Neustadt
Klänge aus dem Norden: Stuttgarter Philharmoniker kommen in den Saalbau
„Raphaela Gromes kann alles, was an ihrem Instrument möglich ist – und wahrscheinlich noch einiges mehr“, schrieb diese Zeitung erst vor wenigen Wochen über zwei Konzerte, die die Musikerin an der Seite der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen und Landau absolvierte. Auch beim BASF-Sinfoniekonzert kurz zuvor im November wurde sie stürmisch gefeiert, die RHEINPFALZ bejubelte ihren herrlichen Ton und den starken Ausdruck ihres gefühlvoll erlesenen Spiels. In Neustadt spielt Gromes nun das 1850 entstandene Cellokonzert a-Moll op. 129 von Robert Schumann, das als eines der anspruchsvollsten, aber auch emotionalsten Werke für Cello überhaupt gilt. Sie engagiert sich aber auch für die Bereicherung des Repertoires durch die Wiederentdeckung vergessener Werke. So stellt sie im Saalbau auch noch das „Poème“ der niederländischen Komponistin Henriëtte Bosmans vor, die in den 1920er und 30er Jahren zahlreiche Werke veröffentlichte, bevor sie in ihrem besetzten Land als Halbjüdin von den Nationalsozialisten Berufsverbot erhielt.
Umrahmt werden die beiden Cello-Kompositionen von zwei sinfonischen Werken nordischer Komponisten, die dem Abend auch den Titel bescherten: „Klänge aus dem Norden“. Zur Eröffnung erklingt die Sinfonische Dichtung „Tapiola“ des Finnen Jean Sibelius, die sich mit dem Wald und seiner mythologischen Bedeutung beschäftigt. Den Abschluss bildet die groß besetzte und selten zuhörende 5. Sinfonie des Dänen Carl Nielsen, in der trotz des optimistischen Endes die Schrecken des Ersten Weltkrieges nachschwingen.
Termin
Die Stuttgarter Philharmoniker spielen am Donnerstag, 23. Januar um 19.30 Uhr im Saalbau in Neustadt. Karten (19-33 Euro) unter www.ticket-regional.de, Hotline 0651 9790777 und bei allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen. Fritz Burkhardt, Konzertberater der Stadt, bietet um 18.45 Uhr eine Einführung.