Neustadt Karrierechancen vorgestellt

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Da wurde nicht schlecht gestaunt, als am Dienstag der schwarz lackierte, 250 PS starke Hightech-Riese der Firma Petry Landmaschinen auf den Schulhof der Integrierten Gesamtschule Deidesheim/Wachenheim (IGS) einrollte. Jungen und Mädchen zeigten sich gleichermaßen interessiert. Der Traktor sollte einen Berufszweig auf der Berufsorientierungsmesse für die Schulabgangsklassen der IGS in Deidesheim repräsentieren.

Insgesamt 28 Vertreter aus unterschiedlichen Berufsfeldern haben den über 200 Schülern am Dienstag die Qual der Berufswahl erleichtern können. Die Firmen machen auf dieser Messe auf sich aufmerksam, denn sie sind auf Nachwuchs angewiesen. Die Firma Petry Landmaschinen beschäftige auch weibliche Auszubildende zum Mechatroniker für Landmaschinen, zeigt sich Fabian Petry aus Dannstadt-Schauernheim stolz. Die Hotelgruppe Steigenberger suche häufiger Auszubildende für den Beruf des Kochs, sagt der Verwaltungsleiter des Deidesheimer Hauses, Patrick Götz, während Hotelfachleute leichter zu finden seien. Auf die Frage von Schülern, was man denn als Hotelfachmann so mache, kam die lapidare Antwort: „Man bedient Gäste.“ Beim genannten Anfangsgehalt verzogen sich so manche Mienen der Schüler, doch Götz versicherte, „man kann sehr schnell hochkommen und hat große Karrierechancen“. Ein Plus sei auch weltweites Arbeiten, was einige der Schüler begrüßten. Linda Armbrust und Latonija Dreher aus der Klasse 8 b interessieren sich für den Beruf des Physiotherapeuten, nicht nur weil Lindas Vater einer ist. Doch auch soziale Berufe wie Kindergärtnerin kämen für die beiden in Frage. Durch gezielte Fragen direkt an die Fachleute sowie praktische Tipps und Tricks bekommen die Jugendlichen ein realistischeres Bild von manchen Berufen, findet Stufenleiterin Katharina Paragliola. Dies habe zugleich eine höhere Wertigkeit, als wenn Lehrer darüber redeten. Seit die IGS vor zwei Jahren eine Oberstufe anbietet, haben sich auch Hochschulen präsentiert, insbesondere für ein duales Ausbildungssystem. Die Schüler seien gut vorbereitet und wissbegierig zu dieser Messe im Haus gekommen, finden die Betreuer der Handwerksinnung, deren Schreiner, Dachdecker und Maurer das Klassenzimmer in eine Werkstatt verwandelt hatten. Die Bundeswehr suche dringend IT-Fachleute sowie Ärzte und Juristen, sagt die Bundeswehrbeamtin Heike Bentz. Auch Azubis zum Elektroniker für Gerätesystem seien gefragt. Die nächsten Bundeswehr-Standorte liegen in Germersheim, Kaiserslautern und Bad Bergzabern, das Informationsbüro in Neustadt. Wichtig sei der Unterschied zwischen militärischer und ziviler Karriere bei der Bundeswehr, die eine Fülle von Berufen aus technischen, kaufmännischen und medizinischen Bereichen anbiete. Für die meisten von ihnen müsse man als Soldat ausgebildet werden, was viele Schüler abschrecke. Die zivilen Mitarbeiter tragen nur im Ausland Uniform und sind an der Waffe nur zum Selbstschutz ausgebildet. Ein Studium bei der Bundeswehr sei quasi umsonst. Viele junge Leute kämen nach ihrer Ausbildung als Quereinsteiger und erlebten als Bundeswehrangehörige ein abwechslungsreiches Berufsleben, da man vielfältig eingesetzt werde, beschreibt Bentz auch ihren Weg. Trotz Familie sei sie sehr oft umgezogen und habe dabei viel Neues kennengelernt. Vertreten waren unter anderem die Winzervereine Ruppertsberg und Deidesheim, der Kindergarten Vogelnest, die VR-Bank Mittelhaardt und Vertreter der Polizeiinspektion. Die IGS Deidesheim/Wachenheim bietet den Hauptschulabschluss nach der 9. Klasse und den Realschulabschluss nach der 10. Klasse sowie die allgemeine Hochschulreife nach Klasse 13 an. In ihrem pädagogischen Konzept wird großer Wert auf Berufsorientierung gelegt. Die Schüler absolvieren verschiedene Praktika in Firmen und bekommen Unterstützung bei Bewerbungen.

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