Neustadt „Kein Grufti-Sport“
Wer Interesse am Boulespiel, an Geselligkeit und Fremdsprachen hat, ist laut Jörg Brake, Vorsitzender des kürzlich gegründeten Boule-Clubs, beim ersten BC Gripsem Deidesheim genau richtig. Die bisher zehn Mitglieder treffen sich sonntags um 11 Uhr, um die Kugeln rollen zu lassen.
Brake sieht in dem Club nicht nur Freizeitspaß, sondern auch ein „Forum des Austauschs“ und eine Möglichkeit „völkerverständigend zu wirken“. Denn Boule werde in der französischen Deidesheimer Partnerstadt Saint-Jean-de-Boiseau, dort genannt Pétanque, gerne gespielt, erläutert er. „Aber die Franzosen sind sehr gut. Deshalb trainieren wir, um mithalten zu können“, ergänzt Gisela Weber, stellvertretene Vereinsvorsitzende. Viele der Mitglieder spielten schon seit zwei Jahren zusammen Boule, sagt Pressesprecher Achim Schulze. Mit der Clubgründung wolle Brake auch anderen die Chance geben, „Europa ein Stück weiterzutragen“. „Boule ist kein Leistungssport, eher eine Art Soft-Golf“, erklärt der Vorsitzende schmunzelnd. Denn ähnlich wie beim Golf müsse man sich zentrieren und meditative Ruhe beim Werfen zeigen. Weber fügt hinzu: „Wir werden alle ein bisschen älter, und Boule ist ein Sport, den man auch im Alter gut machen kann. Es macht einfach nur Spaß.“ Der Name des Clubs „Gripsem“ sei ein Stück Stadtgeschichte, berichtet Brake. Gripsem sei ein historischer Begriff für den Teil von Deidesheim, südlich der Königsgartenstraße/ Kreuzung Weinbergstraße. Früher sei dieses Gebiet ein sozialer Brennpunkt gewesen, so Schulze. Indem der Verein diesen Namen gewählt hat, lebe die Erinnerung daran weiter. Zurzeit trifft sich der Boule-Club jeden Sonntag im Erlebnisgarten. Das Ziel sei ein fester Standort, sagt Weber. „Wenn wir an Wettkämpfen teilnehmen wollen, brauchen wir eine eigene Boule-Anlage“, erklärt sie. Solange gebe es in der französischen Partnerschaft „Quasi-Wettkämpfe“. Der Verein befindet sich laut Brake noch im Aufbau und in der Bekanntmachungsphase. Außerdem koste eine Boule-Anlage auch viel Geld – und dafür brauche der Verein Einnahmen. Derzeit finanziere sich der BC Gripsem über Mitgliedsbeiträge. Der Jahresbeitrag beträgt 30 Euro. „Wenn Mitglieder dazu kommen wollen, einfach eigene Kugeln mitbringen und vorbeikommen“, so der Vorsitzende. Ein großes Anliegen Brakes ist auch, „die junge Generation anzusprechen“. Er bemühe sich immer um das Verständnis für andere Kulturen, erklärt Brake. Und wünscht sich, dass die Jüngeren sich öffnen. Denn Boule sei entgegen seinem Image „kein Grufti-Sport“. Weber ergänzt: „In den Großstädten ist Boule auch bei jungen Leuten sehr beliebt.“