Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Kino zum Saisonfinale der Haßlocher Oberliga-Frauen

Kino nach dem Schlusspfiff: Die TSG-Frauen bedanken sich bei Fans und Helfern mit einem Video.
Kino nach dem Schlusspfiff: Die TSG-Frauen bedanken sich bei Fans und Helfern mit einem Video.

Die Oberliga-Frauen der TSG Haßloch und der HSG Saarbrücken bieten den Zuschauern im vollen TSG-Sportzentrum ein furioses Saisonfinale. Am Ende gibt es Kino, Musik und eine Party.

Obwohl es für beide Mannschaften im letzten Saisonspiel der Frauen-Handball-Oberliga genau genommen um nichts mehr geht, schenken sich die Gastgeberinnen der TSG Haßloch und ihre Gäste von der HSG TVA/ATSV Saarbrücken in einem rasanten Spiel nichts. „Weil wir immer schnell den Ball abgegeben haben“, sagt TSG-Trainer Marc-Robin Eisel sarkastisch zum Tempo und spielt damit auf zahlreiche Ballverluste an.

Offensive Gästeabwehr

Die Saarländerinnen agieren mit einer so offensiven Abwehr, dass sie teilweise in Manndeckung übergehen. Für die Haßlocherinnen kommt dies nicht überraschend. „Das haben die schon im Hinspiel gemacht“, sagt Eisel. Und doch bringt es die Pfälzerinnen bisweilen aus dem Konzept: Schrittfehler. Die konternde Katharina Schmitt setzt den Ball an den Pfosten. Ein Fehlpass von Ina Bühl. Dann ein Schlagwurf von ihr, den HSG-Torfrau Bärbel Schäffler fängt. Lucie Krein kommt vollkommen frei zum Torwurf – die gute HSG-Keeperin Bärbel Schäffler pariert den Wurf mit dem linken Fuß. Kurz danach scheitert Mona Illy an Schäffler. Eisel nennt es „mangelnde Konzentration“.

Doch wie der Gegner hält Haßloch das Tempo im Spiel hoch, reagiert nach einem Gegentreffer meist mit blitzschnellem Anwurf und überrascht die Gäste, die ihre Abwehr noch nicht organisiert haben. Die TSG führt meist, setzt sich aber nie entscheidend ab. Und das liegt besonders an HSG-Rückraumspielerin Emma Lesch, die antäuscht, kurz dribbelt, dann plötzlich extrem hoch springt und auf 5:6 verkürzt (18.). Aus der Rückraummitte gelingt ihr mit großer Dynamik das 8:8. Aus halbrechter Position zieht sie mit viel Tempo zum Tor, verkürzt auf 22:25 (48.). Immer wieder sorgt sie für Torgefahr mit explosivartigen Bewegungen. Emma Lesch war früher Eric Lesch, hat eine geschlechtsangleichende Operation hinter sich. „Ihre Sprungkraft, ihre Wurfkraft sind schwer zu verteidigen“, sagt Benedikt Hettich, mit Eisel Trainer der Haßlocherinnen.

Hohe Fehlerquote

Die TSG-Frauen ziehen trotz Lesch und ihren neun Treffern nach der Pause auf 24:20 (46.) und 27:23 (52.) davon. Mona Illy mit sieben Treffern und Imke Paul mit sechs Toren sind die erfolgreichsten TSG-Schützinnen. Die Fehlerquote der Haßlocherinnen aber bleibt wie beim Gegner hoch. „Viel zu hoch“, findet Eisel. Es seien sehr viele Zuschauer in der Halle gewesen, „die Mädels waren ein bisschen nervös“, hat er beobachtet. Das Spiel sei ihm „zu spannend“ gewesen. Am Ende siegt die TSG aber mit 33:29 (13:12), beendet die Saison auf Tabellenplatz drei. Ihr bislang bestes Ergebnis.

„Wir haben die Messlatte ziemlich hoch gelegt“, stellt Torwarttrainer Bruno Spieß schmunzelnd fest. So hoch, dass nun die Dritte Liga ein Zukunftsthema für die Haßlocherinnen ist. „Wir machen uns im Laufe der nächsten Saison Gedanken, ob es möglich ist, in der Dritten Liga zu spielen“, verrät der Sportliche Leiter Peter Wingerter und spricht damit vor allem die finanzielle Herausforderung an.

Tore und Tanz

Zunächst aber feiern die Haßlocherinnen die jetzt zu Ende gegangene Runde, bedanken sich bei ihren Fans und Helfern mit einem selbst zusammengestellten Video nach dem Schlusspfiff: Sie sind darin beim Torewerfen ebenso zu sehen wie beim Tanzen in der Kabine oder im Bus nach einem der 20 gewonnenen Spiele in insgesamt 26 Partien.

Und Benedikt Hettich hat anschließend noch einen großen Auftritt. Mit „Bene und Band“ sorgt er für Musik. „Wir sind nur eine Spaßtruppe, treffen uns mal alle drei Jahre, um Musik zu machen“, beschwichtigt der Coach. Er spiele Gitarre, Klavier und singe. „Aber nicht gut“, fügt er schnell hinzu und lacht. Und hofft, dass das Publikum laut zu den Songs aus den 1980er- und 1990er-Jahren mitsingt, damit ihn niemand hört. Marc-Robin Eisel sorgt sich derweil wegen der langen Pause, die vor den Handballerinnen liegt. Die nächste Saison beginne erst Mitte September: „Hoffentlich verlieren die Mädels bis dahin nicht alle ihre Kondition.“

Herzig geht

Eine Haßlocherin wird im September nicht mehr dabei sein: Torfrau Lisa-Marie Herzig zieht aus privaten Gründen wieder zurück ins Saarland nach Fraulautern, erzählt Spieß. Alle anderen Spielerinnen stehen in der nächsten Saison zur Verfügung. „Das haben wir noch nie gehabt, dass alle Feldspielerinnen bleiben“, hebt Bruno Spieß den guten Teamgeist der TSG-Frauen hervor.

Kreisläuferin Julia Spieß (Nr. 9) blockt den Weg frei für Katharina Scheid (am Ball).
Kreisläuferin Julia Spieß (Nr. 9) blockt den Weg frei für Katharina Scheid (am Ball).
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