St. Martin / Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Krähenfüße auf Fahrbahn: Polizei spricht von „wiederkehrendem Phänomen“

Auf der Totenkopfstraße bei St. Martin hat ein bisher Unbekannter Krähenfüße auf der Straße hinterlassen.
Auf der Totenkopfstraße bei St. Martin hat ein bisher Unbekannter Krähenfüße auf der Straße hinterlassen.

Ein Autofahrer entdeckt auf der Totenkopfstraße bei St. Martin drei Krähenfüße in seinen Reifen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig.

Wer macht denn sowas? Diese Frage dürfte sich ein Autofahrer gestellt haben, als er am Sonntagmorgen auf der Totenkopfstraße bei St. Martin unterwegs war und plötzlich ein auffälliges Klackern bemerkte. Als er nachsah, entdeckte er laut Polizei drei Krähenfüße, die sich in seine Reifen gebohrt hatten: zwei in die Vorder-, einer in den Hinterreifen.

„Der Geschädigte hatte Glück, weil er Spezialreifen mit verstärkten Außenwänden montiert hatte“, sagt Polizeibeamter Franz Unnold. Nur so sei es ihm gelungen, trotz Luftverlust noch bis zur Polizeiinspektion Edenkoben zu fahren und den Vorfall zur Anzeige zu bringen.

Die Beamten der Polizeiinspektion Edenkoben reagierten sofort: „Wir haben die Strecke umgehend abgefahren, um sicherzugehen, dass keine weiteren Krähenfüße verteilt wurden. Wir konnten jedoch nichts finden“, so Unnold.

Dass Menschen Krähenfüße – also spitze Metallgegenstände – auslegen, sei ein „wiederkehrendes Phänomen“, erklärt der Polizeibeamte. Etwa einmal im Jahr werde ein solcher Fall angezeigt. Besonders gefährlich werde es, wenn die Geschädigten mit hoher Geschwindigkeit weiterfahren und der Reifen platzt. In der Regel falle der Luftdruck im Reifen jedoch langsam ab – ein „schleichender Plattfuß“, sagt Unnold.

Schwierige Ermittlungen

Die Suche nach den Tätern gestalte sich schwierig. Da Fahrer den Schaden meist viel später erst bemerkten, ließen sich Tatzeitpunkt und -ort nur schwer bestimmen. „Uns stehen bei solchen Fällen wenig Ermittlungsansätze zur Verfügung. Wir sind darauf angewiesen, dass Zeugen oder Geschädigte sich bei uns melden“, betont Unnold und verweist auf einen Fall in der Westpfalz vor einigen Jahren: Damals waren Krähenfüße auf einem Wanderparkplatz ausgelegt worden. Zwar habe man mithilfe von Wildkameras ein Fahrzeug feststellen können, der Verursacher sei aber nicht ermittelt worden.

Die Krähenfüße wurden von der Polizei sichergestellt.
Die Krähenfüße wurden von der Polizei sichergestellt.

Außerdem müsse bei den Ermittlungen in Betracht gezogen werden, dass nicht immer auch eine böse Absicht dahinterstecke. „Bei der Verbindung von Styroporplatten oder Dämmmaterial zum Beispiel kommen ähnliche Metallverbindungen zum Einsatz. Es kann natürlich auch sein, dass jemand die Krähenfüße verloren hat“, erklärt Unnold.

Im aktuellen Fall vermuten die Beamten jedoch, „dass jemand beim Vorbeifahren die Krähenfüße verteilt hat, um andere Verkehrsteilnehmer zu schädigen“. Die Reifen des betroffenen Fahrzeugs seien mittlerweile gewechselt worden. Laut Polizeiangaben entstand ein Sachschaden von rund 850 Euro.

Info

Wer etwas Auffälliges beobachtet hat oder selbst geschädigt wurde, kann sich bei der Polizeiinspektion Edenkoben melden: telefonisch unter 06323 9550 oder per Mail an piedenkoben@polizei.rlp.de.

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