Neustadt „Kino von morgen“ ab 2018

Zehn Säle, 1250 Plätze, eigenständige Gastronomie und 15 Millionen Euro Projektsumme: das Multiplex-Kino an der Louis-Escande-St
Zehn Säle, 1250 Plätze, eigenständige Gastronomie und 15 Millionen Euro Projektsumme: das Multiplex-Kino an der Louis-Escande-Straße.

Mit über 100 Gästen haben die Mannheimer Filmtheaterbetriebe Spickert gestern Richtfest am Kino-Neubau im Neustadter Quartier Hornbach gefeiert. Die Eröffnung war für Ende dieses Jahres geplant. Wegen eines leicht verspäteten Baustarts und teilweise schwierigen Bodenverhältnissen verzögert sie sich aber bis Anfang 2018.

Wäre der Kinosaal 10 schon ausgebaut, gäbe es dort „Roma-Comfort-Sitze“, vereinzelt Sessel des Typs „Prince Rocker“ und ein paar Chaise longue. Auf welchen genau gestern dann beispielsweise Oberbürgermeister Hans Georg Löffler Platz genommen hätte oder FWG-OB-Kandidat Marc Weigel – darüber ließe sich trefflich sinnieren. Indes: Es ist noch nicht soweit. Beim Richtfest im Rohbau des Multiplex-Kinos mussten die Gäste im Saal 10 noch an Bierzelt-Garnituren sitzen. Zuvor hatte Uwe Herrmann, Oberpolier der als Generalunternehmer tätigen Baufirma Traub, den Richtspruch gehalten. Von ganz oben forderte er die Gäste zum dreifachen Hoch auf das gelungene Werk auf, gefolgt von einem Weinglas, das klassisch an der Wand zerbarst. In fünfeinhalb Monaten ist der Rohbau hochgezogen worden, wie Christian Spickert in Saal 10 nicht ohne Stolz feststellte und allen Beteiligten dankte. Er führt das Unternehmen in dritter Generation. „Wir freuen uns verdammt auf die Eröffnung“, obwohl diese sich ein wenig verzögern werde. Auch am Standort Neustadt wolle Spickert „Kino von morgen umsetzen, wie wir es für uns sehen“, sagte der Firmenchef. Neustadt sei deshalb so interessant, weil es „hier unwahrscheinlich viel“ Potenzial gebe. Die zehn neuen Säle und jene vier der Kino-Kollegen Kaltenegger (Roxy-Kinos) zusammengenommen, zähle Neustadt dann 14 Säle. „Das“, so Christian Spickert, „ist absolutes Großstadtniveau.“ Auf einige Besonderheiten des künftigen Multiplex wies Architekt Jürgen Presser hin. Dazu gehört das nach seinen Worten besondere Verhältnis von Grundfläche zu Volumen. Was er auch gleich für Laien übersetzte: wenig Fläche und trotzdem große Leinwand, viel Fläche und trotzdem wenig Sessel. So wären wiederum nach Spickerts Worten im größten Kinosaal 3 noch vor 20 Jahren weit über 400 Sessel untergebracht worden, im künftigen Neustadter Multiplex seien es 270. Wenn Eröffnung gefeiert wird, ist Oberbürgermeister Löffler eine Einladung sicher – auch wenn er dann nicht mehr im Amt, sondern im Ruhestand ist. Gestern sprach er von dem überzeugenden Konzept, mit dem die Filmtheaterbetriebe auf die Stadtverwaltung zugekommen seien. „Das ist es, da machen wir mit“, so die Reaktion im Rathaus. De Baugenehmigung sei in der Folge in einer Rekordzeit von vier Wochen erteilt worden. Jetzt, im Rohbau, sei er „beeindruckt von der Dimension“, so Löffler. „Seien Sie ruhig neugierig!“, forderte Frank Noreiks, Geschäftsführer und Marketing-Chef bei Spickert, alle Gäste des Richtfests zum Rundgang durch den Rohbau auf. Und nicht nur die Kino-Kollegen Christian und Michael Kaltenegger machten sich sofort auf den Weg.

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