Am Rande der Bande
Kalmit-Klapprad-Cup: Reisevorbereitungen für den Flug zur Kalmit
Jede Reise geht einmal zu Ende. Auch die vom neuen Maikammer Vineyard International, Gate K1, zum Kalmit Heights Airfield, Terminal 2. Der Flug vergeht geradezu im Fluge, so abwechslungsreich, so verschieden, so interessant und lustig sind Passagiere wie Piloten und Stewardessen anzuschauen. Doch will jede Reise gut vorbereitet sein, auch die für den 33. Kalmit-Klapprad-Cup.
Schiffchen fürs Bodenpersonal
Selbst der Reiseorganisator, der Pfälzer Klappverein, hat im Vorfeld einiges zu erledigen. Holger Gockel zeigt eine Kiste, in der 80 Schiffchen, aus alten Beständen der Luftwaffe sind. „Die haben alle unterschiedliche Größen“, weiß Gockel über die Kopfbedeckungen. „Die sind teilweise 50 Jahre alt und stark, stark gebraucht.“ Aber eben nicht aufgebraucht. Zu Stückpreisen von sechs bis 50 Cent zu haben, hat der Klappverein zugeschlagen und stattet sein 80-köpfiges Bodenpersonal mit den Schiffchen für das Rennen unter dem Motto „Nur Klappen ist schöner – Ready for klapp off“ aus. Das gleiche Outfit des Personals fördere den Gemeinschaftssinn, betont Gockel. Und damit die Schiffchen nicht so arg militärisch wirkten, stehe vorne ein vom Neustadter Künstler Steffen Boiselle gestaltetes „K“ darauf. Weil auch alle Passagiere wie Piloten eine Spucktüte bekommen für den Fall der Fälle, habe seine Frau „Kotztüten gestempelt“ für immerhin über 1000 Starter. Die Tüten zeigen einen sich übergebenden Klappradfahrer.
Schlafmaske und Tomatensaft
Die Passagiere der ersten Klasse bekommen sogar noch jeder ein Amenity Kit, das Utensilien für einen guten Flug enthält: Tomatensaft, Ohrenstöpsel gegen den Fluglärm, Schlafmaske, Gutschein für ein Glas Maikammerer Sekt, Priority-Aufkleber „Klapprad first“ fürs Gepäck, natürlich einen Brechbeutel und ein Fläschen Schnaps „gegen die Flugangst“.
Aber auch die Fluggäste lassen sich nicht lumpen, was ihre Reisevorbereitung betrifft. Die Klapprad-Cup-Stammgäste Pedaltons aus Lambrecht, Neustadt, Deidesheim und Frankenthal, die diesmal als Bergretter im Rettungshubschrauber unterwegs sind, haben in nur 14 Tagen an ihrem Fluggerät gebaut. „Wir hatten Stress, wir hatten einen Kreativitätsschwund“, erklären sie dies lachend. „Der Riesling war vielleicht ein bisschen knapp ...
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35-Kilo-Hubschrauber
Ihr gelber Hubschrauber aus Pappe und Pappmaché ist auf Klapprädern aufgebaut. Der Unterbau sei von Jahr zu Jahr gleich, erzählt Uli. Die Klappräder kämen in der Scheune seiner Eltern unter. Der Aufbau außenrum allerdings, gestehen die Pedaltons zähneknirschend, „müssen wir kaputt machen“. „Sonst brauchen wir fünf Scheunen ...“, sagen sie. Dr. Henri aus Edesheim fliegt seinen immerhin 35 Kilo schweren Rettungshubschrauber alleine. „Ich bin Radsportler, ich bin es gewöhnt“, betont er.
Mit Hasendraht hat Tom von Klapp-Air aus Limburgerhof seine Elwetritsche zusammengebaut. „Sie ist mit insgesamt 20 Kilo inklusive Rad gar nicht so schwer“, sagt das Crewmitglied der Klapp-Air. „Ich habe inzwischen Erfahrung im Leichtbau.“ Auch Tom ist Klapprad-Cup-Stammgast.
Trinkfreudige Rentiere
Weihnachtsmann Patrick und seine beiden Rentiere – alle stammen aus dem flachen Bobenheim-Roxheim – haben den Rennschlitten mitsamt ziehender Rentiere auf dem Anstieg einer Eisenbahnbrücke im Vorfeld getestet. Mit Erfolg, auch wenn dabei „die Leute etwas schräg geguckt haben“. Zwar kommen alle auf dem Kalmit Heights Airfield an. Dort allerdings verliert der Weihnachtsmann seine Rentiere. Ob’s daran liegt, dass die vor dem Take-off ein wenig zu tief ins Sektglas geguckt haben?
Den Vorteil, in einer Fasnachtshochburg zu leben, genießt Astronaut Frederic aus Mainz. Auf seinen orangefarbenen Anzug hat er nur noch Nasa- sowie USA-Sticker aufnähen müssen. Rocketman Ralf aus Haßloch hat sich seinen Anzug in England machen lassen. Weil es Rocketman-Helme nur für Kinder gebe, habe ihm ein Arbeitskollege den Helm im 3D-Drucker angefertigt, erzählt er.
Anstrengung der Ballonfahrer
Außer Puste sind im Vorfeld einige Ballonfahrer geraten. Aber nicht, weil sie das Klappradfahren am Berg trainiert haben. Gabriela und Gerd von den Pfalzbikern haben immerhin Luft in 100 Modellierballons kriegen müssen. „Mit einer Pumpe“, erzählt Gerd von der anstrengenden Vorbereitung.
Thomas aus Gundheim, der Pilot Snoopy mitsamt dessen sperriger Hundehütte auf die Kalmit schleppt, gerät wie alle anderen im Rennen bei hohen Temperaturen arg ins Schwitzen. „Das Konklave, auf dem das Motto festgelegt wird, ist immer im Februar. Dann ist es kalt, und man fängt an zu bauen.“ Was man in der kalten Jahreszeit total missachte: Jetzt, zum Rennen, „ist es warm“. Aber er nimmt das Schwitzen wie Anstrengen wie alle anderen über 1000 Teilnehmer gerne hin. „Man kriegt hier so viele Blicke – das ist Gold wert.“