Neustadt Klangvolles Geschenk zum Jubiläum

Viele Gäste kamen zur Glockenweihe und hörten dabei auch Klänge und Lieder des Blasorchesters und des Gesangvereins Meckenheim.
Viele Gäste kamen zur Glockenweihe und hörten dabei auch Klänge und Lieder des Blasorchesters und des Gesangvereins Meckenheim.

„Ein einmaliges Ereignis für Meckenheim: Noch nie ist eine Glocke vor Ort gegossen worden“, erinnerte Ortsbürgermeister Heiner Dopp an den Glockenguss. Am 8. Juni hatte dieser im Rathaushof unter großer Anteilnahme der Bürger stattgefunden (wir berichteten). „Wir waren auch überrascht über die vielen Spenden. Insgesamt 8200 Euro sind für die Jubiläumsglocke eingegangen“, bilanzierte Dopp, der sich im Namen der Gemeinde für die große Spendenbereitschaft bedankte. An der vom Blasorchester und Gesangverein Meckenheim musikalisch umrahmten Feier nahmen auch Peter Lubenau, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Deidesheim, und VG-Beigeordneter Gerd Metz teil. Durchgeführt hatte den Glockenguss die Metallgießerei Voegele aus Straßburg. Das elsässische Familienunternehmen ist eine von drei noch in Frankreich bestehenden Glockengießereien und die einzige, die auch außerhalb des Firmengeländes in aller Öffentlichkeit arbeitet. 129 Kilogramm bringt die Jubiläumsglocke auf die Waage. Nach der Abkühlphase wurde die erkaltete Glocke zwei Tage später aus dem Sandbett ausgegraben und anschließend zur Reinigung nach Straßburg gebracht – gemeinsam mit sechs gleichzeitig gegossenen kleinen Glocken, die ein getreues Abbild der großen sind. Die Erscheinung Jesu vor Maria von Magdala, erzählt im Johannesevangelium, war Thema des ökumenischen Gottesdienstes, den der evangelische Pfarrer Christian Mundt zusammen mit Kaplan P. Naigin Joseph und Pastoralreferentin Stefanie Müller von der katholischen Kirche hielt. „Die Glocke begleitet den letzten Weg eines Menschen, der von Jesus beim Namen gerufen wurde“, so die Ortsgeistlichen in ökumenischer Verbundenheit. „Die Glocke soll die Gemeinde zusammenführen, Mutlose aufrichten, Trauernde trösten.“ Mit Weihrauch und Weihwasser wurde anschließend die auf ihrem Turm in etwa fünf Meter Höhe installierte Glocke geweiht. „Der Weihrauch kann durch die Luft nach oben steigen – mit dem Weihwasser wird es dagegen etwas schwierig“, hieß es augenzwinkernd vor der Zeremonie. Kaplan Naigin Joseph probierte es unter dem Beifall der Anwesenden trotzdem. Um 10.34 Uhr war dann der Glockenklang erstmals zu hören. Laut der Meckenheimerin Birgit Müller, Glockensachverständige der Evangelischen Landeskirche der Pfalz und der Diözese Speyer, ist die Tonart auf die Geläute der beiden Kirchen im Dorf abgestimmt. Und weil es gar so schön war, läutete Müller die neue Glocke zum Ausklang der Feier acht Minuten später noch einmal.

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