heimspiel der Saison feiern.
„Wir hätten etliche Male den Sack zumachen können“, stellt TSG-Torwarttrainer Bruno Spieß fest. Wären da nicht die vielen Fehler gewesen. Abgesehen vom 9:9 (26.) und 10:10 (27.), liegen die Gastgeberinnen stets vorne. Mehr als eine Vier-Tore-Führung (9:5, 17.) springt aber nicht heraus. Ein langer Pass auf die konternde Ina Bühl ist zu lang (7.). Marlena Schilling ist zu nah an der soliden 6:0-Abwehr, wirft in den Block (23.). Als die kaum überzeugenden Schiedsrichterinnen Vanessa Schlichter und Aleksandra Jelicic (HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler/SGH St. Ingbert) anzeigen, dass der TSG ein Zeitspiel droht, weiß Schilling nicht, wen sie anspielen soll – niemand ist frei. Imke Paul kriegt zwar noch den Ball, wirft ihn aber ins Aus (28.). „Zu viele Fehler, zu hektisch“, urteilt Schilling später über das TSG-Spiel. „Aber es war ein gutes Derby.“ Dass die ungewohnt vielen Zuschauer die Spielerinnen hüben wie drüben nervös gemacht haben, das glaubt die nach dieser Saison mit Handball aufhörende Rückraumspielerin indes nicht. „Am Anfang, wenn man reinläuft und die Wand von Zuschauern sieht, wird man kurz nervös“, gesteht sie. Aber im Spiel sei es egal, ob’s 50 oder 350 Zuschauer seien. „Da ist man im Tunnel.“
Treffsichere Schilling
Die TSG Haßloch tut sich vor allem gegen die sicher stehende 6:0-Abwehr der Gäste schwer. „Wir legen viel Wert auf die Abwehr – wir holen uns da das Selbstvertrauen“, erzählt VTV-Coach Engert. Im rechten Rückraum gelingen Linkshänderin Jessica Glaser zwar fünf ihrer insgesamt sechs Tore. Doch etliche Male gehen ihre Würfe am VTV-Kasten vorbei oder werden eine sichere Beute der guten Mundenheimer Keeperin Katrin Meiszis. Treffsicher ist dafür Marlena Schilling, die acht Feld- sowie vier Siebenmetertore zum Haßlocher Sieg beisteuert. „Die Mundenheimer Abwehr liegt mir einfach“, sagt sie nach dem Schlusspfiff. Beflügelt habe sie wohl ebenfalls das Wissen, „dass es mein letztes Heimspiel ist“. Sie habe teilweise auch viel Glück gehabt, gesteht sie. Und fügt hinzu, was schon beide Trainer festgestellt haben: „Es war kein schönes Spiel.“
In der Schlussphase probieren die Gäste es mit kurzer Deckung von Sabine Mayer für Marlena Schilling oder von Linda Götz für TSG-Spielmacherin Ina Bühl, um den knappen Rückstand (19:22, 52.; 21:24, 56.) aufzuholen. Immerhin: Bis auf einen Treffer kommen sie noch heran. „Man hat gemerkt, dass sie unbedingt gewinnen wollen“, zollt Eisel später den Gästen und ihrem Kampfgeist Respekt. „Es wäre schade, wenn es in einem Derby nicht so wäre“, bemerkt Engert.
Stille in der Halle
Obwohl die Haßlocherinnen am Ende zunächst laut singend ihren Sieg feiern, sorgt Peter Wingerter, Sportlicher Leiter der TSG, dafür, dass es nach dem Schlusspfiff „bitte ganz leise“ auf den Rängen wird. Die Haßlocherinnen setzen sich derweil mitten in der Halle auf den Boden, entrollen ein riesiges Vielen-Dank-Plakat, applaudieren ihrem Fanclub und den weiteren Haßlocher Anhängern. Zudem versorgen sie den Fanclub noch mit Schokolade. Während Wingerter die Spielerinnen verabschiedet, die die TSG nach der Runde verlassen, informiert Marc-Robin Eisel über die Neuzugänge: Aylin Hofmann komme aus Birkenau, spiele im linken Rückraum. Conny Langenberg aus Pforzheim werde den rechten Rückraum verstärken. Eine weitere Rückraumspielerin sei Mona Schmitt aus St. Leon, die „vor Kurzem Mutter geworden ist“. Noch eine Rückraumspielerin habe schon zugesagt, aber ihr bisheriges Team noch nicht über ihren Wechsel informiert.
Letztes Saisonspiel
Zu ihrem letzten Saisonspiel treten die Haßlocherinnen am Sonntag, 21. Mai, 18 Uhr, beim TV Wörth an.