Neustadt Kommunen arbeiten an Puzzleteilen
Was gibt es an gesundheitlichen Einschränkungen? Auch dazu hat der engagierte Architekt Peter Sahm zwischenzeitlich Kurse absolviert. Außerdem führte der neue Projektmanager Einzel- und projektübergreifende Gespräche. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf einem Konzept „Tourismus für alle“. „Das Ziel lautet, möglichst jedem einen bequemen, komfortablen Urlaub in unserer Region zu ermöglichen“, erläutert der Projektmanager. Deshalb soll ein frei wählbarer, barrierefreier Tagesausflug oder auch eine Urlaubswoche ermöglicht werden. „Jede Kommune liefert für einen Tag das komplette Serviceangebot“, beschreibt es Sahm. Dazu gehören barrierefreie Transportmittel, Haltestellen, Parkplätze, Unterkünfte und Toiletten sowie Restaurants, Sehenswürdigkeiten und weitere touristische Angebote. Um die Pläne auch in die Tat umzusetzen, erstellen die Kommunen ihre eigene spezifische „To-do-Liste“ – dort ist alles im Detail beschrieben, Kostenberechnung inklusive. Dafür wählt jeder Ort ein eigenes Motto mit Programm. Für Deidesheim könnte das laut Sahm zum Beispiel „Wein und Genuss“ sein. Allerdings sei noch alles in der Entwurfsphase. Eine erste Abstimmung, um sich einen Überblick über die Vielfalt der möglichen Angebote zu verschaffen, fand indes bereits statt. Zurzeit seien das noch einzelne Puzzleteile, die am Ende ein schlüssiges Gesamtbild ergeben sollten, so Sahm. Dabei lägen die Schwierigkeiten im Detail, denn neben mobilitätseingeschränkten Menschen mit Rollstuhl und Rollator sollen auch Eltern mit Kinderwagen, Demenzkranke mit Begleitpersonen oder Menschen mit Lernschwierigkeiten beim „Tourismus für alle“ berücksichtigt werden. Auf „mindestens anderthalb Jahre“ schätzt Sahm den Zeitraum, bis das Konzept umgesetzt sei. Sobald die kommunale Planung stehe, werde der Entwurf als Gesamtpaket an das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium weitergegeben, um die Förderfähigkeit abzuklären und die Zuschusshöhe. Erst dann könnten die einzelnen Maßnahmen technisch umgesetzt werden. Wie berichtet, kann die Förderung bis zu 85 Prozent der zuschussfähigen Kosten betragen. An den Kommunen bleiben damit mindestens 15 Prozent hängen. Daher sei es auch weiterhin wichtig, mit den begrenzten eigenen finanziellen Mitteln das Optimale für alle herausholen, um einen Aufenthalt für alle einfacher und angenehmer zu gestalten, so der Fachmann. „Das ist im Hinblick auf den demografischen Wandel eine Investition in die Zukunft“, ist er überzeugt. Für die Stadt Deidesheim seien schon einige Problemstellen ausgemacht worden und dabei auch die von der Fraktion der Grünen genannten Punkte berücksichtigt worden, so Sahm. Weitere regionübergreifende Maßnahmen sind nach seinen Angaben ein barrierefreier Wanderweg durch die Weinberge – eventuell entlang des alten Bahnwanderwegs – von Bad Dürkheim nach Neustadt, aber auch die kritische Betrachtung aktueller Veranstaltungen, beispielsweise die Weihnachtsmärkte.