Neustadt Landkreis Bad Dürkheim will mehr Pendler im Nahverkehr
Zwischen Deidesheim und Mannheim soll eine Schnellbuslinie eingerichtet und in der Verbandsgemeinde Wachenheim der Busverkehr ausgebaut werden. Das sind zwei der Vorhaben der Kreisverwaltung Bad Dürkheim zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), denen die Mitglieder des Kreisausschusses am Montag zugestimmt haben.
Außerdem soll der Verband Rhein-Neckar die Möglichkeit von Radschnellwegen im Landkreis Bad Dürkheim prüfen. Und die Kreisverwaltung soll überlegen, wie der Zugverkehr ausgebaut werden kann. Bei der Verwaltung habe man sich Gedanken über die Zukunft des Verkehrs im Landkreis gemacht, sagte der Bad Dürkheimer Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU). Dies auch im Hinblick auf geplante Großbaustellen an Hochstraßen und Brücken in Ludwigshafen. Ziel sei es, den ÖPNV zu stärken und den Individualverkehr zu reduzieren.
ÖPNV nutzen
Dafür gab es von den Ausschussmitgliedern Lob. Heidi Langensiepen (FDP) bezeichnete die Vorschläge als klug. Ein gutes Verkehrsangebot sei Standortpolitik, fand Reinhard Niederhöfer (SPD). Es sei sinnvoll, wenn der Kreis dafür Geld ausgebe. Man müsse die Menschen dazu bringen, den ÖPNV verstärkt zu nutzen, sagten Niederhöfer und Pia Werner (Grüne). „Man muss auch mal Mut für etwas Neues haben“, kommentierte Peter Seelmann (CDU). Eine Schnellbuslinie, die zwischen der Verbandsgemeinde Deidesheim und dem Norden von Mannheim verkehrt, stellte Ute Brunner, Nahverkehrsreferentin der Kreisverwaltung, als einen Vorschlag vor. Sie verwies darauf, dass der Schnellbus, der aus dem Norden des Landkreises zur BASF fahre, sehr gut angenommen werde. Zu den großen Betrieben, die im Norden Mannheims ansässig und in denen viele Arbeitnehmer aus der Region tätig seien, gebe es bisher kein gutes Nahverkehrsangebot. Das könne mit einer Schnellbuslinie, die in Deidesheim starte, über Dannstadt-Schauernheim, die A 61 und die A 6 in den nördlichen Bereich von Mannheim fahre, geändert werden. Der Bus könne „nicht an jeder kleinen Station halten“, betonte Brunner. Das zusätzliche Angebot werde nach Angaben Brunners etwa 197.000 Euro pro Jahr kosten. Es sei geplant, mit dem Rhein-Pfalz-Kreis und der Stadt Mannheim Gespräche darüber zu führen, ob sie sich an den Kosten beteiligen, kündigte Ihlenfeld an. Einige Mitglieder des Ausschusses plädierten dafür, erst einmal mit einer Umfrage den Bedarf an einer Schnellbuslinie abzuklären, doch schließlich sprachen sie sich einstimmig für den Vorschlag aus.
Schülerverkehr und Ruftaxis
In der Verbandsgemeinde Wachenheim fahren laut Brunner derzeit lediglich Busse für den sogenannten Schülerverkehr, ansonsten gebe es nur Ruftaxis. Da die Grundschule Ellerstadt-Friedelsheim-Gönnheim ab nächstem Schuljahr Ganztagsschule sei, würden zusätzliche Verbindungen für den Schülerverkehr benötigt. „Das wollen wir zum Anlass nehmen, den Busverkehr in der Verbandsgemeinde generell auszubauen“, sagte Brunner. Mit Beginn des Sommerfahrplans 2019 soll montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr eine stündliche Buslinie zwischen den Orten der Verbandsgemeinde verkehren. Bei drei Fahrten am Vormittag soll der Bus außerdem in das Dürkheimer Gewerbegebiet Bruch fahren, damit Bürger der Verbandsgemeinde Wachenheim dort einkaufen könnten. Das Ruftaxi soll eingestellt werden. Arnold Nagel (FWG) gab zu bedenken, dass es dann abends keine Möglichkeit mehr gebe, mit dem ÖPNV in die Orte zu kommen, die nicht an der Bahnlinie lägen. Für die Buslinie fallen nach Angaben Brunners jährlich Kosten von rund 88.000 Euro an. Vorgesehen sei erst einmal ein dreijähriger Probebetrieb. Als eine „Idee für die Zukunft“, hinter deren möglicher Umsetzung „ein ganz großes Fragezeichen steht“, bezeichnete Ihlenfeld den Vorschlag der Verwaltung, die derzeit eingleisige Schienenstrecke von Neustadt über Bad Dürkheim, Freinsheim und Frankenthal nach Ludwigshafen/Mannheim auf zwei Gleise zu erweitern.
Anbindung an Radschnellwege
Der Verband Rhein-Neckar soll in seine Planungen zur Ausweisung von Radschnellwegen den Landkreis Bad Dürkheim einbeziehen, lautet eine einhellige Forderung der Mitglieder des Ausschusses. Wie mehrfach berichtet, plant der Verband unter anderem einen Radschnellweg von Ludwigshafen nach Schifferstadt. Es sei Unsinn, wenn der Weg in Schifferstadt ende. Er solle nach Haßloch und von dort nach Neustadt weitergeführt werden, lautet der Tenor im Ausschuss. Außerdem fordert das Gremium, dass der Verband Möglichkeiten der Anbindung des Landkreises an Radschnellwege prüfen soll.