Neustadt „Kanne“ zurzeit geschlossen
Nicht ganz unumstritten war das Projekt, das das Wachenheimer Weingut Bürklin-Wolf im Frühjahr 2016 bekannt gab: die Umwidmung des Deidesheimer Traditionshauses „Die Kanne“ in eine Vinothek und Weinbar. Denn damit wurde ein zentrales Kapitel in der „Kannengeschichte“ geschlossen. Die Gründe lagen für die Eigentümerin, Bettina Bürklin-von Guradze, auf der Hand. „Der Fokus liegt auf dem Wein und nicht auf der Gastronomie“, sagte die Weingutsbesitzerin. Das war ihr Motiv, gemeinsam mit Geschäftsführer Steffen Brahner in der „Kanne“ einen neuen Weg zu gehen. Und es entstand ein Schmuckstück. Die bisherige Geißbockstube wurde zur Vinothek und die Kannenstube zur Weinbar. Der kleine Innenhof konnte in den Sommermonaten ebenfalls genutzt werden. Das soll auch künftig so bleiben. Dabei ist es kein Geheimnis, dass die Weinbar-Vinothek bisher nicht regelmäßig von ausreichend Weinliebhabern besucht wurde, besonders an den Wochentagen. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass im Herzen von Deidesheim das Angebot in diesem Sektor groß ist: Neben der „Kanne“ gibt es die Weinbar 1911, aber auch die Vinotheken der Top-Häuser, Weingut Geheimer Rat von Bassermann-Jordan, Reichsrat von Buhl und von Winning. Nach zwei Jahren nun ist die Vinothek geschlossen. Laut Bürklin-von Guradze hat der bisherige Betreiber das Haus verlassen. Die Weingutsbesitzerin will dennoch am bisherigen Konzept festhalten. „Wie im Schaukasten zu lesen ist, suchen wir nach einem neuen Betreiber, der das bisherige Konzept weiterführt. Wir führen momentan Vorstellungsgespräche und hoffen, schon sehr bald mit einem neuen Mitarbeiter oder einer neuen Mitarbeiterin wieder öffnen zu können.“ Da sich einige der Bewerber noch in festen Anstellungen befänden, könne es jedoch gut sein, dass dies nicht „bereits morgen“ der Fall sein werde. Die um 1160 aus einem Pilgerhospiz der Zisterzienser-Abtei Eußerhal entstandene Herberge gilt als eines der bekanntesten Gasthäuser bundesweit.